GEDANKENSPLITTER – SICH TRAUEN

Einfach wird es nicht, denke ich mir eben, zu verbalisieren, was da eben durch meinen Kopf geht.
Doch es handelt sich um das Thema: „sich trauen“.
Also nicht lange nachzudenken, welchen Eindruck man bei anderen hinterlässt, sondern sich einfach zu trauen, das zu tun, was man sich wünscht.

Da sind natürlich viele Dinge damit gemeint, doch für mich persönlich wäre es z.B. dass ich mich einfach traue, in einen Club zu gehen, wo es Veranstaltungen gibt, die mich interessieren – OHNE vorher zu überlegen, ob ich dort überhaupt willkommen wäre.

Ja, ein wirklich grosses Thema für mich, wenn ich ehrlich bin. Weil es einen grossen Teil meiner Interessen betrifft, die ich viel besser ausleben könnte, wenn ich nicht immer diese Scheu hätte, mich zu trauen, einfach hinzugehen.

Doch noch ein weitere Punkt ist da in meinem Leben. Und das betrifft einige Menschen, die ich irgendwann einmal kennen gelernt und wieder aus den Augen verloren hatte.
Immer wieder denke ich an sie, und frage mich, wie es ihnen jetzt wohl geht?

Einer ist da allerdings dabei, der war vor gut zehn Jahren mein Couch; also mein Psychotherapeut, der mich fast zwei Jahre lang betreute, bevor ich meinte, dass ich jetzt eigentlich austherapiert wäre, und die „Beziehung“ beendete.
Obwohl wir eine wirklich gute Beziehung zueinander hatten, in der es – so schien es mir – manchmal sogar ein bisschen „geknistert“ hatte.

Und jetzt fiel mir auf, dass ich mich immer wieder frage, wie geht es ihm eigentlich? Was ist aus ihm geworden? Damals war seine Ehe in Brüche gegangen, erinnere ich mich. Doch keine Ahnung wieso und ob es weiterhin zu einer beruflichen Gemeinsamkeit geblieben ist, denn sie war ebenfalls Psychologin gewesen.

Doch genau das ist das Thema, was mich heute beschäftigt. Wieso frage ich mich nur solches, anstatt ihm z.B. einfach eine Mail zu schreiben, um ihn selbst zu fragen?
Eine Mail zu schicken, mit der Frage: „Hey Du, sag mal, wie geht es Dir eigentlich? Hast Du gefunden, was Du gesucht hast? Bist Du glücklich, Karli?“

Und ich habe zum ersten Mal diese Angst überwunden, dass der sich jetzt fragen könnte, wie ich dazu komme, ihm so eine Frage zu stellen. Sondern ich habs einfach gemacht! Ich habe diese Mail losgeschickt und ihm genau diese Frage gestellt: „Sag mir bitte mein Freund, hast Du Dein Glück gefunden?“

Welche Antwort bzw. ob ich überhaupt eine Antwort bekommen werde – na man wird sehen…. doch ich habe mich getraut!

Und ich werde mich auch zukünftig trauen einfach zu einer genannten Adresse hinzugehen, wo Veranstaltungen meines Interesses stattfinden, ohne zu überlegen, ob ich dort überhaupt willkommen bin.

Ja, ich werde mich das trauen.