DANKBARKEITS-TAGEBUCH 2

Gestern war ein äusserst heisser Tag (35°) mit totaler Windstille in Wien, der sich bei mir mit extrem niedrigen Blutdruck und leichtem Schwindel zeigte, und es mir bis 20h unmöglich machte, wenigstens einen kurzen Spaziergang mit meinen Hunden zu machen.

Also lief der ganze Tag im Schneckentempo ab, was mir immer sehr, sehr schwer fällt, denn ich war immer und bin auch heute noch ein ausgesprochener Bewegungstyp.

Das Mittagessen kochen (gebratenes Fischfilet, Bratkartoffel, Fisolensalat) war also das absolute Highlight gewesen. Umso mehr freute es mich, als der Tag endlich um war, und ich mich in mein Zimmer zurückzog, um noch ein bisschen zu lesen vorm Schlafengehen.

Doch war von einer anschliessenden Nachtruhe keine Rede gewesen, denn kaum dass ich im Bett lag, machten sich Herzrhythmusstörungen bemerkbar. Ich weiss ja, dass sowas immer wieder bei mir vorkommt, und mein Internist mir auch den Unterschied erklärte zwischen dieser Art, die eher harmlos ist, und z.B. Vorhofflimmern.

Und doch war es mir nicht möglich gewesen, es zu ignorieren und so musste ich wieder raus aus dem Bett, und erinnerte mich an ein Gespräch mit meinem Freund und Nachbarn Ivo, der mir sagte, dass viele Herzrhythmusbeschwerden an der Fehlstellung einer Wirbelsäule liegen, und leichte Gymnastik hier Abhilfe schaffen kann.

Und so legte ich mich flach auf den Boden, mit angewinkelten Knien und hob langsam das Gesäss so weit, bis der Oberkörper ganz flach und fest auflag. Dabei war ein deutlicher Schmerz zu spüren gewesen, der sich nach und nach löste, je öfter ich diese Bewegung ausführte.

Anschliessend begab ich mich wieder in meinen Lesefauteuil und machte meine Panikatemübungen. Am meisten hilft mir 4-7-8 d.h. Mit der Nase einatmen und bis 4 zählen, die Luft anhalten und bis 7 zählen und anschliessend tief und fest durch den Mund ausatmen, das bis mindestens 8 zählen dauern sollte. Ich schaffe sogar 12 um die Lungen völlig leer zu bekommen.

Und somit möchte ich für diesen Tag meinen Dank aussprechen dafür, dass ich einen gemütlichen Abendspaziergang mit meinen Hunden geniessen durfte.
Mir mit Fernsehen, Lesen und Internet meine Zeit vertreiben durfte.
Ohne pekuniärer Sorgen in einem Haus mit Garten leben darf.
Keinen weiteren Stroke erleiden musste, und dass mein Körper auf die gemachten Übungen reagierte, und ich eine gute Nacht hatte, ohne Panikattacken und weiterer Herzrhythmusstörungen.

Baruch ata Adonai, elohejnu, Melech ha Olam animiertes-blumen-bild-0290

DANKBARKEITS-TAGEBUCH 1

Schon sooo lange möchte ich ein Dankbarkeits-Tagebuch führen, indem ich mich für alles Gute, das mir an diesem Tag wiederfahren ist, bedanke.

Immer wieder bin ich davon abgekommen, weil ich befürchtete nicht genug positives oder gutes erlebt zu haben, und dann nicht weiss, was ich schreiben sollte.

Aber kommt es denn hierbei nicht vielmehr darauf an, welche Einstellung ein Mensch zum Leben hat, denke ich mir jetzt eben?

Gibt es nicht irgendwo in dieser Welt Menschen, für die es schon alleine ein guter Tag ist, wenn sie morgens lebendig aufgewacht sind? Oder Menschen, für die es ein guter Tag ist, wenn sie eine oder vielleicht sogar zwei Mahlzeiten haben durften?

Mit dieser Betrachtung der Realität gäbe es doch für mich Dankbarkeit im Übermass, würde ich meinen.
Also fang ich einfach mal damit an, dass ich dankbar bin dafür, dass ich heute morgen gesund aufwachen durfte, was ganz und gar nicht selbverständlich ist, denn ein Schlaganfall kann genauso gut nachts passieren.

Und habe ich eigentlich schon dafür gedankt, dass ich augenblicklich Hilfe bekam, als mich ein Minor Stroke vor 6 Wochen erwischte? Und dass ich in einem Land leben darf, mit den besten gesundheitlichen Aus- und Einrichtungen und Ärzten, und Krankenhauspersonal, die man sich wünschen kann?
Und dass absolut nichts an Lähmungen zurück geblieben ist?

