ERKENNTNIS

Erkenntnis

Willst du, o Herz! ein heitres Ziel erreichen,
Musst du in eigner Angel schwebend ruhn;
Ein Tor versucht zu gehn in fremden Schuhn,
Nur mit sich selbst kann sich der Mann vergleichen!

Ein Tor, der aus des Nachbars Bubenstreichen
Sich Trost nimmt für das eigne schwache Tun!
Der immer um sich späht und lauscht und nun
Sich seinen Wert bestimmt nach falschen Zeichen!

Tu frei und offen, was du nicht kannst lassen,
Doch wandle streng auf selbstbeschränkten Wegen
Und lerne früh nur deine Fehler hassen!

Dann gehe mild den anderen entgegen!
Kannst du dich selbst nur fest zusammenfassen,
So hängt an deine Schritte sich der Segen.

Gottfried Keller (* 19. Juli 1819 in Zürich; † 15. Juli 1890 ebenda)

EIN GEBET

„Ein Gebet kann nicht
das Wasser zum trockenen Feld bringen,
nicht eine zerbrochene Brücke instand setzen,
noch eine zerstörte Stadt wieder aufbauen;
aber ein Gebet kann trockene Erde tränken,
ein gebrochenes Herz heilen
und einen geschwächten Willen wieder stärken“…

Abraham Jehoschua Heschel (1748–1825), chassidischer Rabbiner

MELANCHOLIE

Melancholie

Sei mir gegrüßt, Melancholie,
Die mit dem leisen Feenschritt
Im Garten meiner Phantasie
Zu rechter Zeit ans Herz mir tritt!
Die mir den Mut, wie eine junge Weide,
Tief an den Rand des Lebens biegt,
Doch dann in meinem bittren Leide
Voll Treue mir zur Seite liegt!

Die mir der Wahrheit Spiegel hält,
Den düster blitzenden, empor,
Dass der Erkenntnis Träne schwellt
Und bricht aus zagem Aug hervor.
O strenge Rache nimmst du Dunkle immer,
Wenn ich dich mehr und mehr vergaß
Ob lärmendem Geräusch und Flimmer,
Die doch an meiner Wiege saß!

Es hängt mein Herz an eitler Lust
Und an der Torheit dieser Welt;
Oft mehr als eines Weibes Brust
Ist es von Außenwerk umstellt!
Und selbst den Trost, dass ich aus eignem Streben,
Dass alles nichtig ist, erkannt,
Nimmst du und hast mein stolz Erheben
Zu Boden alsobald gewandt,

Wenn du mir lächelnd zeigst das Buch
Des Königs, den ich oft verhöhnt,
Aus dem es, wie von Erz ein Fluch:
Dass alles eitel sei! ertönt.
Und nah und ferne hör ich dann erklingen
Gleich Narrenschellen ein Getön –
O Göttin, lass mich dich umschlingen,
Nur du, nur du bist wahr und schön!

Gottfried Keller, geboren am 19. Juli 1819 in Zürich; gestorben am 15. Juli 1890 in Zürich, war ein Schweizer Politiker und Autor, der nachhaltig vom literarischen Vormärz beeinflusst und inspiriert wurde, dessen Werk allerdings dem Realismus zugeordnet werden kann.

PSALM 27 – ein zu Herzen gehendes Gebet

Kabbalist Rabbi Binyamin Benish Coheneit sagte in seinem 1706 erschienenen Buch “ Sefer Schem Tow Katan„, dass die Gebete desjenigen, der diesen Psalm in Heiligkeit, Reinheit und mit großer Konzentration rezitiert, erhört werden, und dass er Göttliche Dekrete zu annullieren vermag.

In der Zwischenzeit wissen wir aber, dass mit dem Wort „Feind“ nicht nur etwas von aussen kommendes gemeint ist, sondern genauso alles, was sich in uns selbst abspielt – vorzugsweise unsere Gedanken und damit verbundenen Ängste und Sorgen.

ELOISA

Mit Dir war ich dem Himmel nah, auch wenn ich ab und zu dabei in die Hölle sah, aber sie war schön die Zeit, ich habe nichts bereut….

Ich kann mich für Männer begeistern, die imstande sind, aus ihren Schwächen Tugenden zu machen.

OH GLAUBE MEIN HERZ – OH GLAUBE

Welch unglaublicher Text, den ich da in folgendem Blog fand (https://solitarythinkers.wordpress.com/), der nur leider keine Reblogger-Möglichkeit anzeigte, denn sonst hätte ich diese natürlich verwendet.

Oh glaube, mein Herz, oh glaube:
 Es geht dir nichts verloren!
 Dein ist, ja dein, was du gesehnt,
 Dein, was du geliebt, was du gestritten!

Oh glaube: Du wardst nicht umsonst geboren!
 Hast nicht umsonst gelebt, gelitten!
 Was entstanden ist, das muß vergehen
 Was vergangen, auferstehen!
 Hör auf zu beben!
 Bereite dich zu leben!


 Oh Schmerz! Du Alldurchdringer!
 Dir bin ich entrungen.
 Oh Tod! Du Allbezwinger!
 Nun bist du bezwungen!
 Mit Flügeln, die ich mir errungen,
 In heißem Liebesstreben
 Werd ich entschweben
 Zum Licht, zu dem kein Aug' gedrungen!


