DIE MACHT DES DENKENS

Welch unglaubliche Wirkung das Denken hat, konnte ich heute morgen wieder einmal erfahren.

Ich stand in der Küche, starrte in den trüben Tag, und sah zum dritten Male, dass nur noch eines von den beiden Täubchen zum Essen kommt.
Seit letzten Herbst sind die beiden tägliche Gäaste in meinem Vorgarten, wo ein grosser Futterplatz für Vögel eingerichtet ist. Und sie sind etwas Besonderes für mich, weil da wo ich wohne, nirgends Tauben angesiedelt sind. Also sind es MEINE Täubchen!

Und so wurde es mir sehr traurig ums Herz, als ich sah, wie dieses eine ganz einsam auf dem Zaunpfosten sass, und den Anschein vermittelte, dass es gar nicht wusste, ob es jetzt was essen möchte oder nicht.

Traurig deshalb, weil sich ja zwangsläufig der Gedanke aufdrängte, dass dem anderen was zugestossen sein muss, und das Kleine jetzt alleine zurück geblieben ist.

Als Heulsuse vom Dienst waren natürlich auch gleich Tränen zur Stelle, die nicht unentdeckt blieben, also klagte ich meinem Mann mein Leid.

Doch der meinte augenblicklich, dass es doch Brutzeit ist, und die beiden sich ganz sicher nur beim Brüten abwechseln. Und wir damit rechnen dürfen, dass in Kürze eine Taubenfamilie hier auftauchen wird.

Diese Idee hatte eine phänomenale Wirkung. Der schwere Druck auf der Brust war weg, ich fühlte mich auf einmal leicht und beschwingt, und trotz massivem Regen heute morgen strahlte auf einmal die Sonne.

Die Sonne in meinem Herzen !!!!

TAGEBUCH – 28. APRIL 2019

Nach einer ganzen Woche mit mindestens 26° sank gestern die Temperatur auf nur noch 18°, und in den nächsten beiden Tagen sollen es nur noch 12-14° sein. Ich hoffe deshalb, dass das die vorgezogenen Eisheiligen sind, denn ich bin ein Hitzefreak. 35° aufwärts ist für mich grad richtig – wie’s halt so schön heisst: „De Dodln hams gern woam“.

Heuer steht der Fliederbaum nach langem wieder voll in Blüte.
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Und an der Unterseite gibt es zwei neue Vogelhäuschen DSCN2082
denn der erste Nachwuchs von den Sperlingen (20-25 Jungvögel) ist vor einigen Tagen eingetroffen, und scheuen sich die grosse Futterstelle mit den Spechten, Grünfinken, Stiglitzen, Blau- und Kohlmeisen, Amseln und zwei Tauben zu teilen.
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Auch eine Trink- und Bademöglichkeit wurde eingerichtet – gestern angefüllt mit schön sauberem Wasser – und so siehts heute aus.
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Und dieses kleine Teufelchen fand ich heute neben dem Abfallcontainer einsam und alleine am Boden kauern. Jetzt hat es einen Platz auf meinem Schreibtisch. DSCN2089

So, das wars für heute, und ich wünsche allen meinen Lesern einen guten Start in die erste Maiwoche und einen erholsamen Feiertag am Mittwoch.

SIND NUR DIE GLÄUBIGEN MENSCHEN KINDER GOTTES?

Eben sah ich wieder eine Folge aus der Serie „Ein Engel auf Erden“, und da hörte ich eine Predigt, die mein Herz erfrischte, wie noch keine zuvor; die ich aber leider in der Realität noch nie gehört hatte.

Denn die Realität bedeutet ja, dass es sich um eine religiöse Gemeinde oder eine Kirche handelt, in der natürlich nur „GLÄUBIGE MENSCHEN“ willkommen sind.

Ein Stück dieser Predigt lautete folgendermassen:

Ein Mann hat mich einmal gefragt was mir lieber ist. Ein Atheist mit einer Pistole oder ein Christ?
Natürlich habe ich gesagt: „weder noch“.
Doch was er mir sagen wollte war, dass ein bewaffneter Räuber, wenn er ein Christ ist,immer noch ein Stück besser wäre, als ein Atheist.
Ist das wahr, oder nur unser ganz eigenes Urteil?

Ihr könnt nicht in den Himmel kommen, wenn ihr nicht an Gott glaubt.
Ist das wahr? Oder ist das auch nur unser ganz eigenes Urteil?

Wird von mir erwartet zu glauben, dass jemand, der ein gutes Leben führte und anderen half, nun von Gott verdammt werden wird, nur weil er nicht an ihn geglaubt hat?

Ich glaube das nicht!
Ich glaube nicht dass Gott nach Anerkennung sucht, sondern vielmehr nach dem Guten, das in jedem Einzelnen von uns steckt.

