HAT DA WER EINEN SPRUNG IN DER SCHÜSSEL?

Es war einmal eine alte chinesische Frau. Diese Frau hatte zwei Schüsseln, mit denen sie jeden Morgen Wasser vom weit entfernten Fluss holte.
Die Schüsseln hangen links und rechts an einem langen Bambusstock, den sie auf ihren Schultern trug.

Eine der Schüsseln hatte jedoch einen Sprung, während die andere makellos war, in der immer eine volle Portion Wasser nach Hause gebracht wurde.

Die andere jedoch war nach der langen Wanderung vom Fluss, zu Hause nur noch halbvoll. Das ging zwei Jahre so. Tag für Tag.

Während die makellose Schüssel sehr stolz war, schämte sich die Schüssel mit dem Sprung ob dieses Makels sehr, fühlte sie sich doch nicht gleichwertig, da sie nur die Hälfte des Wassers nach Hause brachte.

Eines Tages fasste sie all ihren Mut zusammen und sprach die alte Frau an:
„Ich schäme mich so sehr wegen meines Sprungs. Die Hälfte des Wasser verliere ich, ich bin nur halb soviel wert wie meine Schwester“

Die alte Frau lächelte und sprach: „Ist Dir aufgefallen, dass auf Deiner Seite des Heimweges Blumen blühen, auf der anderen Seite aber nicht? Auf Deiner Seite des Weges habe ich Blumen gesät, weil ich von deinem Fehler wusste. Nun gießt du sie auf dem Weg nach Hause täglich . Zwei Jahrelang konnte ich so wunderschöne Blumen pflücken und mein Heim damit schmücken. Wenn Du nicht genauso wärest wie Du bist, würde diese Schönheit und Freude in meinem Haus nicht sein. Freude die ich und alle meine Besucher an den wunderschönen Blumen haben, die Du ermöglicht hast. Dafür danke ich dir“.

Empfehlung: Bitte weitergeben an alle, die auch einen „Sprung in der Schüssel“ haben!

(gelesen im Forum Gnadenkinder.de)

EIN HERZLICHES SCHABBAT SCHALOM UND EIN GESEGNETES WOCHENENDE ALLEN MEINEN LESERN

TAGEBUCH – 12. AUGUST 22

Eine Frage ist es, die seit gestern durch meinen Kopf und durch mein Herz geistert, doch ich finde keine Antwort.

Sie lautet: Darf ich von mir ausgehen, um zu wissen, was ich von anderen erwarten darf? Darf ich meine Art auf Not zu reagieren als „Vorbild“ nehmen dafür, wie ich von anderen erwarte, dass sie auch reagieren?

Als kurze Erklärung gehen mir Erinnerungen durch den Kopf, dass ich mich seit Kindheitstagen vor so vielem gefürchtet hatte, dass alle anderen, die davon wussten, nur mit dem Kopf geschüttelt hatten. Doch es handelte sich immer um Ängste auf die Frage: „was ist wenn….“. Ich konnte nicht damit umgehen solche Fragen aus meinem Kopf zu bekommen. Im Klartext ich war ein Angsthase par excellance.

Doch das Interessante daran ist meine Erinnerung an Situationen die wie aus dem Nichts eintrafen, und die ich mit Mut und coolen Überlegungen gemeistert hatte, wo genau diese anderen wieder den Kopf geschüttelt hatten, und meinten, dass sie das niemals so hingekriegt hätten.

Wie also nennt man einen „Angsthasen“, der voll da ist, wenn es Not gibt? Dessen Gehirn so exakt funktioniert, dass es genau weiss, was zu tun ist, um diese Not, diese Gefahr abzuwenden, und vorallem dies auch tut?

Aber wozu diese Frage, ist ja wurscht wie man so jemanden nennt. Das was ich gerne wüsste habe ich ja schon am Anfang gefragt: „Darf ich von mir ausgehen, um zu wissen, was ich von anderen erwarten darf?

Vermutlich wird es darauf aber keine wirklich gültige Antwort geben, weil diese wohl nur im eigenen Herz zu finden ist.

