GEDANKENSPLITTER

Lese eben einen Eintrag in mein Tagebuch letztes Jahr bei Jom Kippur, wo ich Gott um Hilfe bat mir dabei zu helfen, weniger zu trinken. Mich von der Sucht zu befreien, dass ich schon am frühen Nachmittag glaube, den Tag nicht ohne Alkohol durchzustehen.

Und in diesem Zusammenhang wenigstens 5-7 kg weniger auf die Waage zu bringen, damit ich viele Kleidungsstücke, die mir nun zu eng sind, wieder tragen kann.

Und ich erinnere mich sehr gut daran, als ich dies niederschrieb, wie mir klar wurde, dass ich vom Alkohol wohl nur dann wegkommen werde, wenn mich der Einbruch meiner Gesundheit dazu zwingen würde.

Erinnere mich, wie ich tief geseufzt hatte, als mir klar wurde, dass Gott doch letztlich dann genau zu solchen Massnahmen greifen müsste, um mir meine Wünsche zu erfüllen.

Und heuer hat Gott alle meine Wünsche erfüllt. Mit dem Stroke zeigt die Waage jetzt 10 kg weniger als im Vorjahr, und ich darf alle meine Sachen wieder tragen, die mir viele Jahre lang zu eng waren.

Ebenso ist Alkohol kein Thema mehr, und ich freue mich täglich schon auf den Nachmittag, wo ich eine heisse Schokolade , und über den Tag verteilt einen Liter Pfirsich-Maracuja-Tee geniessen darf.

Finde es auch äusserst angenehm auch noch abends klare Gedanken und vorallem keine Wassereinlagerungen mehr in den Beinen zu haben.

Also zweifellos ein Riesenerfolg auf der ganzen Linie….könnte man da doch letztlich sagen?

Wieso fällt es mir dann so schwer, das Geschehene als reine Wunscherfüllung, als Geschenk Gottes an mich, zu sehen? Ist doch jetzt alles genauso, wie ich es mir vor einem Jahr so sehr gewünscht hatte?

Baruch ata Adonai, Elohenu, Melech haOlam – gepriesen seist Du ewiger, unser Gott, Du regierst die Welt.

JOM KIPPUR – VERSÖHNUNGSTAG

Baruch ata Adonai, Elohenu, Melech haOlam

Verzeihe uns, unser Vater, wir haben gesündigt, vergib, unser König, wir haben gefrevelt. Denn du, Herr, bist gütig und verzeihend, groß an Gnade allen, die dich anrufen.

Der Ewige, unser Gott, ist barmherzig und liebevoll, langmütig, groß an Gnade und Wahrheit. Er vergibt alle Schuld, Missetat und Sünde. Verzeihe unsere Schuld und unsere Sünde und nimm uns zum Eigentum an.

Der HERR segne dich und behüte dich; Der HERR lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig; Der HERR hebe sein Angesicht über dich und gebe dir Frieden.

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TAGEBUCH – 26. September 2020

Mit dem heutigen Tag würde ich meinen, dass dieser Horrorsommer 2020 zu Ende ist, denn die Temperaturen sanken von etwa 25° zuletzt auf ganze 9°.

Fühlte sich heute Nacht irgendwie seltsam an, erinnere ich mich, als ich gegen 02h morgens aufstand, und mir ein eiskalter Wind durch das offene Fenster entgegen wehte. Viel zu schnell gewöhne ich mich immer daran, wenn es nachts immer noch warm ist, und ich barfuss laufen kann ohne zu frieren.

Vor einigen Tagen erinnerte ich mich an die späten 80er und daran, als Bachblüten in aller Munde waren. Vorallem aber daran, dass ich mir damals alle 38 Stockbottles besorgte, und damit auf Teufel komm raus herum experimentierte.

Also beschloss ich mich nochmals an eine solche Selbsttherapie heran zu wagen, und erstellte eine Liste aller infrage kommenden Blüten. Es waren sieben an der Zahl.

Star of Bethlehem zur Aufarbeitung von Traumata, von denen es ja speziell in diesem Jahr mehr als genug gab.

Hornbeam zur Regenerierung mentaler Erschöpfung.