 Mit Flügeln, die ich mir errungen,
 Werd ich entschweben!
 Sterben werd' ich, um zu leben!
 Aufersteh'n, ja aufersteh'n wirst du,
 Mein Herz, in einem Nu!
 Was du geschlagen,
 Zu Gott wird es dich tragen!

Gustav Mahler war ein österreichischer Komponist am Übergang von der Spätromantik zur Moderne. Er war nicht nur einer der bedeutendsten Komponisten der Spätromantik, sondern auch einer der berühmtesten Dirigenten seiner Zeit und als Operndirektor ein bedeutender Reformer des Musiktheaters. Wikipedia

Geboren: 7. Juli 1860, Kaliště u Humpolce, Tschechien

Gestorben: 18. Mai 1911, Wien

BIST DU DA?

Bist Du da, lieber Gott?

Und wenn Ja, warum spüre ich Dich nicht?

Es müsste doch ganz warm sein, dort, wo Du bist?

Sie sagen, Du bist die Seele in uns Menschen, und dass wir alle eine Seele haben – sogar die ganz Fiesen, die niemals einen Gedanken an Dich verschwenden.

Wieso können wir unsere Seele dann nicht spüren? Wieso kann ich Dich dann nicht spüren?

Doch weder jammern, noch fordern hilft weiter. das ist mir inzwischen auch klar geworden. Wir müssen lernen mit dem auszukommen, was uns zur Verfügung steht.

Äusserlichkeiten bringen mir nichts mehr, das muss ich wohl abhaken, anstatt es nicht zu akzeptieren, und darüber unglücklich zu sein.

Was also habe ich in mir selbst zur Verfügung, ist meine aktuelle Frage? Und logischerweise fielen mir meine fünf Sinne als erstes dazu ein. Und damit will ich mich jetzt endlich einmal näher beschäftigen.

„Endlich“ deshalb, weil mein Freund Dieter schon seit ewigen Zeiten versucht, mir dieses Thema näher zu bringen. Warum es nicht funktionierte?

Nun ich fürchte, weil ich mir bislang eben viel, viel mehr vom Leben erwartet hatte, als mich mit mir selbst zu bescheiden.

Aber Nein, lieber Gott, ich will nicht lügen und sagen, dass ich glücklich bin über diese Erkenntnis.

Es ist einfach nur eine Erkenntnis, die ich akzeptieren werde müssen, wenn ich nicht die restliche Zeit, die mir verbleibt, mit schweren Depressionen verbringen möchte, so wie in den letzten Wochen.

Aber ehrlich will ich trotzdem immer bleiben zu Dir, lieber Gott, und Dir sagen: „ich hatte mir sooo viel mehr von Dir erwartet“-

EINE SEHR ANSPRECHENDE IDEE

fand ich heute in den Einträgen eines Rabbiners, der erklärt wie man sein Leben auf ein „höheres Niveau“ katapultieren kann.

Sein Vorschlag ist eine Aluminiumdose oder einen kleinen Pappkarton, gut sichtbar in der Wohnung zu platzieren, und immer wieder ein paar Münzen hinein zu werfen.

Auf die Frage der Mitbewohner, wofür das denn gut sei wäre die Erklärung, dass es sich hier um eine Hilfestellung für arme Menschen handle, und alle eingeladen wären, auch was hinein zu tun, und darüber nachzudenken, wem man die volle Dose dann schenken möchte.

Mir selbst kam der Gedanke, dass ein Anruf in der nächst gelegenen Kirchengemeinde Aufschluss bringen müsste, welche Menschen jeweils in Not sind, und Hilfe gut brauchen könnten. Und eine Dose fand sich auch gleich, aus der ich gestern leckere Lychees heraus gefischt hatte. Jetzt überlege ich noch, wie ich sie hübsch verkleiden könnte, bevor ich sie auf den Vorzimmerschrank, gleich neben meine Handtasche stelle, in der sich meine Geldbörse befindet.

Zum Abschluss war da noch ein kleiner Hinweis: „Es ist besser jeden Tag hundert Tage lang einen Cent zu geben, als einen Euro einmal in hundert Tagen.
Warum?
Weil jedesmal, wenn Deine Hand etwas gibt, sie immer mehr zu einer gebenden Hand wird“.

GOTTES REICHLICHEN SEGEN ALLEN MEINEN LESERN ❤ ❤ ❤

KOSTETE MICH EIN SCHMUNZELN

In folgendem Eintrag bei Chabad.org
https://de.chabad.org/parshah/article_cdo/aid/721604/jewish/Das-Leben-eine-Herausforderung.htm#utm_medium=email&utm_source=98_magazin_de&utm_campaign=de&utm_content=content
fand ich folgenden Satz:
Jüdisch sein heißt, sich über G-tt beklagen und insgeheim davon überzeugt sein, dass man es besser machen könnte.

Doch es war nicht nur ein Schmunzeln, das er in mein Gesicht gezaubert hat, sondern eine richtige Erleichterung, jetzt zu wissen, dass ich wohl nicht alleine eine solch egozentrische Kreatur zu sein scheine.