Gibts eigentlich irgendwas in diesem Scheissleben, das nicht nur einfach und leicht zu beantworten ist, sondern auch noch Wahrheitsqualität hat?

TAGEBUCH – 11. AUGUST 22

Keine Ahnung was da gestern los war in meinem Kopf. Es war mir, als ob es einfach nicht mehr weiter ginge in meinem Leben. Als ob da kein Weg mehr wäre den zu gehen irgend einen Sinn hätte, ausser der Weg ins Nirvana, oder wie immer es genannt wird.

Für diesen letzten Weg war alles vorbereitet und ich fragte mich, wie lange es wohl dauern wird, bis die Wirkung einsetzt, und dass ich mir vielleicht vorher dafür etwas aus You Tube suchen sollte, das ich ansehen oder anhören könnte.

Und da tauchte dieses Video auf, das mich dermassen fesselte, dass ich solange auf das Trinken meines vorbereiteten „Mixshakes“ vergass, bis das Video vorbei war, und ich wieder Licht vorfand in meinem Kopf. Damit hatte ich nicht gerechnet gehabt!

TAGEBUCH – 8. AUGUST 22

Vor etwa einer Woche meinte ich, dass ich doch endlich damit anfangen sollte „wertvollere“ Bücher zu lesen, und nicht nur immer Thriller. Die müssten sich dann ja auch viel entspannter lesen – meinte ich – und man könne auch noch was dazu lernen. Also entschied ich mich für ein 1000-Seiten-Buch von Ken Follett mit dem Namen Der Winter der Welt, wo es in der Welt um die Jahre 1933 bis 1948 geht.

Doch mit Grauen musste ich feststellen, dass jeder Thriller ein Kinderbuch war im Vergleich zu dem, was da zu lesen war. Bis auf ein paar wenige schlossen sich die Deutschen Hitler an, der mit Hinterlist alle bisherigen Gesetze stürzte, indem er wegen jedes kleinen Vorfalls den Notstand aufrief, wo dann nichts mehr galt, ausser dem was die Braunhemden, auch Nazis genannt, sich an Verbrechen leisteten. Diese zerrten jüdische Frauen aus ihren Häusern, und vergewaltigten sie vor den Augen ihrer Familie. Und bevor sie wieder gingen schossen sie den Männern das Hirn weg.

Als ich dann lesen musste, wie zwei Männer unter dem Vorwand Homosexuell zu sein, weil sie nicht bereit waren ihr Restaurant an einen der Braunhemden zu verkaufen, niedergeschlagen und an einen Ort gebracht wurden, wo man abgemagerte Hunde auf einen von ihnen hetzte, damit sie ihn zerfleischen können, kehrte ich reumütig zu meinem vorher angefangenen Krimi von Mary Higgins Clark zurück.

Nach 39° noch am Samstag blieb das Thermometer heute bei 21° stehen, und es regnete viele Stunden sehr heftig. Also entschloss ich mich nach langem wieder ins Einkaufscenter zu fahren, um wieder einmal zu schauen, was dort so angeboten wird. Und ich war erstaunt über die Angebote der Parfümerie Müller (ich glaub die gibts auch in Deutschland). Mein Lieblingsparfüm SUN von Jill Sander kostete 40% weniger als sonst, und ebenso viele Tages-und Nachtcremen sowie Gesichtsampullen, die sogar nur halb soviel kosteten wie üblich.

Nachdem ich mir heute vorgenommen hatte wirklich völlig entspannt zu bleiben, und mir jedes einzelne Geschäft genau anzusehen, so gelang mir das ausnahmsweise auch wirklich einmal. Denn sonst krieg ich nach einer Viertelstunde schon die Panik soviele Menschen auf einmal um mich zu haben.

Was ich dann aber auch erkennen konnte war, dass alle Bekleidungsgeschäfte ausnahmslos nur Wegwerfware anboten. Bis auf Hämmerle, der Traditionskleidung anbietet, diese aber zu Preisen, wo man sich an den Kopf greift. Ich fragte mich wer wohl bereit ist für ein Dirndl € 350.- hinzulegen?

