GEDANKENSPLITTER – VERSTÄNDNIS

Das Wort „Verständnis“ alleine mag eher nichtssagend klingen, und doch beherbergt es so viel mehr.
So viel mehr, was ein verbittertes Herz mit einem Schlag heilen könnte, würde es damit konfrontiert werden.
Überhaupt nicht leicht zu verbalisieren, was ich eigentlich wirklich ausdrücken möchte.
Ich kenne noch aus früherer Zeit, aus den Erzählungen eines lieben Freundes, einen anderen Ausdruck dafür. Er nannte dieses so wundervolle Gefühl: „auf den anderen eingehen“.
Er erzählte von seiner geschiedenen Frau, an der er immer noch sehr hing, als wir einander begegneten, und seinen mächtigsten Schmerz verbalisierte er mit: „sie ist niemals auf mich eingegangen“.
„Was meinst Du denn damit?“ fragte ich zurück, und seine Antwort habe ich nie vergessen, weil sie mich so sehr beeindruckt hatte.
Er sagte: „Sie hat kein einziges Mal in unserer 12jährigen Ehe gefragt, ob ich glücklich bin. Kein einziges Mal gefragt, wenn ich abends heim kam „gehts Dir gut?“.

Und jetzt weiss ich, dass es eigentlich nichts wichtigeres gibt in einer Beziehung als eine ehrlich gemeinte Frage: „wie fühlst Du Dich“ oder „kann ich etwas für Dich tun“.

Und wenn eine solche Frage wirklich ehrlich gemeint ist, dann kann es auch nicht passieren, denke ich, dass man die Antwort des anderen irgendwie persönlich nimmt.
Dass man sie in keiner Beziehung zur eigenen Meinung sieht, und sie deshalb auch keinerlei Be- oder Verurteilung aussetzt.
Mit einem Wort, man enthält sich jeglicher eigener Meinung darüber, sondern überlegt ausschliesslich, wie man es veranlassen oder wenigstens dazu beitragen kann, diesen ausgesprochenen oder auch nicht ausgesprochenen, jedoch erkannten Wunsch des anderen zu erfüllen.

Ich würde jetzt, aufgrund meiner eigenen Erfahrung meinen, dass er es ihr einfach nicht Wert gewesen war. Dass es vermutlich eben nur eine ganz „normale“ Wischiwaschi-Beziehung war, wie es sie zu hunderttausenden gibt.

Nichts weiter also als ein Armutszeugnis zwischen Menschen, von denen mindestens einer nicht oder noch nicht erfahren hatte, dass wahre Liebe alle Wunden heilt.

GEDANKENSPLITTER -EMPATHIE ….

Laut Wikipedia: Empathie bezeichnet die Fähigkeit und Bereitschaft, Empfindungen, Emotionen, Gedanken, Motive und Persönlichkeitsmerkmale einer anderen Person zu erkennen, zu verstehen und nachzuempfinden. Ein damit korrespondierender allgemeinsprachlicher Begriff ist Einfühlungsvermögen.

Welch wunderbare Erklärung – und doch die gleichzeitige Erkenntnis, dass es nur sehr wenige Menschen gibt, die dies imstande sind zu praktizieren.
Und es deshalb überaus wichtig ist zu erkennen, egal wie oft jemand auch sagt „ich liebe Dich“ – wenns drauf ankommt, steht man immer alleine da.

Doch

TAGEBUCH – 30. Jänner 2020

Immer noch leicht traumatisiert von den seelisch-geistigen Ereignissen des letzten Wochenendes, wo mich eine schwere Depression überfiel, die mir ein klares Denken unmöglich machte, und mich über mehrere Stunden hin dermassen im Griff hatte, dass ich mich ernsthaft mit Suizidgedanken befasste, wachte ich heute morgen mit starken Kopf- und Gliederschmerzen auf, die sich erst einigermassen beruhigten, nachdem ich 3 Cannabistropfen unter der Zunge zergehen liess.

Mein erster Gedanke war das gestrige Internetproblem, wo ich über eine Stunde auf eine Verbindung warten musste, und nicht klären konnte, woran das gelegen hatte.

Also schaltete ich mit klopfendem Herzen den Router ein, der leider, genauso wie gestern, nicht die geringste Lust zeigte sich mit dem Internet zu verbinden.

Ein Anruf bei meinem Nachbarn und Freund brachte mir die Info den Router zu tauschen. Also steckte ich alles ab, und fuhr damit in den A1-Telekom-Shop im Center.
Dort musste ich jedoch erfahren, dass diese dafür nicht zuständig wären, sondern ich erst einmal telefonischen Kontakt mit der Störungsstelle von A1 aufzunehmen hätte.

Meine letzte Erfahrung vor etwa 2 Wochen, als ich Informationen über einen telefonischen Festnetzanschluss benötigte, endete katastrophal. Ich hing 35 Minuten in der Warteschleife, um nach dem Melden von A1 aus der Leitung zu fliegen. Ein weiterer Versuch endete damit, dass ich nach etwa 20 Minuten eine Verbindung bekam, doch meine Fragen nicht beantwortet werden konnten, weil dem Mann dort die nötigen Kenntnisse fehlten.

