TAGEBUCH – FREITAG, 18. Oktober 2019

Eine Horrornacht ist endlich vorbei, denn ich hatte gegen 04h einen Traum, wie ein grosser Hund auf meinen Ari zuspringt und ihn schwer verletzt. Ich spürte diesen enormen Schmerz der Panik und Hilflosigkeit, der mich hat nicht mehr einschlafen lassen, und meine Angst wuchs bei der Vorstellung, dass das einmal wirklich passieren könnte.

Es muss eine Assoziation gewesen sein, als ich gestern erleben musste, dass auf der Wiese ein Border Collie aus einer Laune heraus auf den DAniel zusprang, um nach ihm zu schnappen, und dieser vor Erschrockenheit laut aufschrie. Es war nichts passiert, doch es hatte mich gedanklich weiter beschäftigt, indem ich mich fragte, was wohl in so einem Hund vorgeht, wenn er meint einen anderen attackieren zu müssen.

Da lag ich dann gute drei Stunden und versuchte das Gelernte zu praktizieren, nämlich in diese Angst hinein zu gehen. Sie nicht weghaben zu wollen, sondern sie anzuschauen und zu fragen, was sie mir sagen möchte.

Und sie sagte mir viel, sehr viel, und zeigte mir auf, wie ich mein ganzes Leben lang versucht habe, die Welt und ihre Geschehnisse nach meinen Vorstellung zurecht zu rücken, ohne auch nur einen Gedanken daran zu verschwenden, das jede Reaktion die Folge einer Aktion ist.
Und dass alle Aktionen, die ich jemals setzte ausschliesslich egobezogener Art waren.

Nach und nach wurde ich zwar ruhiger und konnte mich mit den Gedanken arrangieren, dass ich keine Chance habe auch nur irgendwas abzuwenden, was die Zukunft für mich vorgesehen hat – doch eine wirkliche Entspannung konnte ich nicht verzeichnen, die ich mir vorgestellt hätte, wenn ich bereit bin, absolut alles voll zu akzeptieren.

Doch möglicherweise hatte ich es ja nicht „wirklich“ akzeptiert, sondern es war nur ein kläglicher Versuch – keine Ahnung! Eine wirkliche Klarheit lässt mein tiefstes Inneres zwar im Kopf immer wieder zu, gedoch die dazugehörige Entspannung der Nerven und Muskeln bleibt aus.

Jetzt werde ich mal einen kleinen Spaziergang mit meinen Hunden machen, doch vermutlich nur durch die Gassen, um nicht Gefahr zu laufen, diesem Border Collie wieder zu begegnen …. seufz.

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9 Kommentare zu „TAGEBUCH – FREITAG, 18. Oktober 2019

    1. Meine zwei Zwutschkerln hätten doch keine Chance gegen einen Border Collie.
      Und wo nimmt dann augenblicklich einen Tierarzt her?
      Hier in Wien haben die meisten nur 2-3 Stunden tgl Ordination.
      Vorstellen darf ich es mir nicht, mit einem blutenden Hund erstmal nach Hause laufen zu müssen, um ihn dann ins Auto zu verfrachten um mit ihm ins Tierspital zu kommen.
      Das wäre wohl das schlimmste Erlebnis ever.

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  1. Eine schlimme Erfahrung für dich, mein Herzblatt ❤ und den Daniel mit dem fremden Hund.
    Nach meiner Erfahrung ist das gedankliche Verarbeiten von solchen Momenten leichter, als den Körper zu entspannen.
    Die Gedanken sind einfach schneller und der Körper braucht dagegen extrem viel Zeit, den Stress abzubauen und entsprechend zu reagieren.

