TAGEBUCH – FREITAG, 10. Jänner 2020

Eben erfuhr ich vom Ehemann meiner Freundin, dass die Operation zwar gut verlaufen, und auch alles entfernt werden konnte, doch nun auch die Diagnose feststeht: GLIOBLASTOM. „Der Hirntumor, gegen den kein Kraut gewachsen ist“ im Ärztejargon ausgedrückt.
Und das Rezidiv sich innerhalb von 6-9 Monaten bilden und seine Ausläufer alle umliegenden Gehirnregionen zerstören wird.
Und der Einsatz von Chemotherapie lediglich eine Lebensverlängerung von den max. 9 auf max. 15 Monate bedeutet.
Und das natürlich jeder für sich selbst entscheiden muss, ob er sich eine Chemo antun will, wo Erbrechen und extreme Müdigkeit die Nebenwirkungen sind.

Mein Mann fragte mich eben: „und wie fühlst DU Dich?“ und ich musste ehrlich sagen: „ich weiss es nicht“. Denn seltsamerweise fühlt sich alles in mir irgendwie „taub“ an …. so als ob es sich nicht um meine Freundin handeln würde, sondern um jemanden, den ich gar nicht kenne.

Heisst das, dass ich herzlos bin? oder gleichgültig? frage ich mich eben. Denn mich als „coolen Typen“ zu bezeichnen, wäre mMn ein Kompliment, das nur leider so überhaupt nicht zu mir passt.

Das Einzige, was ich im Augenblick denke ist, dass „Gott“ noch niemals irgend jemanden wirklich in seine Karten schauen liess. Und wir letztlich allesamt nur akzeptieren können, dass wir selbst keinerlei Einfluss darauf haben, wie sich ein Tumor dann letztlich wirklich entwickeln wird.

Lukas 12.25 Und wenn ihr euch noch so viel sorgt, könnt ihr damit euer Leben auch nur um einen einzigen Augenblick verlängern? 26 Wenn ihr aber euer Leben nicht einmal um eine Sekunde verlängern könnt, was sorgt ihr euch um all die anderen Dinge?

Welch weise Überlegung, Jesus Christus!!! Wer immer Du auch warst!

Ich wünsche allen meinen Lesern ein herzliches Schabbat Schalom, und möget Ihr alle die Kraft finden, Euch um nichts mehr zu sorgen, sondern vertrauensvoll zu glauben, dass alles perfekt ist, genauso wie es ist – im Hier und im Jetzt.

6 Antworten auf „TAGEBUCH – FREITAG, 10. Jänner 2020

  1. Ich denke auch, mein gelibetes süßes Mausebärli ❤ , da kann man nur auf Gott vertrauen und schauen wie es wird.
    Es kann so schnell gehen, aber auch noch einige Jahre länger … zumindest hört man immer wieder davon.
    Schabbat Schalom ❤ ❤ ❤

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    1. Diese innere Taubheit scheint doch nur eine Art Betäubung gewesen zu sein, denn langsam aber sicher legt sich eine spürbare Traurigkeit um meine Seele, die die Ernsthaftigkeit dieser Situation endlich erkannt zu haben scheint, und der alles ganz und gar nicht gleichgültig zu sein scheint.
      Genauso wie sie leidet, welch entsetzliches Schicksal den Tieren im australischen Urwald beschert ist.
      Es tut soooo scheissweh, wenn ich ehrlich bin, dass ich immer wieder mit der Nase darauf gestossen werde, dass alle Erzählungen vom lieben Gott, der seine Geschöpfe über alles liebt, nur Lug und Trug ist. 😥

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      1. Vielleicht nicht nur Lug und Trug, sondern oftmals einfach die Versuche einer Erklärung für eine spirituelle Entität, die einfach nicht in menschliche Worte zu fassen ist, mein geliebtes Häschen ❤
        Ich könnte mir auch gut vorstellen, dass es religiöse Fanatiker gibt, die die Feuerkatastrophe in Australien als Gottes Zeichen deuten und einen nahen Untergang vorhersagen.
        Aber für mich sind das meistens, nur welche, die damit ihre eigenen Geldbeutel füllen wollen.
        Deine innere seelische Traurigkeit zeigt doch, dass es dir sowohl das Wissen um die Krankheit deiner Freundin als auch die armen Tiere in Australien Kummer bereitet.

        Liken

    2. Ja natürlich macht man es sich leicht andere für die eigene Unfähigkeit, dieses Leben zu bewältigen, verantwortlich zu machen.
      Vermutlich liegt es ganz alleine in meiner Seele verankert, daran zu glauben, dass wir die „Kinder“ des Schöpfers dieses Universums sind, und dass ER auf uns aufpassen „muss“.
      Es war einfach schön zu glauben, dass es so sein könnte, was mir in Laufe dieses Jahres eben genommen wurde 😥
      Was bleibt also noch, dazu zu sagen? C’est la vie, ich werd’s überleben?“
      Eben nicht, denn niemand überlebt dieses Leben. Also bleibt allein: C’EST LA VIE
      Hmm, und was heisst auf französisch Scheisse??? 😳

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