Widmet Eure Zeit auf dieser Welt der Liebe. Liebt Euren Nächsten und verurteilt ihn nicht.

Dann werden wir die Kinder Gottes sein.

VERZEIHEN KÖNNEN

Dieses Thema ist seit langem eine grosse Last in meinen Gedanken und damit Gefühlen, weil es mir einfach nicht gelingen wollte, eine solche Stärke in mir zuzulassen.

Wann immer ich die „Empfehlung der Weisen“  praktizierte, mich in eine meditative Stimmung versetzte, um eine Person, die mich heute noch wütend macht, vors innere Auge zu stellen, um ihr dann von ganzem Herzen zu verzeihen, machte alles einen Purzelbaum.

Wenn es sich um eine weibliche Person handelte, hatte ich nur noch einen einzigen Gedanken im Kopf und der hiess: „Du blöder Trampel  oder  „Du blöder Trottel “ bei einer männlichen Person, und ich denke nicht im Traum daran Dir irgendwas zu vergeben oder zu verzeihen.

Bis mir jetzt endlich klar geworden ist, dass ich mit dieser Einstellung den Grundstein FÜR MICH SELBST lege.

Dass ich diejenige bin, die ich für viele vergangene Verhalten als einen blöden Trampel sehe, der man einfach nicht verzeihen kann, und dass die Bereitschaft dazu, anderen ihr Verhalten zu verzeihen, die Basis dafür ist, mit mir selbst ins Reine zu kommen.

Ebenso ist mir klar geworden, dass es nicht darum geht, dass mir etwas augenblicklich gelingt, sondern es geht ausschliesslich UM DIE BEREITSCHAFT.

Und diese Bereitschaft stellt sich dann ein, denke ich mal, wenn ich erkenne, dass es nicht wirklich einen Unterschied gibt zwischen DIR und MIR.  Dass alles was ich DIR an Gutem zukommen lasse, ich auch als ein Geschenk für MICH bekomme.

Gestern las ich eine Affirmation die hiess: „Ich liebe und akzeptiere mich von ganzem Herzen mit allen meinen Fehlern und Schwächen“.

Dies möchte ich jetzt ändern in: „Ich liebe und akzeptiere mich, und alle Menschen, von ganzem Herzen mit all unseren so vielen Schwächen und Fehlern“.

INTERESSANTE BEOBACHTUNG

Eine wahrlich interessante Beobachtung ist allerdings, dass die allermeisten Menschen augenblicklich die Partei desjenigen ergreifen, über den man sich beschwert, soferne sie selbst nicht mal die selbe Erfahrung gemacht haben.

Die Menschen fragen nicht in welcher Situation man sich befand, als man die Beschwerde losliess, und auch nicht, ob sie vielleicht tatsächlich angebracht ist. Nein, soviel Zeit und Aufmerksamkeit nehmen sich die Menschen nicht.

Sie reagieren einfach nur nach ihrem augenblicklichen Gutdünken!   Und dieses sagt ihnen, dass derjenige, der sich hier lautstark beschwert, ganz sicher nur Unrecht haben kann.

Allerdings könnte man das auch aus einem ganz anderen Blickwinkel betrachten. Nämlich dass die Menschen dann letztlich doch ganz „AUTOMATISCH“ die Partei des vermeintlich Schwächeren ergreifen.

Und das wieder, finde ich, ist ein wirklich schöner und menschlicher Zug.

TAGEBUCH – 24. APRIL 2019

Heute hatten wir 27° in Wien, allerdings mit starken Windböen, und ich hatte einige Besorgungen zu machen, die sich im Laufe der letzten Wochen angesammelt hatten. Angesammelt deshalb, weil ich nicht sehr gerne unter Menschen gehe, was sich natürlich beim Besuch eines grossen Einkaufscenters nicht vermeiden lässt.

Und nachdem jetzt schon sehr oft gelesen hatte, wie wichtig es ist, körperliche Reaktionen zu beachten, wenn es um starke Missempfindungen geht, wollte ich das heute ausprobieren. Wollte herausfinden, warum ich mich immer dermassen gestresst fühle, wenn ich nach einer Einkaufstour wieder nach Hause komme.

Es begann allerdings bereits bei der Entscheidung, dass ich mich jetzt mal auf den Weg machen muss, dass ich eine gewisse Muskelanspannung verspürte. Dachte mir aber, dass das wohl eine „normale“ Bereitschaft ist, weil jetzt eben was zu tun am Programm steht.

