TAGEBUCH – 17. Oktober 2021

Heute würde ich gerne davon berichten, was seit Wochen in meinem Leben passiert, ich mir aber nicht erklären kann.

Es begann in der letzten Augustwoche damit, dass ich abends durchs Küchenfenster was herumwuseln sah in meinem Vorgarten. Bei näherer Betrachtung stellte es sich als eine 6-köpfige Igelfamilie heraus.
Nachdem ich annahm, dass sie nur die am Boden liegenden Nüsse und Sonnenblumenkerne aufessen möchten, welche die Vögel hinunter warfen, und anschliessend wieder gehen werden, waren sie natürlich meine Gäste und ich verköstigte sie zusätzlich noch mit ein paar Hundefutterschälchen.
Am nächsten Morgen dann waren die Gehwege und Rasenstücke so voll mit lauter Würstchen, die alles andere als klein waren, und mein Mann beim Holen der Zeitung die Fäkalien auf den Hausschuhen hatte, dass wir beschliessen mussten, die Igel wieder in den Wald zu bringen, falls sie abends wieder kamen.
Sie kamen und wir brachten sie alle etwa 300 Meter weit hinaus auf eine Wiese, die in den Wiener Wald führt.
Aber Schreck lass nach, vier von den sechs waren am Abend darauf wieder da.
Nachdem es aber noch Sommer war, also keine Rede davon, dass sie sich einen Winterschlafplatz suchen, war uns klar, dass sie immer wieder kommen werden.
(keine Ahnung wie die uns finden können, denn immerhin sind es 18 Reihenhäuser, und wir sind die letzten ganz hinten.)

Nach langem Überlegen fiel mir ein, dass etwa 1,5 km von uns entfernt die Grüne Partei einen Platz am Rande einer Wiese, zum Schutz für Kleintiere eingerichtet hatten. Und so luden wir die Vier mit einer Ausstattung von 4 Hundefutterschälchen ins Auto und fuhren dorthin.
Augenblicklich verschwanden sie in dem künstlich angelegten Dickicht. Und als ich am nächsten Tag mit meinem Hund vorbei ging sah ich, dass alle Schälchen ratzeputz leer waren.

Aber wer glaubt, das wars gewesen, der irrt gewaltig. Denn bis zum heutigen Tag sind es 14 Igel, die unseren Garten aufsuchten, und von uns ins „Kleintierparadies“ gebracht wurden, der letzte vor 5 Tagen.
Eine Umfrage bei den Nachbarhäusern ergab, dass von keinem jemals Igel in den Vorgärten gesehen wurden, was die Sache schon mysteriös macht.

Als ich nach dem zehnten Igel mal einen paranoiden Tag hatte kam mir die rettende Erklärung: „Gott wusste, dass ich seinen Auftrag, die Tiere ins Kleintierparadies zu bringen, hören und diesen auch ausführen würde.“

Nach dem Grund wieso und warum zu fragen, habe ich mir schon lange abgewöhnt, sondern sehe es nur noch als eine Ehre, einen Gottesauftrag erledigen zu dürfen.

Hmm….bin schon neugierig wieviele Igel mich noch heimsuchen 🙂 werden, bis sie ihren Winterschlaf starten?

Baruch ata Adonai, Elohejnu, Melech ha Olam

2 Kommentare zu „TAGEBUCH – 17. Oktober 2021

  1. Bis zum üblichen Winterschlaf, der Mitte November beginnt, werden bestimmt noch einige bei dir auftauchen, mein Herzblatt ❤
    Eine schöne Aufgabe für die kleinen Igelchen zu sorgen, auch wenn es nur ein verbringen an einen sicheren Ort ist.

    Gefällt 1 Person

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