Nachdem ich nach rund 1.5 Stunden mit voller Einkaufstasche wieder im Wagen sass, liess ich alles Gesehene noch einmal Revue passieren, bevor ich losfuhr. Und wieder einmal wurde mir klar, welch ein Glück ich doch hatte in einem Land wie Österreich geboren worden zu sein.

Und wie immer war auch heute die Frage in meinem Kopf: „Wieso ICH?“ Ich habe niemals irgendwas getan, womit ich mir verdient hätte, dass es mir so gut geht, im Gegensatz zu so vielen anderen, die ganz sicher einen weit besseren Charakter vorzeigen können, als ich je haben werde.

Vielleicht bekomme ich die Antwort ja irgendwann. Doch ob sie mir gefallen wird, wage ich zu bezweifeln.

EINE JÜDISCHE GLASKUGEL?

Gestern las ich mehr über die Mystik des Judentums und kam zu einer Aussage, die ein Rabbiner schon weit vor unserer Zeitrechnung machte. Nämlich dass die Psalmen eine grosse geistige Hilfe für den Menschen darstellen, wenn er über diese meditiert.

Mein Rabbi sagt dazu, dass man sich nicht gegenseitig fragt, wie alt man ist, sondern man fragt: Welchen Psalm liest Du?

Es zählt immer die Zahl des Psalms, der den kommenden Geburtstag betrifft. Ist jemand also 50 geworden, meditiert er über den Psalm 51, und wird nach und nach erkennen, dass genau in diesem Psalm der für ihn richtige Weg zu finden ist.

Spricht mich sehr an, wenn ich ehrlich bin, und ich möchte versuchen mich an gewisse Jahre zu erinnern, wo ich irgendwie völlig neben mir stand (ich fürchte es sind viele) und heraus finden, ob ich im jeweiligen Psalm Hilfe gefunden hätte.

Könnten viele Erkenntnis für mich sein, denke ich mir eben.

Für mich ist es bis anfangs Oktober der 70. Psalm – welcher so lautet:

Herr, hilf mir!
1 Ein Lied von David, um sich bei Gott in Erinnerung zu bringen.
2 Gott, ich bitte dich: Rette mich, komm mir schnell zu Hilfe!
3 Wer mir nach dem Leben trachtet, der soll scheitern und öffentlich bloßgestellt werden. Wer sich über mein Unglück hämisch freut, den jage mit Schimpf und Schande davon!
4 Alle, die schadenfroh lästern: »Haha, das geschieht dir recht!«, sollen kleinlaut davonschleichen wegen ihrer selbst verschuldeten Schande!
5 Aber alle, die nach dir fragen, sollen vor Freude jubeln! Wer dich als Retter kennt und liebt, soll immer wieder rufen: »Gott ist groß!«
6 Ich bin hilflos und ganz auf dich angewiesen; Gott, sorge für mich, denn du bist mein Helfer und Befreier! Komm rasch zu mir! HERR, zögere nicht länger!

ERINNERUNGEN

Heute fiel mir wieder die erste grosse Liebe meines Lebens ein, die entbrannte als ich mit 8 Jahren einen Christopherus-Anhänger von ihm geschenkt bekam. Er war 25, und ein sehr guter Freund meines Vaters, der damals in Wien einen Nachtclub führte, und zum Ärgernis meiner Mutter, mich immer wieder mitnahm zum Fünf Uhr-Tee.

So hiessen die Tanz-Veranstaltungen Samstag und Sonntag damals. Sie begannen um 17h und endeten gegen 19.30h. Da durften auch Teenies rein. Erst um 20h begann dann das Nachtleben für Erwachsene.

Nach 5 Jahren heimlichen Schmachtens forderte ich ihn, es war Damenwahl und ich war inzwischen 13, zu einem Tanz auf. Es war ein Blues und er liess es zu, dass ich mich ganz eng an ihn anschmiegte. Danach war ich so davon überzeugt, dass er mich genauso liebt, dass ich ihm nicht mehr von der Pelle rückte.

