WELCH EIN BEEINDRUCKENDER TEXT

Wenn ich nicht wüsste, dass Daliah Lavi mit 45 Jahren jahrelang in Miami die Kabbalahakademie besucht hat, dann würde ich mich jetzt fragen, wie sie das alles so sagen kann. R.I.P. Daliah

Warum soll mein letztes Lied
Denn traurig sein
Jeder Abschied ist ein Anfang
Verlassen ein Befrei’n
Mein letztes Lied
Besingt den Frieden
Und die Liebe, die nichts will
Ganz tief, ganz ehrlich, ganz still
Was noch zu sagen sei
Bevor wir auseinander geh’n
Lässt sich schwer in Worte fassen
Und ist doch einfach zu versteh’n
Ich bin voll Dankbarkeit,
Was ich hier fand verlier‘ ich nich
Und wenn ich geh’n muss, dann geh‘ ich
Mit einem lächelnden Gesicht
Warum soll mein letztes Lied
Denn traurig sein
Jeder Abschied ist ein Anfang
Jedes Verlassen ein Befrei’n
Mein letztes Lied
Besingt den Frieden
Und die Liebe, die nichts will
Ganz tief, ganz ehrlich, ganz still
Mein Herz ein Segelboot
Das sich auf wilden Wellen wiegt
Ich habe aufgehört zu kämpfen
Darum werd‘ ich nicht besiegt
Ich bin noch nicht am Ziel
Doch ich beginne zu versteh’n
So wie es ist, so ist es gut
Auch wenn wir den Sinn nicht sehen
Warum soll mein letztes Lied
Denn traurig sein
Jeder Abschied ist ein Anfang
Verlassen ein Befrei’n
Mein letztes Lied
Besingt den Frieden
Und die Liebe, die nichts will
Ganz tief, ganz ehrlich, ganz still
Jedes Leben ist ein Fluss
Der seinen Lauf erst finden muss
Das ist so schwer, ja doch am Ende
fliessen alle Flüsse in’s Meer
Warum soll mein letztes Lied
Denn traurig sein
Jeder Abschied ist ein Anfang
Verlassen ein Befrei’n
Mein letztes Lied
Besingt den Frieden
Und die Liebe, die nichts will
Ganz tief, ganz ehrlich, ganz still
Warum soll mein letztes Lied
Denn traurig sein

GEDANKENSPLITTER – SICH TRAUEN

Einfach wird es nicht, denke ich mir eben, zu verbalisieren, was da eben durch meinen Kopf geht.
Doch es handelt sich um das Thema: „sich trauen“.
Also nicht lange nachzudenken, welchen Eindruck man bei anderen hinterlässt, sondern sich einfach zu trauen, das zu tun, was man sich wünscht.

Da sind natürlich viele Dinge damit gemeint, doch für mich persönlich wäre es z.B. dass ich mich einfach traue, in einen Club zu gehen, wo es Veranstaltungen gibt, die mich interessieren – OHNE vorher zu überlegen, ob ich dort überhaupt willkommen wäre.

Ja, ein wirklich grosses Thema für mich, wenn ich ehrlich bin. Weil es einen grossen Teil meiner Interessen betrifft, die ich viel besser ausleben könnte, wenn ich nicht immer diese Scheu hätte, mich zu trauen, einfach hinzugehen.

Doch noch ein weitere Punkt ist da in meinem Leben. Und das betrifft einige Menschen, die ich irgendwann einmal kennen gelernt und wieder aus den Augen verloren hatte.
Immer wieder denke ich an sie, und frage mich, wie es ihnen jetzt wohl geht?

Einer ist da allerdings dabei, der war vor gut zehn Jahren mein Couch; also mein Psychotherapeut, der mich fast zwei Jahre lang betreute, bevor ich meinte, dass ich jetzt eigentlich austherapiert wäre, und die „Beziehung“ beendete.
Obwohl wir eine wirklich gute Beziehung zueinander hatten, in der es – so schien es mir – manchmal sogar ein bisschen „geknistert“ hatte.

Und jetzt fiel mir auf, dass ich mich immer wieder frage, wie geht es ihm eigentlich? Was ist aus ihm geworden? Damals war seine Ehe in Brüche gegangen, erinnere ich mich. Doch keine Ahnung wieso und ob es weiterhin zu einer beruflichen Gemeinsamkeit geblieben ist, denn sie war ebenfalls Psychologin gewesen.

