TAGEBUCH – 29. JUNI 2020

Nach 11 Tagen wurde ich heute aus dem Krankenhaus entlassen, doch es war der absolut stressigste Tag von allen.
Denn die Voraussetzung für die Entlassung war, dass ich vorher noch die Herzecho-Untersuchung bekomme, die am Freitag nicht möglich war, weil eine Mitarbeiterin in dieser Abteilung krank geworden war, und gerade diese Abteilung heillos überlastet ist.
Also sass ich wie auf heissen Kohlen in meinem Bett, und wartete von 8h bis 11h, bis endlich jemand erschien und mich dorthin begleitete.
Wie zu erwarten, war auch diese Untersuchung o.B., was letztlich heisst, dass ich 11 Tage in einem Krankenhaus verbringen musste, einen Reveal-Ling implantiert bekam, wegen eines TIA, der etwa 45 Minuten dauerte, ohne dass man dahinter kam, wie es dazu kommen konnte.
Wieder zurück von dieser Untersuchung durfte ich dann eine weitere Stunde warten, bis mir ein 5-seitiger Arztbrief und die Rezepte über 6 Medikamente ausgefolgt wurden.
Erst nachdem ich alles eingepackt hatte, musste ich feststellen, dass ich 2 randvolle, schwere Taschen nach Hause zu schleppen hatte.
Gott sei Dank standen vorm Krankenhaus jede Menge Taxis, und obwohl wir fast schon den halben Weg gefahren waren, war es mir so, als ob ich das alles nur träume.
Ja, ich muss zugeben, dass ich in den ersten 5 Tagen, als ich unentwegt an Schläuchen und Geräten hing, nicht wirklich sicher war, jemals wieder nach Hause zu kommen.
Denn man hatte mich darauf vorbereitet, dass innerhalb von 10 Tagen nach einem TIA oft ein weit heftiger Schlaganfall nachkommt.
Ich hatte mir den Tag, wenn ich das Krankenhaus verlassen darf, so wundervoll ausgemalt. War sicher, dass ich total erleichtert und überglücklich sein werde.
Doch nichts davon war real, denn ich hatte den noch immer tief sitzenden Schock nicht bedacht, soetwas überhaupt erleben zu müssen.
Doch ganz freudlos blieb der Tag doch nicht, denn zu Hause angekommen, durfte ich feststellen, dass ich 5 kg weniger auf die Waage brachte.
Von 73kg auf 68.5kg hatte ich es von Jänner an bereits gebracht, und das Mindestziel war unter 65kg zu kommen.
Nun jetzt sind es 63.5 kg und darüber kann ich mich ehrlichen Herzens freuen.
Habe allerdings jetzt schon ein neues Ziel – der Fünfer soll wieder vorne stehen.
Und wenns nur 59.5kg sind.
Allerdings mit der starken Hoffnung, dass ich dazu nicht wieder einen Krankenhausaufenthalt benötige. 😆

TAGEBUCH – FREITAG, 26. JUNI 2020

Seit 9 Tagen bin ich jetzt schon im Krankenhaus, und seit 3 Tagen aus der Intensivstation.
Denn am Donnerstag den 18. Juni gegen 15h erlitt ich einen Schlaganfall, der sowohl für mich, und auch aufgrund aller bisher gemachten Untersuchungen, die alle o.B. waren, für die Ärzte hier ein Rätsel ist.

Ich hatte mich nach ein bisschen Gartenarbeit zum Ausruhen hingesetzt, und als ich den Deckel meines Lapis öffnen wollte, wunderte ich mich, wie schwer sich der linke Arm anheben liess.
Also versuchte ich ein paar Lockerungsübungen, doch es wurde schlimmer anstatt besser.
Und plötzlich merkte ich, dass auch mein linkes Bein schwächer wurde, und da hatte ich schon einen bösen Verdacht und versuchte hinauf in den Stock zu kommen, wo mein Mann einen Nachmittagsschlaf hielt.

Doch ich stürzte hin, als ich die Türe öffnete, was meinen Mann weckte, und ich fing an irgend was zu lallen.

Da sprang er aber schon auf und schrie: Um Gottes Willen Du hast einen Schlaganfall. Bleib liegen ich rufe sofort die Rettung“

Die waren 20 Minuten später zur Stelle und fuhren mich mit Blaulicht in ein Krankenhaus im 3. Bezirk, das für seine ausgezeichnete „Stroke Unit“ bekannt ist.

Während der Fahrt war es mir nicht mehr möglich, das linke Bein und die linke Hand zu bewegen, doch das Sprechen klappte wieder besser, sodass ich klare Aussagen machen konnte.

Im Krankenhaus angekommen landete ich augenblicklich in der Röhre und es wurde ein MRT gemacht, das allerdings keinerlei Verstopfungen oder sonstige Schädigungen anzeigte.

