TAGEBUCH 2 – 29. JUNI 2022

Der Tierarztbesuch wurde hinter uns gebracht, doch wie zu erwarten war, hiess es keinesfalls, dass alles in Ordnung zu bringen ist.

Eine sehr freundliche und sympathische Ärztin, die am Geruch des Hundes zu erkennen glaubte, dass dieser nach einer Blutvergiftung durch schlecht funktionierende Nieren riecht. Ausserdem stellte sie eine starke Dehydrierung des ganzen Körpers fest.

Das erste war die Blutabnahme, denn sie meinte, dass wir die Zähne vergessen können, solange wir nicht wissen wie es den Organen geht. Anschliessend gab es eine Transfusion mit Antibiotika, Schmerzmittel und allen möglichen Aufbaustoffen, denn sie bemerkte dass Ari in einem erbärmlichen allgemeinen Zustand ist – wo ich ihr nur recht geben konnte.

Am Freitag spätestens ist der Blutbefund da und erst dann kann sie eine Aussage machen, ob und wie es weiter geht. Ich muss damit rechnen, dass die Nieren auch schon so kaputt sind durch das ständige Kortison, dass er wegen der Allergien seit 7 Jahren bekommt, und diese nicht mehr aufbaufähig sind. Was im Klartext hiesse, dass jeder Zeit mit einem akuten Nierenversagen zu rechnen ist. Doch !!!! erst am Freitag wissen wir mehr.

Ausserdem hat sie mir 2 Fläschchen Astronautenfutter mitgegeben, dass ich ihm so gegen 20h nach und nach geben soll. Wird mit einer Injektionskanüle seitlich ins Maul gespritzt. Etwa alle 2 Stunden soll ich das dann morgen und übermorgen praktizieren, damit Ari wieder zu Kräften kommt.

Was mich allerdings gewundert hatte, als ich die Tierklinik West erwähnte, die von einem Dermatologen geführt wird, und der mir aufgrund Aris Allergien Cortison verschrieben hatte, dass sie fast entsetzt reagiert hat, mit der Bemerkung, dass sie das nicht wirklich versteht, wo es doch genügend Alternativen zu Cortison gibt. Aber weiters äusserte sie sich nicht.

Als ich dann mit Ari zum Wagen ging merkte ich, dass ich ein wirklich gutes Gefühl habe, hier die richtige Ordination erwischt zu haben. Ich fühlte mich so unglaublich hilflos, doch irgendwie scheint im Augenblick alles licht und positiv. Natürlich mache ich mir keine übertriebenen Hoffnungen, doch wenn es auch nur noch ein halbes oder vielleicht sogar ein Jahr wäre, wo Ari ein lebenswertes Dasein hat, dann will ich mehr als dankbar sein.

Weitere Nachrichten kommen dann am Freitag am Abend. Und bis dahin wünsche ich allen meinen Lesern eine erholsame Nachtruhe mit vielen schönen Träumen.

TAGEBUCH – 29. JUNI 2022

Eine Nacht zum vergessen haben Ari und ich hinter uns.

Was da genau gelaufen ist, weiss ich nicht. Aber vermutlich wird mir die Tierärztin um 17h dazu etwas sagen können.

Etwa eine halbe Stunde nachdem wir schlafen gingen, spürte ich, dass Ari zu mir ins Bett kam. Doch nicht zum Schlafen sondern zum Herumlaufen vom Kopfende zum Fussende, und das unaufhörlich.

Also ging ich mit ihm hinunter und machte ihm die Terrassentüre auf. Er lief hinaus, doch er machte nichts. Anstattdessen lief er im Garten auf und ab, um nach einigen Minuten herein zu kommen zum Wassertrinken. Doch trinken konnte man das nicht nennen, sondern er leerte buchstäblich Massen an Wasser in sich hinein.

Danach gingen wir wieder hinauf zum Schlafen. Doch dies war nicht möglich, denn sehr bald begann dieses Spiel von Neuem. Ari tigerte im Zimmer auf und ab, und als er versuchte aufs Bett zu springen gelang ihm dies nicht.