Doch genau das ist das Thema, was mich heute beschäftigt. Wieso frage ich mich nur solches, anstatt ihm z.B. einfach eine Mail zu schreiben, um ihn selbst zu fragen?
Eine Mail zu schicken, mit der Frage: „Hey Du, sag mal, wie geht es Dir eigentlich? Hast Du gefunden, was Du gesucht hast? Bist Du glücklich, Karli?“

Und ich habe zum ersten Mal diese Angst überwunden, dass der sich jetzt fragen könnte, wie ich dazu komme, ihm so eine Frage zu stellen. Sondern ich habs einfach gemacht! Ich habe diese Mail losgeschickt und ihm genau diese Frage gestellt: „Sag mir bitte mein Freund, hast Du Dein Glück gefunden?“

Welche Antwort bzw. ob ich überhaupt eine Antwort bekommen werde – na man wird sehen…. doch ich habe mich getraut!

Und ich werde mich auch zukünftig trauen einfach zu einer genannten Adresse hinzugehen, wo Veranstaltungen meines Interesses stattfinden, ohne zu überlegen, ob ich dort überhaupt willkommen bin.

Ja, ich werde mich das trauen.

EINE NEUE WELT ERSCHAFFEN ….

….könnte sowas möglich sein? frage ich mich heute zum zweiten Mal. Denn ich erinnere mich, dass ich diese Gedanken schon einmal hatte.
Keine Ahnung wieso ich sie nicht weiter verfolgt habe.
Vermutlich fand gleichzeitig ein anderes Ereignis statt, das mich wieder hinaus in die Welt trieb.
Solche Gedanken sind hypersensibel, konnte ich ebenso schon einmal feststellen. Wenn man sie, vorallem zu anfangs, wieder aus dem Kopf lässt, verschwinden sie wieder.

Meine Gedanken drehen sich um die Überlegung, ob es möglich wäre eine negative Gedankenwelt in eine positive zu verwandeln – und das augenblicklich?
Quasi working on the job.
Und zwar indem man es sich zur Aufgabe macht, für alles sofort eine positive Erklärung zu finden.

Zum Beispiel: Ich werde mit einem Menschen konfrontiert, der sich nicht benehmen kann – egal wie sich das ausdrückt. Bislang kam augenblicklich der Gedanke: „was für ein Ungustl. Hoffentlich haut ihm bald einer eins in die Fresse“ oder sonstwas Ungutes.

Wenn ich jetzt also genauso augenblicklich ganz bewusst das genaue Gegenteil in mein Denken aufnehmen würde, wie z.B. „Das ist sicher ein ganz Lieber. Hat vermutlich heute nur einen Scheisstag gehabt. Passiert jedem mal.“

Aber auch Gedanken wie ich sie heute beim Nachhausekommen hatte, nachdem ich gut zwei Stunden im Einkaufscenter Massen an Lebensmittel, Bücher, Kosmetika und Hundefutter kaufen, schleppen, in den Wagen räumen, aus dem Wagen räumen, ins Haus schleppen und einräumen musste, und die Hunde mir andauernd zwischen den Beinen herumliefen – die lauteten: „Ich kann nicht mehr, das halte ich nicht mehr aus. Und wenn sich die Hunde nicht gleich verpissen, dann tret ich sie in den Arsch“.

Ich hatte es sofort ausprobiert und polte augenblicklich um in: „Wow, war eine Spitzenleistung jetzt, das alles zu erledigen. Wie schön, dass wieder alles aufgefüllt ist. Und wie lieb von den Hunden, dass sie nachschauen kommen, ob ich was für sie mitgebracht habe“.

Es funktionierte !!!!

Da ist soooo viel Potential drinnen, überlege ich mir eben. Man könnte ja auch noch alles, was man so den ganzen Tag über treibt, mit positiven Worten „segnen“.
Hmmm – das Wort „segnen“ fiel mir grade eben ein – passt irgendwie, finde ich!

Habe eben meinen Hund aus dem Garten herein geholt und überlegt, wie ich dieses Tun interpretieren könnte. Und es fiel mir ein: „wie lieb von ihm, dass er sein Geschäft draussen macht“.

Da kommen viele gute Gedanken zusammen, wenn man ernsthaft drüber nachdenkt wie z.B. „Was habe ich für ein Glück, dass der Sturm Sabine bei mir keinen Schaden angerichtet hat“ oder „was für einen grossartig milden Winter wir doch heuer hatten. Nicht ein einziges Mal musste ich den Frost von den Scheiben kratzen“.
oder „Wie schön, dass die Sonne scheint. Da dürfen sich die Vögel bereits in ihr erwärmen, als kleinen Ausgleich für die kalten Nächte“.

Jeder Mensch, denke ich mir eben, braucht doch eine Aufgabe. Vorallem jene Menschen, deren Gehirn noch bestens funktioniert, die dieses aber nicht mehr voll einsetzen können, weil sie bereits in Pension sind – wie ich z.B.

Na jetzt hätte ich doch eine Aufgabe mir zu zeigen, was mir alles an positiven Überlegungen, im Laufe eines langen Tages einfällt.