Gorse, Willow, Larch und Sweet Chestnut, die jeweils auf andere Art und Weise helfen sollen wieder Hoffnung zu schöpfen, dass es doch noch schöne Zeiten geben kann, und das Leben wieder Sinn bekommt.

Und Cherry Plum, das Panikattacken abfangen und Kurzschlusshandlungen verhindern soll, was in meinem Fall der Rückfall in den Alkohol wäre.

Morgens jeweils 2 Tropfen aus der Stockbottle in ein Glas Wasser und über den Tag verteilt getrunken, sollte nach 3-4 Wochen eine merkliche Erleichterung der Seelenqualen bewirken……so sagt man.

In der ersten Oktoberwoche habe ich meine erste Ablesung des Herzmonitors, wo ich erfahren werde, ob Vorhofflimmern die Ursache des Schlaganfalls war. Einen Tag später ist ein Besuch beim Neurologen angesagt, um mir die Freigabe zum Lenken eines Fahrzeugs zu holen.

Und im November steht eine neuerliche Blutuntersuchung an, die zeigt ob die Medikamente wie geplant das LDL-Cholesterin weiter gesenkt haben. Demnach also auch der Besuch bei meinem Internisten/Kardiologen.

Sollte es keine Hiobsbotschaften geben, hiesse das, dass ich erst Mitte kommenden Jahres wieder zu Ärzten muss. Ob ich soviel Glück habe, bestimmt aber jemand anderes.

Baruch ata Adonai, Elohenu, Melech ha Olam – Gepriesen seist Du Ewiger, unser Gott, Du regierst die Welt.

DANKBARKEITS – TAGEBUCH 7

LIEBER GOTT ICH DANKE DIR…

…dass ich meine Hände, Arme und Beine frei gewegen kann, und hingehen kann wo immer ich möchte, und werken und schaffen kann, wonach mir ist. Denn das ist nach einem Stroke nicht selbverständlich.

…für die vielen Sonnenstunden in diesem Sommer, und deren Wärme ich spüren durfte.

…für meine Schutzengel Chaamiah, Ariel und Jezalel, die Du für mich bereit gestellt hattest bei meiner Geburt. Nur sie alleine wissen, welch aufwendigen Job sie zu erledigen hatten.

…dass Du mir meine Verfehlungen immer wieder vergibst, und mir die Chance gibst, es an jedem neuen Tag besser zu machen, als am Tag davor.

Lieber Gott segne mich und behüte mich, lass Dein Angesicht leuchten über mir und sei mir gnädig; hebe Dein Angesicht über mich und gib mir Frieden.

ROSCH HA SCHANAH 5781

Es sei Dein Wille, Ewiger, mein Gott, dass Du mich und meine Lieben begnadest.

Gib uns und allen, die auf Dich vertrauen, ein gutes und langes Leben, und gedenke unser zum Guten und zum Segen.

Bedenke uns mit Hilfe und Barmherzigkeit, segne uns mit allen Segnungen, und lass Deine Gegenwart unter uns weilen.

Bitte erhöre jetzt mein Bitten und lass unser Licht leuchten, dass es nie erlösche.

Lass Dein Antlitz leuchten, damit uns geholfen werde.

AMEN

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EIN WIRKLICHER LICHTBLICK

war dieser Anblick für mich, als ich im Krankenhaus nach 5 Tagen Intensivstation in der Stroke-Unit zum ersten Mal das Bett verlassen und im Garten spazieren gehen durfte.

Trotz jüdischem Glauben bin ich sicher, dass Jesus Christus der Messias war, auf den die gläubigen Juden immer noch warten, weil sie davon ausgehen, dass er alle ihre Feinde vernichten wird, so wie es aufgrund einer Fehlinterpretation der Tanach verspricht.

Doch Gewalt kann niemals Gottes Lösung sein !

WELCH FASZINIERENDER TEXT

waren meine Gedanken, als ich in einer Serie von Special Victims Unit den Darsteller John Munch, einem kleinen Mädchen, das im Koma lag, dieses vorlesen hörte:

Aber du gehst voran, bei Wind und bei Schauern.

Weiter voran, gleich ob Feinde dir lauern.

Du gehst voran, auch wenn Stock und Stein trauern.