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    1. Es war echt schlimm. Ich bekam starke Kopfschmerzen, es wurde mir übel und ich hatte Herzrasen.
      Doch ich wollte nicht davor flüchten, denn das bringt nichts.
      Da tauchten mit der Zeit noch jede Menge ähnlicher Situationen auf in meinen Erinnerungen, und ich hatte das Bedürfnis da durchzugehen.
      Es war auch eine Erleichterung zu spüren als ich mir klar machte, dass ich Geschehnisse in der Zukunft nicht beeinflussen kann, und dass ich mich mit dem, was in meinem Leben noch alles passieren wird, arrangieren muss – sprich: annehmen muss ohne wenn und aber.
      Doch Du weisst ja, wie sehr ich mir wünsche den Sinn eines Menschenleben zu erfahren, und diese Frage tauchte natürlich unentwegt auf, wenn ich zurück ging in meine Vergangenheit um festzustellen, dass ich eigentlich immer nur mit massiver Angst im Herzen leben musste. Und vermutlich das auch der Grund war, dass ich ständig an Depressionen litt…… oder aber umgekehrt – ich weiss es nicht.
      Nur „der Sinn“ des ganzen ist mir völlig unklar. 😥

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      1. Ich kann mir gut vorstellen, mein geliebtes Mausebärli ❤ , das die körperlichen Symptome daher kamen, dass du zu sehr in die Geschehnisse eingetaucht bis.
        Zumindest ist es so bei mir meistens, bei solchen Auswirkungen.
        Der Sinn des Lebens aus dem vergangenen zu ergründen dürfte nicht so einfach sein.
        Wobei es gut möglich sein könnte, dass die Überwindung der Angst im Herzen, eine der Herausforderungen ist, die uns gestellt werden.

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  2. Liebe Doris Barbara. Deine Ängste zeigen sich im Traum und du setzt dich hin und schaust darauf. Ich kann nicht schreiben, dass es mir leid tut, was du träumst. Ich finde das einfach nur wunderbar, wie mutig du bist und nicht davonläufst, sondern dich langsam selbst erforschst. Ich wünsche dir ein ganz schönes Wochenende und sende liebe Grüße nach Österreich :-).

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    1. Liebe Monika, nein es ist wirklich nicht leicht sich ins tiefste Innerste vorzuwagen, denn da kommen auch Dinge zum Vorschein, die ich z.B. unentwegt bei anderen verurteile, weil ich meine, dass sowas nicht im Herzen von „Menschen“ zu finden sein hat.
      Welch ein Hochmut !!!!
      Ich wurde und werde vermutlich noch von Monat zu Monat immer „kleiner“ in meinem Selbstwert, weil es mir nur schwer gelingt zu akzeptieren, dass ich alles andere als „wertvoll“ bin.
      Doch ich denke, dass es vermutlich erst „bergauf“ gehen wird, wenn ich alle meine Schwächen, und derer gibt es sehr viele, „demütig akzeptieren“.
      Akzeptiere, dass da eben nicht mehr ist, was mich „auszeichnet“, und letztlich meinen Seelenfrieden finde im Anerkennen, dass mich gar nichts auszeichnet.
      So meine ich, dass es funktionieren könnte.
      Doch ob ich dies allerdings noch erleben werde, das steht in den Sternen. Wenn nicht, dann denke ich, dass es eine gute Grundlage sein wird fürs nächste Leben.
      Auch Dir ein schönes Wochenende ❤

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      1. Liebe Doris Barbara, ich versuche zu verstehen, was du hier schreibst. Da ist jemand sehr streng mit sich selbst, so empfinde ich es. Natürlich weiß ich nicht, was alles in deinem Leben passiert ist aber ich denke, dass die Vergangenheit keine Rolle spielt. Was hier ist, scheint mir viel wichtiger und das hast du ja auch schon geschrieben: es geht um Akzeptanz. Wenn die Vergangenheit wichtig ist, dann nur insofern, dass sie dich zu diesem Punkt, an dem du dich jetzt befindest, gebracht hat. Damit kann man dann wunderbar arbeiten :-). Liebe Grüße an Dich, Monika

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