TAGEBUCH – 31. Oktober 2020

Heute habe ich im wahrsten Sinn des Wortes ein ureigenstes Halloween, denn wir haben den Maurer im Keller, den der Installateur geschickt hat, um den Schacht zu machen, in den dann die Tauchpumpe eingesetzt wird, die etwaiges hochsteigendes Grundwasser auspumpt.

Seit satten zwei Stunden hören wir stetiges Bohren und Hämmern, und haben keine Ahnung wie es im Augenblick dort aussieht. Leider lässt sich meine Phantasie nicht ruhigstellen, und vor meinem geistigen Auge machen sich Horrorbilder breit, für die Steven Spielberg vermutlich ein Vermögen bezahlen würde.

Wenn wir dem Installateur glauben dürfen, so soll dieses Geschehen bis zum späten Nachmittag andauern, was noch 6-7 Stunden wären.

Hmm – da hätte ich mal eine Frage. Sollte ich im Laufe des Tages die Nerven wegschmeissen, wäre das dann Sondermüll?

ZITAT AUS KABBALAH

Komm und sieh, wenn alle Menschen der Welt sich damit einverstanden erklären, ihren Wunsch, für sich selbst zu empfangen, abzuschaffen, und in allen nur der Wille sein wird, anderen zu geben, so würden alle Sorgen und Gefahren der Welt aufhören. Und jeder würde eines gesunden und erfüllten Lebens sicher sein, weil jeder von uns die ganze große Welt haben würde, die sich um ihn und um seine Bedürfnisse kümmert.“
Einführung in das Buch Sohar, Punkt 19

TAGEBUCH – 23. OKTOBER 20

Schweren Schrittes Spaziergang mit Hunden. Keine Kraft für etwaige Auseinandersetzungen, deshalb penibel darauf achtend, anderen Hunden aus dem Weg zu gehen.

Begegnung mit Michi, einer gläubigen Katholikin, die immer lacht.

„Gehts Dir gut?“ fragt sie fröhlich. „Ja, danke Michi, alles bestens“ antworte ich.

Doch ein Blick in meine Seele zeigt ein anderes Bild.

Angsterfüllte Nebelschwaden wechseln mit erdrückender Dunkelheit, gepaart mit absoluter Hoffnungslosigkeit auf einen kleinen Lichtschimmer, und der bangen Frage: „Gibt es ein morgen?“