So wie es glücklich macht, denke ich mir eben, sich neu zu verlieben, also eine neue Perspektive für die Zukunft zu haben, so müsste sich doch im mentalen Bereich genauso etwas freudvoll ändern lassen, wenn man es sich zur Aufgabe macht, für alles Traurige sofort Trostvolles, und für alles Unglückliche etwas Glückliches, und für alles Ärgerliche etwas Aufbauendes zu finden.

Hmmm …..

GESPRÄCH ZWISCHEN SEELE UND EGO

Seele: Du bist so traurig, was ist los?
Ego: Bin so gekränkt.

Seele: Wieso das denn?
Ego: Ist einfach nichts so wie ich es mir vorstelle.

Seele: Und was meinst Du konkret?
Ego: Da ist jemand, der mir sooo viel bedeutet. Ich wünschte, ich würde für ihn genauso viel sein.

Seele: Wieso meinst Du, dass dem nicht so ist?
Ego: Seine Reaktionen auf meine Wünsche und Vorstellungen passen nicht.

Seele: Du meinst er funktioniert nicht so wie Du das gerne hättest? Passt sich nicht Deinen Träumen und Vorstellungen an?
Ego: So ist es.

Seele: Und Du? Passt Du Dich seinen Vorstellungen an?
Ego: Wenn er die selben hätte wie ich, dann natürlich. Dann liefe ja alles perfekt.

Seele: Aber Menschen sind niemals gleich in ihren Wünschen und Vorstellungen. Hier spielen unglaublich viele Faktoren eine Rolle. Angefangen von ihrem finanziellen Status, über ihre Gesundheit bis hin zu all dem bisher Erlebten. Hier müssen nicht nur immer wieder Konzessionen geschlossen werden, sondern auch die Bereitschaft zu vergeben.
Ego: Du redest Dir aber sehr leicht. Was mach ich denn, wenn ich mich gekränkt fühle? Wenn ich meine, dass ich ihm viel zu wenig bedeute?

Seele: Du fragst ihn danach. Du sagst ihm was genau Dich so kränkt, und hörst Dir an, was er dazu meint.
Ego: Haben wir schon so oft gemacht, und es schien dann auch immer irgendwie alles verständlich für mich. Doch leider eben nur irgendwie. Eine wirklich befriedigende Lösung für eine Gemeinsamkeit kam nie zustande.

Seele: Deshalb nicht, weil er es gar nicht möchte, oder weil es die Umstände nicht ermöglichen?
Ego: Hmm … ich denke letzteres.

Seele: Und Du meinst nicht, dass man widrige Umstände, die nicht zu ändern sind, eben nur akzeptieren muss? Als undurchführbar erkennen und abhaken muss?
Ego: Okay, das wird wohl so sein. Doch irgendwie würde ich mir dann wünschen, dass er wenigstens das sagt, was ich gerne hören möchte. Mir das Gefühl gibt, dass er mich versteht. Dass er auf mich eingeht, wenns mir schlecht geht !!!

Seele: Tut er das nicht?
Ego: Als ich ihn vor zwei Wochen so dringend gebraucht hatte, als mich die stärksten Depressionen, die ich jemals hatte, überfielen, war er nicht da. Er hatte mich überhaupt nicht ernst genommen, so schien es mir. Meine Not ist an ihm abgeprallt. Und seither glaube ich nicht mehr an seine Beteuerung von grosser Liebe. Ich glaube nicht mehr daran, dass er mich ehrlichen Herzens liebt, denn sonst hätte er doch ganz anders reagiert.

Seele: Und Du meinst, dass er auch wirklich erkannt hatte, wie gross Deine Not war? Dass er erkennen konnte, dass es sich diesesmal um eine ganz aussergewöhnliche Situation gehandelt hat?
Ego: Ich denke ja, denn ich sagte ihm, dass ich mich bereits in mein Zimmer zurück gezogen hatte, und die Schlaftabletten bereits neben mir lagen. Ich sagte ihm, dass ich so nicht weiterleben könnte, wenn sich diese tiefe Dunkelheit in meinem Kopf nicht wieder lichtet.

Seele: Und dass es ihm vielleicht selbst so schlecht ging, und deshalb seine Aufmerksamkeit so weit eingeschränkt war, dass er meinte, es handle sich wieder nur um eine Deiner typischen Schübe, die Du, wie ihm bereits seit Jahren bekannt ist, lieber mit Dir alleine ausmachst???
Ego: Ja natürlich kann es auch so gewesen sein …seufz….. ich weiss, dass ICH mir selbst mein Leben so schwer mache. Und dass alles viel leichter wäre, wenn ich mich selbst im Griff hätte.
Und ich lerne auch schon seit Jahren mich selbst zu bewältigen. Doch nichts scheint schwerer zu sein auf dieser Welt, als sich selbst zu begreifen, und noch viel schwerer, sich selbst zu überwinden.