Doch nachdem der Wagen geparkt war, ich mit dem Aufzug ins Center hoch fuhr und  mich in Richtung Saturn begab, um die Staubsaugerbeutel als erstes zu besorgen,  spürte ich wie sich die Verspannung verstärkte. Und als ich meine gewohnte Marke nicht mehr finden konnte, und deshalb nicht gleich wusste, welche von den Angebotenen jetzt in meinen Staubsauger passt, merkte ich, dass ich mich bereits leicht überfordert fühlte.

Und ich fragte mich, was genau zu diesem Gefühl geführt hat, und die Antwort war, dass es ein Gefühl von Hilflosigkeit war. Erst nach einiger Überlegung kam ich auf die Idee, nach dem Staubsauger zu suchen, den ich habe, und dort nach dem passenden Staubbeutel zu sehen – was auch letztlich gelang.  Es war einer im Gerät und an diesem konnte ich erkennen, was ich jetzt zu kaufen hatte.

Doch die Tatsache, dass ich speziell in Geschäften wie Bauhaus, Mediamarkt und auch Saturn niemals irgendwo einen Verkäufer zu sehen bekomme, liess mich erkennen, dass sich in mir bereits die Angst der Hilflosigkeit manifestiert hat. Und genau diese Angst ist es,  dass da eigentlich niemand wäre, der mir  helfen könnte, wenn ich einmal tatsächlich alleine nicht zurechtkomme, die sich durch starke Muskelverspannung bemerkbar macht.

Es ist mir auch nicht gelungen, im Laufe der weiteren Besorgungen, die allerdings reibungslos verliefen,  wenigstens einigermassen wieder zu entspannen. Nein, dieser physische und damit psychische Druck ist geblieben, bis ich meine Haustüre aufgesperrt habe.

Als ich meine Hunde in die Arme schliessen durfte, die sich so sehr gefreut hatten, mich wieder zu sehen, spürte ich wie der Druck langsam nachliess.

Und wenn ich ganz ehrlich sein darf, dann meine ich, dass Einkaufen heute keinen Spass mehr macht. Wo man früher von Menschen beraten und betreut wurde, herrscht heute ein absolutes Desinteresse. Denn ich bin sicher, dass Saturn für jede Abteilung seine Verkäufer hat, doch diese vermutlich viel lieber irgendwo in einer Nische stehen, um sich miteinander zu unterhalten, als sich um die Betreuung von Kunden zu kümmern.

Anders kann ich es mir nämlich nicht erklären, wieso niemals irgendwo jemand zu sehen ist, sondern man bei der Kassa darum bitten muss, dass diese einen Verkäufer erst aufrufen muss, damit dieser in seiner Abteilung erscheint. ….was ich ebenso schon mehrmals beobachten konnte, wenn ich mir z.B. einen Computer kaufen wollte.

Doch leider führen solche Erlebnisse aus psychischer Sicht noch viel weiter, denn sie machen einem klar wie wichtig es ist, bloss von niemandem abhängig zu sein – bloss keinen anderen Menschen zu brauchen.

Und jetzt hüpf mir mal einer vor, wie es möglich sein sollte, im Herzen der Aufforderung gerecht zu werden „liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst“ – wenn man selbst mit dieser Aufforderung völlig alleine da steht?

 

ERINNERUNGEN – DIE SCHLIMMSTE EVER

Ich war 15 Jahre und besuchte meine Grossmutter. Als ich vor ihrer Türe stand und läuten wollte,  merkte ich, dass nicht abgesperrt war, und so ging ich hinein, und fand meine Grossmutter schlafend im Schlafzimmer vor.

Nur Gott weiss, was mir da eingefallen war, doch ich erinnerte mich, dass meine Oma eine Lade hatte, in der sie das Geld für die Miete aufbewahrte. 100 Schillinge waren das, und ich wollte plötzlich dieses Geld haben, weil ich unmittelbar vorher einen Pulli in einer Auslage sah, weiss/blau gestreift, und ich mir diesen so sehr gewünscht hatte.

Die Türe zum Schlafzimmer stand ja offen, und der Schrank mit dem Geld gleich neben der Türe. Also zog ich vorsichtig die Lade auf, und statt dem Hunderter fand ich eine Brieftasche, in der sich 3.500 Schilling befanden.  Das hatte sie gespart gehabt, um den Kohlenofen aus der Küche gegen einen Ölofen auszutauschen, weil es ihr bereits zu beschwerlich war, im Winter die Kohle aus dem Keller hinauf in den 3. Stock zu schleppen.

Ich nahm das Geld heraus,  und hetzte wie von Sinnen aus der Wohnung, und hinaus auf die Strasse, hinunter auf die Hauptstrasse zu dem Geschäft.  Doch ich ging nicht hinein, sondern wollte nur noch zurück, um das Geld wieder in die Brieftasche zu geben.