Gegen 02h zog ich dann mit ihm ins Wohnzimmer und machte die Terrassentüre auf, sodass er hinaus konnte wann er wollte. Und dann fing es erst richtig an für mich verwirrend zu werden. Denn Ari verbrachte die nächsten rund vier Stunden damit Massen an Wasser zu trinken und diese gleich darauf wieder im Garten zu entsorgen.

Als mein Mann dann um 06.30 aufstand konnte ich bis 10h ein wenig schlafen, denn Ari blieb bei ihm im Wohnzimmer.

Das wenige Essen, dass er gestern im Laufe des Tages zu sich nahm, genauer gesagt waren es nur ein paar Leckerle, die kamen nachts auch wieder völlig unverdaut aus ihm heraus. Als es hell geworden war, konnte ich das Erbrochene im Garten sehen.

Jetzt sind es noch genau 5 Stunden bis zum Wegfahren zum Tierarzt und ich habe keine Ahnung wie ich diese hinter mich kriegen kann, denn die bereits 33° draussen und 29° im Haus lassen es nicht zu spazieren zu gehen oder irgend welche Hausarbeiten zu verrichten, ohne dass der Kreislauf schlapp macht.

Also will ich Musik hören, mir Videos von meinem Rabbi ansehen und meine Hebräischkenntnisse auffrischen, denn damit kann ich verhindern, dass negative Gedanken in meinem Kopf entstehen…..seufz.

Ich wünsche allen meinen Lesern einen guten Tag mit erträglichen Temperaturen und guten Gedanken. Gott segne Euch!

TAGEBUCH – 28. JUNI 2022

Rückblickend kann ich mich gar nicht wirklich erinnern, was da gestern alles abgelaufen ist, denn es war nur zu ertragen, wenn ich nicht darüber nachdachte.

Alles fing am letzten Samstag an, als ich mit Verwunderung sah, dass Aaron sein Lieblingsmenü Hühnerbrust mit Reis und Saft nur zur Hälfte aufass. 7 Stunden später erbrach er alles, jedoch völlig unverdaut. Es sah aus, als hätte es noch niemand gegessen.

Irgendwie war mir plötzlich klar, dass ich wohl doch einen Tierarzt aufsuchen sollte, der Spezialist für alte Hunde sein sollte. Denn jetzt ging es wohl nicht nur um schlechte Zähne sondern möglicherweise um Magenprobleme. Glücklicherweise fand ich im Internet eine solche Ärztin und bekam einen Termin für Mittwoch abend, also morgen.

Sonntag ass Aaron gar nichts, doch gestern freute ich mich zu sehen, dass er sein Hundefutter wieder inhalierte, so wie früher. Die Freude hielt nicht lange, denn sehr bald erbrach er wieder alles. Trotz 30° bettelte er um einen Spaziergang, doch wir kamen nur etwa 200 Meter weit, bis Aaron zusammenbrach. Er zitterte am ganzen Körper und war nicht imstande aufzustehen. Ich trug ihn nach Hause und telefonierte um einen sofortigen Termin bei einem Tierarzt der gerade geöffnet hatte, den ich auch bekam.

Ich fürchtete bereits das Schlimmste, doch der Arzt stellte einen Kreislaufkollaps fest und fuhr mich unfreundlich an, wieso ich mit dem Hunden bei über 30° spazierengehe. Nur dass er meinen Aaron nicht kennt. Denn wenn der spazierengehen möchte, dann setzt er sich vor mich hin und fokkusiert so lange, bis er seinen Willen durchsetzt. Mit dem Rat meinen Hund im Garten kühl abzuspritzen entliess er uns.

