GEDANKENSPLITTER – ERWARTUNGEN

Keine Ahnung woher diese Vorstellung kam, die ich von Jugend an in meinem Kopf hatte, dass sich in dieser Welt zwei Menschen finden könnten, die füreinander bestimmt sind?
Die sich nur miteinander glücklich und geborgen fühlen, und niemals auch nur einen einzigen Gedanken daran verschwenden, sich jemals zu trennen.
Zwei Menschen die einander voll und ganz genügen, und die nur den einen Wunsch im Herzen haben, für den anderen zu sorgen, und für ihn da zu sein.
Da zu sein egal was kommen mag, gleich siamesischen Zwillingen, die einfach gar nicht anders können.
Vermutlich waren es die amerikanischen Filme aus den 50ern, die mit ihren Stories von den grossen Gefühlen ihr Geld machten, weil die Menschen – hmmm? vermutlich mehr die Frauen – nur allzu gerne daran geglaubt haben, eine Chance zu haben, auch eine dieser Glücklichen zu sein, die bedingungslos lieben und wieder geliebt werden.
Aber wie gesagt, keine Ahnung!
So wie ich letztlich das Leben und die Menschen kennen gelernt habe, ging „der Liebe“ immer die Not voraus.
Menschen mussten Not haben, die so gross war, dass sie einander BRAUCHTEN.
Menschen, die einander brauchten, blieben zwangsläufig zusammen, denn das Risiko gingen sie nicht ein, plötzlich alleine dazustehen, und ihre Existenz damit zu gefährden.
Sie MUSSTEN zusammen halten und aus dieser intensiven Nähe heraus entstand letztlich das Gefühl „der Liebe“.
Dass es vielmehr ein „ich brauche Dich“ war, haben die wenigsten erkannt, denke ich.
Dennoch konnte dieses „ich brauche Dich“ schöne Gefühle hervor rufen, die für viele lebenswert waren, und ihr Grundbedürfnis nach menschlicher Wärme und Geborgenheit erfüllten.
Nur dass es heute kein „ich brauche Dich“ mehr gibt.
Der Lebensstandard ist so hoch geworden, dass ein einzelner Mensch ohne Probleme für sich selbst sorgen, und sich damit auch selbst genügen kann.
Wir Menschen brauchen einander nicht mehr, und das ist sehr schade, finde ich.
Denn damit haben wir das einzig lebenswerte verloren – MENSCHLICHE NÄHE.