TAGEBUCH 2 – 31. MAI 2022

Wien hat inzwischen 31°, was ich im Auhofcenter sehen konnte. Ich machte zuerst den Einkauf bei DM, denn irgend etwas spielt sich dort ab, was mich stresst. Ich glaube es könnten die fehlenden Hinweise sein, wo man auf den ersten Blick sieht wo genau die eine Abteilung endet und die nächste beginnt. Denn was immer ich brauche, so habe ich noch nicht mitgekriegt, wo ich zu suchen habe – was bei Billa (Rewe) nicht der Fall ist, denn da weiss ich ganz genau wo was ist. Und wie erwartet fand ich nicht einmal die Hundefutterabteilung, wo ich nach einem Produkt suchte, worin man Pillen verpacken und dem Hund geben kann.

Der Einkauf beim Libro war wieder erfolgreich, bis auf die Preise von Kugelschreibern. Ich erinnerte mich, dass ich vor einem Jahr bei Pagro einen Euro für einfache Kugelschreiber bezahlte. Doch das Angebot beim Libro lag zwischen 2.99 und 5.99.

Schon viele Jahre lang, erinnere ich mich, dass ich in diesem Einkaufscenter bald einmal eine Art Unwohlsein bekomme, man könnte auch leichte Panik dazu sagen, und deshalb fällt alles, was man als Freude zum Shopping nennen könnte, damit flach, weil ich immer so rasch wie möglich wieder beim Auto sein möchte.

Gestern am Abend hörte ich wieder ein Video von Sadhguru bei You Tube, wo er über das Selbst und den Körper sprach. So oft hatte ich jetzt schon gehört: „Du bist nicht der Körper“ und immer stellte ich die Gegenfrage, und wieso spüre ich ihn ständig und noch dazu äusserst unangenehm?

Doch Sadhguru sagte noch etwas dazu, was mich aufhorchen liess: Du bist nicht Dein Körper, sondern er gehört Dir. Er ist Dein Eigentum, und Du darfst ihn verwenden, wofür immer Du möchtest. Er teilt Dir mit, wenn er Nahrung oder Flüssigkeit braucht, ebenso wenn er sich ausruhen muss und er macht Dich auf etwaige Gefahren aufmerksam. Wenn Du Freude mit ihm haben möchtest, dann behandelst Du ihn gut. Doch alles das, was er Dir im Laufe eines Tages mitteilt zeigt Dir schon alleine, dass er nicht DU ist. Er ist der Körper, mit seinen Sinnen und der Fähigkeit Dich in der materiellen Welt zu bewegen und Dich zurecht zu finden.

Und das hörte sich auf einmal ganz, ganz anders an. So anders, dass ich vorm Schlafengehen mit einem Mal erkennen konnte, dass es da wirklich einen Unterschied gibt. Eine Zeit lang durfte ich diesen Unterschied spüren, obwohl ich nicht erklären kann, was genau das war, was ich erkennen konnte. Nur dass ich doch eigentlich keine Angst haben müsste vor dem, was mir mein Körper mitteilt.

Spüre ich Panik in mir aufsteigen, dachte ich mir, dann muss ich doch nur meinen Körper bitten stehenzubleiben, mich aufmerksam umsehen, und wenn nichts lebensbedrohliches zu erkennen ist, ihm sagen: „Alles ist in Ordnung, Du kannst in die Entspannung gehen, damit wir beide ein bisschen Freude haben am gemeinsamen Spaziergang“.

Das war gestern am Abend und heute wunderte ich mich, dass ich eine gute halbe Stunde im Center unterwegs war, doch keinerlei Ängste wahrnahm.

Ab sofort steht Sadhguru auf meinem abendlichen Programm. Ein ausgesprochen guter Typ, finde ich, der seltsamer Weise heute noch so aussieht wie vor 15 Jahren.

TAGEBUCH – 31. MAI 2022

Es ist wieder heiss geworden in Wien, ist aber erträglich mit den starken Windböen. Gleich nach dem ich fertig war mit Kochen (paniertes Putenschnitzel, Bratkartoffel, Tomaten-und Gurkensalat) ging es raus in die Natur mit Ari. Gleich nach ein paar Meter der erste Schreck – eine über einen Meter lange Äskulapnatter sonnte sich quer über den Weg. Ich hatte keine Lust ins hohe Gras daneben zu steigen und warf die Leine nach ihr, was diese aber völlig ignorierte. Als ich mich schon auf die Suche nach einem Stock machen wollte, entschied sie sich doch, gemächlich den Weg zu verlassen, und im hohen Gras zu verschwinden.