Und was gäbe es da denn noch alles?
Vielleicht Dankbarkeit dafür, dass mein Haus nicht unter Wasser stand, oder abgedeckt wurde, nachdem gestern ein Hagelgewitter mit Regenmassen und Sturm über Wien hinzog.
Viele Menschen in anderen Bundesländern hatten nicht soviel Glück.

Jetzt will ich diese Dankbarkeit in meinem Herzen behalten, und mich in mein wunderbar bequemes Bett mit Satinbettwäsche zurück ziehen, und Gott bitten, dass einmal eine Zeit kommt, wo es uns allen auf dieser Welt so gut gehen möge, dass wir abends nur noch danken können für soviel Glück und Herrlichkeit.

Der 9. AV – Tag der Trauer

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Heute bei Sonnenuntergang beginnt für das jüdische Volk der 9. Av, ein Tag der Trauer.

An diesem Tag wurde 586 v. Chr. der erste Tempel durch die Babylonier zerstört.
Und ebenso an diesem Tag 70 n. Chr. der zweite Tempel durch die Römer.
1492 begann an diesem Tag die Vertreibung der Juden aus Spanien.
1096 wurden an diesem Tag die jüdischen Gemeinden in Speyer, Worms und Mainz niedergebrannt.
1914 begann an diesem Tag der Erste Weltkrieg
Und 1942 begannen genau an diesem Tag auch die Massendeportationen von Juden aus dem Warschauer Ghetto.

Alles Zufälle?

Und so wollen wir beten, dass sich das Unglück für das jüdische Volk 2020 nicht erweitert.

Baruch ata Adonai, Elohejnu, Melech Ha Olam

TAGEBUCH – 2. JULI 2020

Eben lese ich eine Geschichte bei Chabad, die die Frage behandelt, wieso Moses nicht in das Land Kanaan hinein durfte, das Gott den Israeliten zugesagt hatte.
Das war auch meine Frage, mit dem Argument, dass Moses die Israeliten zwar 40 Jahre lang durch die Wüste „schleppen“ durfte, und dann musste er sterben, ohne das von Gott versprochene Land überhaupt sehen zu dürfen?

Die Erklärung ist sehr beeindruckend, jedenfalls für mich.

Sie lautet, dass Moses die ganze Zeit über Wunder wirken durfte, um die Menschen durch die Wüste zu bringen. Gott gab ihm nur Befehle, die er ausführte, wie z.B. seinen Stab auf einen Felsen zu schlagen, um dass sofort Wasser daraus fliesse.

Doch als Moses nochmals den Auftrag bekam, um dass Wasser aus einem Felsen fliesse, jedoch mit dem Befehl, diesen Felsen darum zu bitten, war Moses nicht dazu imstande gewesen. Er reagierte so, wie er es gewöhnt war, nämlich dem Felsen einen Schlag zu versetzen.

Doch Gott hatte einen anderen Plan für diese Generation im Sinn, die nun bereit war, das Heilige Land zu betreten. Sie sollten ihre Gegner nicht auf wundersame Weise auslöschen, sondern erhielten den Auftrag, die Welt zu verändern, indem sie sich auf ihre Bedingungen einliessen .
Sie sollten in dieses Land eintreten, ihre Felder pflügen und ernten, und mit ihren Mitmenschen reden und liebevoll umgehen, um damit die Welt zu höheren Ebenen der Spiritualität und Göttlichkeit zu bringen.

Moses Schlag auf den Felsen war nicht der Grund, warum er die Juden nicht nach Kanaan führen konnte; es war ein Symptom des Grundes.

Wir Menschen neigen dazu unseren Willen durch „Schlagen“ (manipulieren, lügen, erpressen) durchbringen zu wollen, anstelle von Ersuchen oder liebevolle Gesprächen mit unseren Mitmenschen.

Diese Generation sollte lernen, ihre Triebe und Impulse zu beherrschen, und zu erkennen wieviel wertvoller etwas ist, das man mit Liebe und Verständnis erreicht hat, denn mit Gewalt.
Und dazu müssen wir geistig reifen.

Wir müssen „mit dem Felsen reden“. Wir müssen genug lernen und das Verständnis gewinnen, um uns selbst, unsere Emotionen und unseren Verstand tatsächlich davon zu überzeugen, spirituelle Menschen zu werden.