Während dieser Untersuchung, die ungefähr eine halbe Stunde dauerte, spürte ich auch wie sich die Lähmungen langsam auflösten.
Und eine ganze Stunde später, als ich bereits in der Intensivstation lag, war alles wieder so in Ordnung, als wenn niemals etwas gewesen wäre.

Innerhalb der letzten 9 Tage wurde alles durchgecheckt, was infrage käme, doch auch hier liess sich nichts mehr finden.

Der Verdacht blieb also bei einem Vorhofflimmern hängen, und ich erklärte mich bereit mir einen „Reveal Ling“ implantieren zu lassen, um damit bei einer Studie mitzumachen, was mir die Kosten von insgesamt € 8.000.- erspart. Dieser Chip macht dann zu Hause nachts Aufzeichnungen die er ans Spital sendet, wo man ein Vorhofflimmern erkennen könnte.
In diesem Fall würde nämlich eine noch stärkere Blutverdünnung erforderlich sein, als die ich jetzt bekomme. Das Thrombo Ass jetzt soll verhindern, dass das Blut zu dick wird, und dann Probleme beim Durchfliessen macht, doch es zeichnet mich nicht als Bluter aus, was beim stärkeren Medikament bei Vorhofflimmern sehr wohl der Fall wäre.

Jetzt machte durch das lange Liegen natürlich auch der Blutdruck Ärger, und ich musste eine 24 Stunden Messung machen, und wurde medikamentös neu eingestellt.
Ebenso muss das Cholesterin noch weiter gesenkt werden, als das bisherige Ziel, wobei allerdings das Krankenhaus die Behandlung übernimmt d.h. ich habe laufende Kontrollen in der Ambulanz bis die Werte akzeptabel sind.

Leider konnte bis heute das erforderliche Herz-Echo noch nicht gemacht werden, was aber Grundvoraussetzung ist, dass ich in der Studie bleiben kann.

Jetzt hoffe ich, dass ich am Montag diese Untersuchung noch bekomme um am Dienstag nach Hause zu können.

Ich versuche verzweifelt mir nicht vorzustellen, wie meine Hunde sich weigern irgend was anderes zu tun, als im Vorzimmer zu liegen und darauf warten, dass ich endlich bei der Türe herein komme – so der Bericht meines Mannes.

Gott sei Dank fressen sie aber, und nehmen die von mir angeordnete Doppelration Leckerle gerne an.
Mein Daniel ist 14 Jahre bei mir und Aaron 9.5 Jahre. Und sie waren nicht einen einzigen Tag ohne mich.
Eine mentale Katastrophe für die Hunde, doch ich kann wegen ihnen nicht den Krankenhausaufenthalt abbrechen, was ich nämlich vor zwei Tagen vorhatte. Denn mir wurde gesagt, dass es ausgesprochen gefährlich wäre, einen zweiten Schlaganfall zu riskieren, wenn eben nicht alle Untersuchungen gemacht werden konnten.

Ebenso sagt man, dass ein zweiter, stärkerer Stroke gerne innerhalb der nächsten 10 Tage geschieht, und es ratsam wäre, wenn ich mich dann noch im Haus befinden würde.

Aber im neuen Zimmer jetzt habe ich einen WLAN Anschluss, und mein Mann hat mir heute meinen Lapi gebracht, und ich denke, jetzt wird es einigermassen erträglich sein für mich, wenn ich mich wieder im Internet herumtreiben kann…hihi

PS: Meine heissgeliebten Rotweinsessions sind damit auch Vergangenheit, denn ich habe auf Lebenszeit absolutes Alkoholverbot. 😥 😥

TAGEBUCH – Freitag, 5. Juni 2020

MYSTIK ODER ZUFALL?

Seit langem bin ich auf der Suche nach einem Einhorn, um damit meine Mystiksammlung zu ergänzen, konnte aber nie was passendes finden.

Vorgestern abends brach eine Gewitterfront mit Hagel über Wien herein, und köpfte die wenigen Rosen, die schon am Erblühen waren. Und ich fühlte mich ausgesprochen besch……
Noch dazu wo ich vorher im Internet sah, was sich da zurzeit in den USA abspielt.

Nachdem ich die letzten Monate auf Diät war, fand sich auch nirgends im Haus ein Stück Schokolade oder etwas Eis, das mich ein wenig trösten könnte, und so fuhr ich nach langem wieder einmal hinunter zur Tankstelle, um mir ein Trösterchen zu holen.

Und als ich so vor den Regalen stand und überlegte, was ich mir denn nehmen sollte, entdeckte ich unter den vielen Süssigkeiten ein „EINHORN“!!!!

Bitte schön – darf ich vorstellen:
ESRA – MEIN EINHORN
sdr