Versuchte ständig seine Hand zu halten, bettelte um weitere Tänze und drückte mich völlig ungeniert an ihn. Irgendwann muss es ihm gereicht haben und er bat mich damit aufzuhören, und dass dieses Lied, das er daraufhin in der Jukebox drückte, seine Antwort für mich wäre – mit der Bemerkung, dass ich ja schon etwas englisch könnte.

Es war dieser Song, der nach so langer Zeit immer noch ein sehr wehmütiges Gefühl in mir hervor ruft.

GEDANKENSPLITTER ZU KABBALAH

Die Kabbalah lehrt, dass es fünf Welten gibt, die auch Bewusstseins-Ebenen genannt werden. Und jede dieser Welten sich nochmals in mehrere Ebenen aufteilen.

Je mehr ein Mensch imstande ist sein Bewusstsein zu lenken, umso näher kann der Mensch dem Göttlichen Bewusstsein kommen.

Die Kabbalah sagt, dass der Ursprung sich im Göttlichen befand, wo es nur eines gab – den Schöpfer und das Geschöpf. Beide waren so innigst verbunden, weil sie ein Ganzes waren. Der Schöpfer hat GEGEBEN und das Geschöpf hat GENOMMEN.

Mehr gab es nicht, bis das Geschöpf erkannt hatte, dass GEBEN die grössere Befriedigung sein muss, als zu NEHMEN. Womit es Recht hatte, doch nicht bedachte, dass es eben nur das Geschöpf war und nicht der Schöpfer.

Und so stieg das Geschöpf immer tiefer und entfernte sich immer mehr vom Schöpfer. Bis es im hier und jetzt angekommen ist, wo eine direkte Verbindung zum Schöpfer nicht mehr möglich ist AUSSER es nimmt sich (das Ego) ganz zurück mit der Einstellung „alles was ich tue, tue ich nicht für mich“.

Irgendwie bin ich verstandesmässig da hängen geblieben, also beim TUN. Habe mir immer ins Gedächtnis gerufen, dass ich alle Spaziergänge, die mich nicht immer gefreut hatten, für die Hunde tue. Und einkaufen und kochen und putzen ich für meinen Mann tue, was mich ebenso nicht immer gefreut hat. Was mir aber ein wenig mehr Kraft gab, doch die Betonung liegt auf „ein wenig“ mehr.

Seit Tagen aber kommt es mir immer wieder in den Sinn, dass die Basiseinstellung mit FÜR ANDERE ETWAS TUN WOLLEN die falsche war, sondern zuerst einmal es DAS EMPFANGEN DER GÖTTLICHEN KRAFT wäre?

Denn genau das war doch unser ursprünglicher Zustand gewesen. Gott hat uns mit Energie versorgt und wir haben diese genommen, ohne darüber nachzudenken, ob wir sie verdient haben oder nicht.

Warum also, frage ich mich, habe ich dauernd das Gefühl, dass ich Gottes Hilfe nicht verdient hätte? Dass ich zuerst beweisen muss, dass ich mein Ego imstande bin zurück zu stellen, bis ich mit Gottes Hilfe rechnen kann? Warum also sollte Gott mich denn heute abweisen, wenn SEIN GEBEN UND MEIN EMPFANGEN der göttliche Ursprung waren.

Ist doch „DIE LEBENSENERGIE“ die Voraussetzung dafür überhaupt etwas tun zu können – egal ob jetzt für mich selbst oder für andere. Ein Mensch der andauernd nur mit Angststörungen und Depressionen sein Leben fristen muss, der ist doch zu gar nichts mehr imstande!!!

Wie wäre es also mit einer Meditation an jedem Abend vorm Schlafengehen, wo ich mir vorstelle, wie göttliche Energie und Freude in meinen Körper und in meine Seele und in meinen Geist einfliesst und mir jede Menge Kraft gibt, um dass für mich UND für alle anderen, die meinen Weg kreuzen, oder schon ein Teil meines Lebens sind, mehr als genug zur Verfügung steht?

BARUCH ATA ADONAI, ELOHENU, MELECH HA OLAM