Aufwärts durch so manch düsteren Schlund.

Sind deine Arme auch voller Schmerzen und deine Füße wund.

Und so wanderst du weiter, und so wanderst du weit.

So wirst du dich stellen, jeder Schwierigkeit.

Allerdings hatte ich lediglich die letzten zwei Zeilen in Erinnerung, und suchte vergeblich im Internet nach passenden Hinweisen.

Mein innigst geliebter Dieter https://dieka56welt.wordpress.com/ allerdings hatte keine Probleme herauszufinden, woher dieser Text kam.

Vielen lieben Dank mein Bärchen für Deine unbegrenzte Hilfsbereitschaft. ❤ ❤ ❤

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JÜDISCHE DENKWEISE 3

Bete und Bitte nicht!

Gebet bedeutet, um etwas zu bitten. Manchmal gibt es etwas zu verlangen, also betest du. Manchmal gibt es nichts zu verlangen. Also betest du nicht.

Aber gläubige Juden beten nicht. Juden praktizieren „Tefillah“.

Tefillah bedeutet verbinden. Verbinde dich mit dem unendlichen Licht, aus dem alle Dinge kommen. Weil dein essentielles Innerstes Selbst in ständiger Verbindung mit diesem Licht steht.

Es ist nur so, dass du jetzt an einen Körper gebunden bist. Der Körper hat Bedürfnisse und Wünsche, und Du wirst davon abhängig. Sie fesseln Dich. Womit die Bindung an das Licht geschwächt wird.

Jedoch gibt es jeden Tag Zeiten für die Wiederverbindung; diese Bindung aufzufrischen, sie wieder festzuziehen. Und somit ist Tefillah zu jeder Zeit und für jedermann möglich.

Selbst jemand, der keine Bedürfnisse hat, muss sich jeden Tag neu verbinden, um die Energie des Lichts konstant zu erhalten.

Deshalb verbinde dich mit dem unendlichen Licht, damit göttliche Energie durch dich, in unsere Welt kommt, um die Kranken zu heilen, und Freude zu bringen wo Depressionen und Hoffnungslosigkeit sind.

aus: https://www.chabad.org/library/article_cdo/aid/147435/jewish/Dont-Pray.htm#utm_medium=email&utm_source=5_daily_dose_en&utm_campaign=en&utm_content=content

JÜDISCHE DENKWEISE 2

Sag nicht „es tut mir leid“; bereue nichts!

Bereuen heisst schlecht zu sein, und nun gut werden zu wollen, also umzukehren.

Aber gläubige Juden praktizieren keine Reue, keine Umkehr. Sie praktizieren „Teschuwah“ – was Rückkehr bedeutet. Weil unser essentielles Selbst immer gut ist.

Das was immer wieder einmal passieren kann ist, dass wir aus unerfindlichen Gründen Dinge tun, die wir nicht hätten tun sollen. Oder wir tun etwas nicht, das wir sehr wohl hätten tun sollen.

Aber wir bleiben immer noch im Wesentlichen, also in unserem „Inneren Selbst“ gut.

Gläubige Juden kehren zu Ihrem „Inneren Selbst“ und zu dem zurück, was Ihnen rechtmäßig gehört, und was ihr tiefstes inneres Selbst leuchten lässt.

Und deshalb ist Teschuwah für alle da, denn alle Menschen haben dieses Innere Selbst, und sind dazu imstande es leuchten zu lassen.

Sogar jemand, der nie gesündigt hat, kann noch näher „zurückkehren“, und die Helligkeit seines Inneren Selbst immer höher und leuchtender zu machen.

Ja selbst jemand, der von den schlimmsten Sünden abhängig ist, kann sich wieder umdrehen, weil er ja nichts Neues schaffen, sich nicht wirklich ändern oder verbiegen muss.

Denn in jedem von uns gibt es ein reines göttliches Selbst, das nur darauf wartet, ausbrechen zu können um zu leuchten und zu glänzen. .

aus: https://www.chabad.org/library/article_cdo/aid/147436/jewish/Dont-Repent.htm#utm_medium=email&utm_source=5_daily_dose_en&utm_campaign=en&utm_content=content