Nach 30 Minuten kam der nächste Schreck. Als ich die Gartentüre öffnete sah ich grade noch den Schwanz einer weiteren Schlange hinter den Weigelien verschwinden. Nachdem den ganzen Vormittag die MA 43 Bäume und Büsche rund um die Siedlung zurückschnitt, und grosse Flächen von verdorrtem Gras umpflügte, gehe ich davon aus, dass sie sich wohl in einen ruhigen Garten gerettet hat. Nur wieso kommen alle immer in meinen? Die letzte Reihe, in der ich wohne und die dem Wald am nächsten liegt, hat immerhin 6 Häuser und somit 6 Gärten. Also spritzte ich ordentlich mit dem Wasserschlauch dorthin, konnte aber nicht sehen wann sie rauskroch, denn nach genauem Inspizieren war sie nicht mehr da. Seufz…..

Aufkommende Gedanken, dass ja auch Schlangen in den hinteren Gartenteil kommen könnten, um von dort durch die offene Terrassentüre ins Haus zu kriechen, verjagte ich sofort, indem ich anfing, mein neues Vogelhaus zu streichen.

Ist es nicht schön geworden?

Und jetzt gehts ins Auhofcenter, denn ich brauche dringend Sachen vom Libro und vom DM. Ich sehe mich schon, wie ich vorher noch überall herumsuchen werde, ob ich irgendwo eine Schlange entdecke. 😆

NEUES VOGELHÄUSCHEN

Eine gute Stunde habe ich daran gearbeitet, denn die zum Teil sehr langen Schrauben waren ganz und gar nicht einfach reinzudrehen.

Allerdings ist es ein sehr weiches und leichtes Holz, und ich habe deshalb vor, es zu lackieren. Eine dunkelrote Lackfarbe habe ich noch im Keller. Zuerst allerdings bleibt es so im Garten stehen bis es regnet, und ich feststellen kann, ob alles dicht ist.

Ich denke noch ein paar Tag länger mit nur einer Futterstelle werden die Vögel auch noch aushalten.

TAGEBUCH – 30. MAI 2022

Die verspäteten Eisheiligen zwangen mich dazu, die letzten beiden Tage die Terrassentüre geschlossen zu halten, was mich sofort an den Herbst denken lässt, der für mich, seit ich denken kann, immer die schlimmste Jahreszeit ist. Angeblich erwarten uns aber in Wien gegen Ende der Woche 35°. Man wird sehen.

Heute war wieder die Kontrolle für den Wagen angesagt, ein 11jähriger Suzuki, wo man also bald mal damit rechnen müsste, dass er als fahruntauglich befundet wird, doch keine Rede davon, nichts wurde beanstandet. Und wieso bekam er kein Pickerl? Weil sich ein Marder nicht beherrschen konnte und die Leitungen für Licht und Scheibenwäsche angeknabbert hat.

Am 21. Juni erst haben wir einen Termin in der Werkstatt, was aber gleichgültig ist, denn nachts fahren wir ja nicht und tagsüber brauchen wir kein Licht.

Wenn ich Glück habe, dann wird es eine ruhige Woche, denn der nächste Arzttermin ist erst die Woche darauf.

Als erstes heute werde ich das neue Vogelhäuschen mit Ständer zusammen bauen, denn nachdem sich im letzten Monat nur sehr wenige Vögel zeigten, habe ich eines der beiden ausrangiert, weil es bereits sehr abgenützt war. Ich dachte mir, ich hätte Zeit mit dem Zusammenbauen, doch dieses Wochenende hat mich etwas anderes gelehrt. Nicht nur, dass alle Augenblick ein Eichkätzchen drinnen sass, kamen die erwachsenen Vögel mit Unmengen ihres Nachwuchses, die aufgereiht am Gartenzaun sassen, und sich von ihren Eltern die Nüsse und Kerne hinein stopfen liessen.

Also keine Rede mehr davon, dass eine Futterstelle genügen würde. Achja, und jeweils einen 25kg Sack an Nüssen und Sonnenblumenkerne muss ich auch noch über Amazon bestellen, denn einen guten Kilo verputzen die alle an einem Tag.

Jetzt wünsche ich allen meinen Lesern noch eine schöne Woche mit vielen guten Gedanken und Freude am Alltag – und Danke fürs Lesen.

WIE REALISTISCH IST EIN LEBEN FÜR GOTT?

Oder wie realistisch ist es ein Leben mit den 613 Geboten, die Gott den Juden gab, zu führen und/oder ein Nachfolger Jesus Christus zu sein?

Was immer auch die christlichen und jüdischen Gebote betrifft, alle enden in 2 Hauptgeboten: 1. Liebe Gott mit ganzem Herzen (Gefühlen), Deinem ganzen Denken und Deinen Handlungen. 2. Liebe Deinen Nächsten, wie Dich selbst bzw. tue Deinem Mitmenschen nichts an, was Du nicht haben möchtest, das man Dir antut.

Keine Ahnung, wie viele Stunden in meinem Leben ich bereits mit diesen Fragen verbracht hatte, und ich immer irgend eine Antwort erhielt, die mir Mut machte. Doch diese mutmachenden Antworten kommen immer spärlicher und immer fragwürdiger.

Wie sollte es einem Menschen denn möglich sein, sein ICH d.h. seine gesamte Persönlichkeit, die in vielen Jahrzehnten aufgebaut wurde, mit einem Mal, oder wenigstens nach und nach ausser Acht zu lassen?