Zuhause angekommen spürte ich, dass ich mit allem an der Grenze meiner Belastbarkeit angelangt war. Ich wusste nicht mehr, was ich jetzt noch tun könnte, um die Zeit bis zum morgigen Termin zu überbrücken. Weiss es übrigens auch heute noch nicht, ausser dass ich Aarons Lieblingsleckerle, die er gnädigst zu sich nimmt, klein bröckle, damit sie besser verdaulich sind und hoffe, dass er sie bei sich behält. Alles andere Futter verweigert er…seufz.

Jetzt kann ich nur hoffen, dass diese neue Tierärztin morgen ausser dem angekündigten Blutabnehmen mir auch noch Rat gibt, wie ich was in den Hund hineinfüllen kann ohne dass es wieder zurückkommt.

Denn wie könnte ein ständiges Erbrechen denn mit schlechten Zähnen zusammenhängen? geht mir dauernd durch den Kopf. Da stimmt ja was mit dem Magen nicht!!!

Werde ich morgen womöglich, genauso wie bei Daniel im Jänner 2021, ohne Aaron aus der Ordination herauskommen? Diese Fragen lassen sich nur so unglaublich schwer wegschieben. Eine Zeit lang gehts, doch dann überfallen sie mich wieder aus heiterem Himmel.

TAGEBUCH – 24. JUNI 2022

Heute würde ich gerne über Amazon reden und die vielen Gespräche darüber, dass Amazon vielen Geschäften den Verdienst wegnimmt, und die Herausforderung, dass man doch in der eigenen Stadt einkaufen sollte, anstelle über Amazon.

Das hatte mich vor etwa 3 Jahren irgendwie beeindruckt und ich beschloss den Geschäften in Wien diese Chance zu geben. Doch was passierte?

Bei Saturn und Mediamarkt stand ich mir die Beine in den Bauch, bis ich einen Verkäufer bekam, der mir kaum Information über die gewünschten Laptops geben konnte. Oder ich erfuhr vom Verkäufer, dass der gewünschte Gegenstand gar nicht am Lager ist, und er keine Ahnung hat, wann er wieder kommt. Hier handelte es sich um Notebooks, Schurmaschine für Hunde, Massagegeräte, elektronische Waagen und vieles mehr. In den allermeisten Fällen fuhr ich ohne den gewünschten Artikel wieder nach Hause. Dieses Dilemma begann etwa 2017/2018

Und was bietet Amazon? Nicht nur, dass ich nirgends herum fahren muss, sondern zu Hause in Ruhe alle Beschreibungen durchlesen kann, bezahle ich 10-20% weniger als im Wiener Fachhandelt, und gibt es Lieferprobleme oder etwas ist beschädigt wird es anstandslos von Amazon zurück genommen. Was bedeutet, dass ich keine Angst haben muss auf einem kaputten Gerät sitzen zu bleiben.

Amazon erfüllt alles was man sich von einem Geschäft und einem Verkäufer erwartet. Keine Ahnung wie der Jeff Bezos seine Firma leitet – Fakt ist, dass man alles blitzschnell bekommt und es in den allermeisten Fällen auch top funktioniert.

Der Neid muss es diesem Mann wohl lassen, dass er offensichtlich der fähigste Geschäftsmann aller Zeiten ist.

PS: Der Grund dieses Eintrags ist meine Bestellung von einer 3fach Packung L’Oreal Hair Conditioner, die von der deutschen Post verschlammt wurde. Denn die versprochene Lieferzeit wurde um eine Woche überzogen. Ich machte diese Meldung eben jetzt und bekam die Antwort, dass der von mir bezahlte Betrag von €37,59 sofort auf mein Konto zurückgebucht wird.

TAGEBUCH – 23. JUNI 2022

Mein heissgeliebtes Handy Sony Ericsson Xperia hat seinen 10ten Geburtstag nicht erlebt. Es ging heute morgen über die Regenbogenbrücke, und mein Herz wurde sehr schwer, wenn ich das ehrlich zugeben darf. Vorallem deshalb, weil seine Simcard zu gross war um in das neue Huawei zu passen.

Nun hatte ich mehrmals davon gelesen, dass es möglich ist eine zu grosse Simcard selbst ins Nanoformat zu schneiden, was ich mir absolut nicht zutraute.