Mit entsprechenden Magenkrämpfen hing ich also wiedermal in der Warteschleife von A1, wo sich nach 23 Minuten eine sehr freundliche junge Dame meldete, der es gelang zu erkennen, dass die WLAN-Box, die zwischen Router und Steckdose liegt fehlerhaft wäre, und ausgetauscht werden müsse.

Sie versprach mir, dass ich diese in einigen Tagen bekommen werde, und diese nur gegen die alte austauschen müsse.

Eigentlich eine wunderbar gelöste Angelegenheit, sage ich mir ….. doch wieso fühle ich mich so dermassen hilflos allem in dieser Welt ausgeliefert?
Einer Welt ausgeliefert, von der ich aus technischer Sicht nur noch wenig verstehe, und das was ich heute verstehe, bereits morgen nicht mehr aktuell ist.

Der lustige Spruch ist also mehr als aktuell für mich: „Altwerden is nix für Weicheier“.

WER BIN ICH? – EINE GUTE FRAGE FIND ICH!

Der am 5. April 1943 verhaftete und auf den Tag genau zwei Jahre später hingerichtete evangelische Theologe Dietrich Bonhoeffer schreibt in seiner Einzelhaft in Zelle Nr. 92 – einem Raum von zwei mal drei Metern – im Juli 1944:

Wer bin ich? Sie sagen mir oft,
ich träte aus meiner Zelle
gelassen und heiter und fest
wie ein Gutsherr aus seinem Schloß.

Wer bin ich? Sie sagen mir oft,
ich spräche mit meinen Bewachern
frei und freundlich und klar,
als hätte ich zu gebieten.

Wer bin ich? Sie sagen mir auch,
ich trüge die Tage des Unglücks
gleichmütig, lächelnd und stolz,
wie einer, der Siegen gewohnt ist.

Bin ich das wirklich, was andere von mir sagen?
Oder bin ich nur das, was ich selbst von mir weiß?

Unruhig, sehnsüchtig, krank, wie ein Vogel im Käfig,
ringend nach Lebensatem, als würgte mir einer die Kehle,
hungernd nach Farben, nach Blumen, nach Vogelstimmen,
dürstend nach guten Worten, nach menschlicher Nähe,
zitternd vor Zorn über Willkür und kleinlichste Kränkung,
umgetrieben vom Warten auf große Dinge,
ohnmächtig bangend um Freunde in endloser Ferne,
müde und leer zum Beten, zum Denken, zum Schaffen,
matt und bereit, von allem Abschied zu nehmen?

Wer bin ich? Der oder jener?
Bin ich denn heute dieser und morgen ein andrer?
Bin ich beides zugleich? Vor Menschen ein Heuchler
und vor mir selbst ein verächtlich wehleidiger Schwächling?
Oder gleicht, was in mir noch ist, dem geschlagenen Heer,
das in Unordnung weicht vor schon gewonnenem Sieg?
Wer bin ich? Einsames Fragen treibt mit mir Spott.
Wer ich auch bin, Du kennst mich, Dein bin ich, o Gott!

Dietrich Bonhoeffer

Aus: Dietrich Bonhoeffer, Widerstand und Ergebung. Briefe und Aufzeichnungen aus der Haft. Herausgegeben von Eberhard Bethge, Kaiser Verlag München 1970, 381 f.

SCHEISSE – ICH DENKE DAS WARS GEWESEN

Ich fühle mich nur noch leer und sinnlos auf dieser Erde lebend – ist mir in diesem Augenblick klar.
Das einzig lebenswerte gibt es nicht mehr. Ich brauche nicht zu sagen, was ich damit meine – ich denke jeder weiss es, der das liest.
Ich werde mich wohl an diese Tatsache anpassen müssen, und mein zukünftiges Leben genauso führen, wie alle anderen es tun.
Alleine, und ohne auch nur noch einen Gedanken daran zu verschwenden, ob ich vielleicht irgend etwas für einen anderen tun, vielleicht mit ein bisschen Geld oder Aufmerksamkeit einen anderen glücklich machen könnte.
Bislang waren das immer meine Gedanken gewesen.
Habe ich von irgend einem Mangel oder einer Not bei anderen gehört, dann war meine erste Überlegung: „wie könnte ich hier helfen?“.
Doch solche Überlegungen, geschweige denn die Taten selbst haben keinen wahren Wert mehr.
Sie werden zwar angenommen, doch es löst nichts aus im anderen.
Die Liebe und Fürsorge, die dahinter steckt, wird nicht mehr zur Kenntnis genommen.
Sie löste keinerlei Gefühle mehr aus, die Nahrung für die eigene Seele wären.
Und ohne Nahrung kann keine Seele existieren – keine neue Motivation entwickeln, im helfenden Sinne weiter zu machen.