Obwohl ich nicht im geringsten in Frage stelle, dass es sich einfach grossartig anfühlt, die eigenen Bedürfnisse hinten an zu stellen, um einem anderen Hilfestellung zu geben, oder einer Person so viel Aufmerksamkeit zu schenken, nur um die Liebe damit zu demonstrieren, die man für sie empfindet.

Und die selbe Frage stellt sich mir, was das Einhalten aller Gebote betrifft, die Gott laut dem Judentum von den Menschen erwartet. Denn hier hätte ich sogar eine Antwort von Gott aus dem Alten Testament wo er in Jesaja sagt, dass er die Opfergaben und Feste in seinem Namen nicht mehr erträgt, weil er in ihren Herzen die Ungerechtigkeit, Unehrlichkeit und Lieblosigkeit füreinander sieht.

Das einzige was mir heute eine wirkliche Hilfe für Menschen scheint, die an Gott glauben, ist die Aussage von Jesus Christus, dass jeder, der an IHN glaubt, und weiss, dass ER Gott selbst war, Frieden im Herzen haben darf, auch wenn er sich selbst unglaublich schwer damit tut, wenigstens hin und wieder, und auf eine kurze Zeit nur, sein EGO zugunsten eines anderen zurück zu stellen. Und sei es nur, einen Spaziergang mit dem Hund zu machen, obwohl es einem unglaublich schwer fällt, das Haus zu verlassen. AMEN

TAGEBUCH 2 – 27. MAI 2022

Nachdem ich den ersten Blogeintrag fertig hatte fiel mir brennheiss ein, dass ich doch tanken fahren wollte, weil der Benzinstand auf total Null stand, und schon wieder vergessen hatte. Und fast wie eine Gedankenübertragung erschien mein Mann und fragte, ob ich eh nicht vergessen hatte zu tanken.

„Nein, nein, natürlich nicht“, log ich und fragte mich gleichzeitig, warum ich denn nicht die Wahrheit sage? Also musste ich mir eine Erklärung ausdenken, warum ich jetzt wegfuhr. Sie fand sich!

Die Tankstelle befindet sich unmittelbar neben dem Lidl, und irgendwie spürte ich, dass ich mit der halben Flasche Rotwein, die noch da war, das Wochenende nicht überstehe. Vorallem nicht, wenn es so weiter geht, dass ich bereits mit Panikattacken aufstehe, weil mir nach dem Aufwachen alles einfällt, was sich da jetzt in dieser Welt tut.

Die allermeiste Angst habe ich, dass das Gas so knapp wird, dass wir im Winter nicht mehr heizen können, denn wir haben eine Gasetagenheizung. Als Auffanghilfe haben wir noch zwei Radiatoren, die mit Strom heizen, doch logischerweise schiesst sofort die nächste Angst ins Gehirn, was wir denn machen, wenn es gleichzeitig einen Blackout gibt?

Es braucht mir niemand zu sagen, dass ich ein Wohlstandskretin bin, denn das weiss ich, doch ich habs mir nicht ausgesucht. Denn ich erinnere mich noch sehr gut wie behaglich warm es war, als ein Kohlenofen in meiner Kindheit das Zimmer wärmte, und ein Bratapfel der Nachtisch war.

Wenn ich samstags mittags von der Schule nach Hause kam, stand keine Frage im Raum wie wir denn das Wochenende verbringen werden, denn ich wusste, dass es zu Hause sein wird. Die Oma wird stricken, und lesen und Radio hören, und ich werde zeichnen, Bilder ausmalen und wenns schön ist, werde ich mit den Nachbarskindern vorm Fenster Ball spielen. Wenns sehr schön ist, dann durfte ich mit meinem roten Fahrrad, das mir der Opa gekauft hatte als ich Drei war, den nahe gelegenen Park umrunden, bis ich müde wurde.

Und da war dann noch dieses Zuckerlgeschäft. Da gab es 10 Karamelbonbons oder eine Eisstange um 1 Schilling. Was für eine Freude, erinnere ich mich, wenn die Oma ins Geldbörsel griff und diesen Schilling hergab. Dies liegt alles rund 60 Jahre zurück, doch es kommt mir vor wie im Schlaraffenland. Alles war so einfach, so unkompliziert und lebenswert.

Und heute? Wir leben in einem Luxus, den wir uns vor 60 Jahren nicht einmal vorstellen konnten. Das wäre absolute Science Fiction gewesen, wenn es uns jemand vom Internet erzählt hätte, und die Menschen hätten ihn gemieden und als Verrückten abgetan.

Niemals, absolut niemals hätte ich gedacht, dass ich jemals in so einer Welt würde leben dürfen, und doch tue ich es bereits seit vielen Jahrzehnten.

Hat es mir Freude und Glück gebracht? Nein! Nicht einen einzigen Tag durfte ich dieses Vertrauen, diese Sicherheit in meinem Herzen wieder spüren, wie damals als wir alle „arm“ waren.