Also lief ich wie von Furien gehetzt zurück – doch leider zu spät. Meine Grossmutter war zwischenzeitlich aufgewacht, und nachdem ich  vergessen hatte, die Lade zuzumachen, hatte sie das Fehlen der Geldes aus der Brieftasche bereits entdeckt.

Den Mut, ihr jetzt zu sagen, dass ich das Geld gerne wieder zurückgeben möchte, hatte ich nicht, und so spielte ich die Ahnungslose, was mir auch gelang, denn sie hatte sich bereits die Meinung gebildet, dass es wohl mein Vater war, der dringend Geld gebraucht und es ihr weggenommen hatte, denn er war der einzige, der einen Schlüssel zu ihrer Wohnung hatte.

Dass sie am Abend dann zu uns nach Hause kam, und meinen Vater direkt beschuldigte, brauche ich nicht zu erwähnen, und auch nicht, dass es zwischen den beiden nie mehr so war wie vorher,  auch wenn mein Vater beweisen konnte, dass er an diesem Tag einen beruflichen Auftrag hatte, und gar nicht in Wien war…..sie hatte ihm nicht geglaubt.

Diese Geschichte liegt jetzt 50 Jahre zurück, doch ich leide immer noch darunter, und mache mir die schlimmsten Vorwürfe, wie mir nur soetwas passieren konnte?

Ich liebte meine Grossmutter über alles.  Sie war der ruhigste und geduldigste Mensch in meinem Leben, die mir immer das Gefühl gegeben hat willkommen und geliebt zu sein.

Wo immer Du jetzt bist, Oma, ich liebe Dich, bitte verzeih mir.

Dieser Song ist Dir gewidmet. denn er drückt aus, was ich fühle und was ich mir wünsche: Oma, kannst ned obakumma auf an schnelln Kaffee, i möcht da soviel sag’n was i erst jetzt versteh.

 

 

GEDANKENSPLITTER ZUM KARFREITAG

Das Passahfest der Juden wird gefeiert, um daran zu erinnern, wie Mose die Hebräer aus der Sklaverei durch die Ägypter befreite.

Also eine physische Versklavung, indem sie die niedersten und schwersten Arbeiten unter den schwierigsten Bedingungen verrichten mussten.

Das Osterfest der Christen erinnert an das Sterben Jesus Christus, der im Namen Gottes diese Welt betrat, um die geistige Schuld der Juden zu tilgen, die ihnen von den Schriftgelehrten auferlegt wurde. Denn diese machten aus den 10. Geboten 613 Gebote, damit ja keiner jemals diese Glückseligkeit erfährt, die man fühlen darf, wenn man seine „Pflichten“ nach bestem Wissen und Gewissen erfüllt hat.

Worum ging es denn den Schriftgelehrten, frage ich mich im Augenblick?  Ging es ihnen um die „geistige“ Macht, und um Schadenfreude, dass niemand ins Himmelreich kommt? Eben weil sie für sich selbst erkannt hatten, dass sie nicht einmal imstande waren, die 10. Gebote einzuhalten? Und sie wussten, dass es da viele einfache Menschen geben würde, die dazu sehr wohl imstande wären?

Dass allerdings der Grossteil der Juden Jesus Christus als ihren geistigen Erlöser dann doch nicht annahmen, steht auf einem anderen Blatt. Denn diejenigen, die ihn annahmen, wurden ja letztlich zu Christen jüdischen Ursprungs.

Doch vor 2000 Jahren sah der Geist der Welt weit anders aus, als 2000 Jahre später.  Und ich frage mich, wieviele Menschen gibt es heute noch, die danach verlangen aus einer physischen Sklaverei oder von „Sünden“ erlöst zu werden, die ihnen nicht einmal als solche bewusst sind?

Ich selbst befasse mich seit vielen Jahrzehnten intensivst mit dem Judentum, dem Christentum und letztlich auch einer zwar vom Judentum stammenden, jedoch völlig anders gearteten Lehre der Authentischen Kabbalah.

Und gestern Abend war ich dermassen verzweifelt über meine Unfähigkeit DIE WAHRHEIT, die hinter allem steckt, zu erkennen, dass ich letztlich meinen besten Freund Dieter fragen musste: „Bitte was lehrt die Kabbalah, was die Gedanken Gottes sind?“  Denn ich war wie vernagelt, und konnte mich daran nicht mehr erinnern.

Und Dieter sagte: „Gott möchte nichts anderes, als nur dass wir einander genauso lieben, wie wir das mit uns selbst machen. Und einander alle unsere Schwächen verzeihen, so wie wir uns das auch von unseren Mitmenschen wünschen würden“.

WARUM NUR – WARUM NUR,  FÄLLT GENAU DAS SO UNGLAUBLICH SCHWER ????