Heute kamen mir Deine Empfindungen in den Sinn, meine liebe Monika, als Du drei Tage lang mit Schmerzen verbringen musstest, doch keiner Dich scheinbar „bemerkt“ hatte.
Damals dachte ich mir: „na sie hätte doch etwas sagen „müssen“.
Doch heute weiss ich, dass es um etwas ganz anderes geht im Leben. Nämlich um die Aufmerksamkeit, die vom anderen kommt, ohne dass man auf sich aufmerksam macht.
Dieses Spüren, dass man dem anderen wichtig ist! Dass man einen Wert darstellt, der im anderen die gewünschte Aufmerksamkeit gebiert. Von alleine, quasi…ohne eigenes Zutun.

Doch das scheint in dieser Welt, für sehr viele Menschen verloren gegangen zu sein.

Es scheint kein „ich brauche Dich“ mehr zu geben.

Nun gut, dann sei es eben so.

Glücklich ist, wer vergisst, was doch nicht zu ändern ist !!!! hat wohl schon vor langer Zeit jemand anders ebenfalls erkannt.

ERINNERUNGEN UND FRAGEN….SO VIELE FRAGEN ….

Ein weiser Mann sagte einmal zu mir: „Man begegnet im Leben vielen, sehr vielen Menschen, von denen man die meisten sofort wieder vergisst. Doch wenn man Glück hat, dann begegnet man auch Menschen, die man nie mehr vergisst“.

Damals war ich 30 und er war 60, und ich hatte diese Erfahrung noch nicht gemacht gehabt, und konnte diese Aussage auch nicht nachvollziehen.
Er ist nicht mehr am Leben, um dass ich ihm sagen könnte: „Du Bobi, ich hatte wirklich dieses Glück, sogar zwei solcher Menschen begegnen zu dürfen. Einer davon warst Du, und der Zweite ist der Mann, auf den ich mein ganzes Leben lang gewartet hatte. Doch als ich ihm begegnete, sagte das Schicksal „sorry, es ist zu spät für Euch“.

Ich weiss, dass Du mehr, viel mehr wusstest, als die meisten anderen Menschen. Und ich sehe Deine wissenden stahlblauen Augen jetzt vor mir, die mich ernst ansehen auf meine Frage: “ Wieso kann es keine Barmherzigkeit geben in dieser Welt? „Wieso ist das so Bobi?“

Heute ist wieder ein Tag, wo es ganz besonders weh tut erkennen zu müssen, dass wir Menschen „OFFENSICHTLICH“ nichts, absolut nichts wirklich ändern können in unserem Leben. Es läuft genauso ab, wie es für jeden einzelnen von uns vorbestimmt ist.
Alles Hoffen und Wünschen und Sehnen ist lediglich kräfteraubend, doch „SCHEINT“ letztlich völlig sinnlos.
Nur dass wir das erst erkennen, wenn wir am Ende unserer Tage angekommen „zu sein scheinen“; weil wir uns gefügt, weil wir resigniert haben.

Und hier frage ich mich: „und wo bitte liegt hier der Sinn? Wo liegt hier die Wahrheit, nach der doch so viele Menschen suchen – mich eingeschlossen?
Im Verzicht? Im Leiden? In der Überwindung des Physischen?
Werden wir Menschen in diese Welt gerotzt, in einem materiellen Körper, um diesen zu überwinden?“

ABER was wäre denn, wenn wir endlich den Mut fassen würden, unsere Angst zu überwinden?
Was wäre, wenn wir alle destruktiven Gedanken überwinden, und nur dem Weg unseres Herzens folgen würden?
Was wäre, wenn wir den Mut aufbrächten, alle Schranken zu durchbrechen, und dem Weg folgen würden, von dem alle weisen Menschen sprechen – dem Weg DER LIEBE?

Was wäre, wenn wir uns fragen würden: „Wurden wir so dermassen beschenkt, dass es da jemanden gibt, den wir ehrlichen Herzens lieben? Und wenn wir diese Frage mit einem eindeutigen „JA“ beantworten können, uns dann ohne Angst und Sorge dazu bekennen?

JA, WAS WÄRE WENN WIR DIESEN MUT AUFBRÄCHTEN????

Hätten wir dann nicht den einzig wahren Sinn unseres Lebens erfüllt???

UND NUN EINE BESONDERE FRAGE AN EINEN BESONDEREN MENSCHEN (to whom it concerns!)

„Bist Du sooooo sicher, dass es nicht an Deinem fehlenden Mut liegt, dass Du seit hunderten von Jahren immer den selben Auftrag bekommst, in dieser Welt? Und dass der Auftrag nicht lautet, mich in Deine Angst hinein zu ziehen, sondern Dich selbst endlich von dieser Angst zu befreien?“
THINK IT OVER, MY LOVE

PS: Ein Leben unter der Brücke, doch in Deinen Armen, scheint für mich mehr wärmeschenkend und damit lebenswerter, als ein Leben in Luxus, doch ohne Deine wärmende Nähe.

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