Als ich dann völlig ratlos dasass und mir überlegte wohin ich denn jetzt fahren muss um mir nicht nur eine neue Simcard zu kaufen, sondern sie auch gleich dort entsperren zu lassen, schwebte offenbar der Engel des Selbstvertrauens über mir, der mir sagte: „was hast Du zu verlieren? Geh in You Tube und schau Dir an wie es geht“. Und das tat ich verwunderlicherweise dann auch, ohne gleich abzuwinken, mit der Standardausrede „Nö, das klappt doch nicht wirklich“.

Aber es klappte!!! Ich fitzelte einen zehntel Milimeter nach dem anderen weg, bis es nach zigmal probieren genau in den vorgegebenen Rahmen passte, und Huawei es anerkannte. Und zu meiner Freude nahm die Simcard auch alle gespeicherten Kontakte mit hinüber, denn ich hatte befürchtet, dass ich diese alle jetzt erneut speichern müsste.

Das einzige was mir Sorgen machte bei Huawei war, dass sein Display nur ein paar Sekunden hell blieb, wenn ich keine Aktion ausführte und sich sofort abschaltete. Ich hatte gehofft dies bei der Einstellung Energiesparen ändern zu können, doch es gibt diese Option nicht. Eine Aussage von meinem Dieter aber, dass man ein Erlöschen verhindert indem man eine Stelle am Handy touched, zeigte mir, dass ich einfach nur von Anfang an einen Finger an einer unverfänglichen Stelle platzieren muss, damit das Display dauerhell bleibt. Nehme ich den Finger weg, erlischt das Display sofort – eigentlich seltsam denke ich mir grad. Doch was solls – lass ich halt den Finger dort. 😆

Hmm…fühlt sich schon sehr gut an, wenn man sich was zutraut.

DER KLEINE PRINZ

Bis vor einigen Tagen kannte ich diesen Song nicht von Bernd Clüver und googelte ein bisschen über ihn, weil mich sein jungenhaftes Aussehen irgendwie beeindruckte.

Er starb mit 63 an den Verletzungen eines Treppensturzes, an dem Tag als er die Nachricht bekam, dass die geforderte Scheidung von seiner Frau durchgegangen war. Es war eine lange Steintreppe bei seinem Haus auf Mallorca, und er war stark alkoholisiert gewesen. Zwischen dem Tag seines Todes, und dem Tag, als er diesen Song sang, lagen fast genau 40 Jahre. Ich hoffe es waren ein paar glückliche dabei -Rest in Peace – Bernd.

TAGEBUCH – 11. JUNI 2022

Als ich Mittwoch die Ordi meines Kardiologen verliess, war es mir sehr leicht ums Herz, denn die Veränderungen der Laborwerte stellten sich sogar als positiv heraus für mich. Die letzte Diagnose lautete Verdacht auf Leukämie, was sich leider auch weiter bestätigte, doch die Medikamente haben voll gegriffen, und die Werte sind sogar besser als schlechter geworden. Die nächste Kontrolle ist erst für Dezember vorgesehen.

Wenn da aber nicht auch noch die andere Seite wäre, nämlich die des Geistes und der Seele, die ja bei mir alles andere als zufriedenstellend zu bewerten ist, und massiv in die absolut falsche Richtung verläuft, seit ich den Kampf gegen den Alkohol verlor.

Denn so wie es jetzt aussieht, bin ich nicht mehr imstande, mich irgend welchen profanen Schwierigkeiten zu stellen einerseits, und andererseits zu erkennen, dass sich im Verhalten der Menschen nichts jemals verändern wird.

Als kleines Beispiel nenne ich die Nachricht von Donnerstag bei Microsoft, dass Kinder ein neugeborenes Wildschweinbaby, bei dem noch die Nabelschnur da war, zu Tode gejagt hatten. Das Kleine hat so laut geschrien, dass ein Radfahrer aufmerksam wurde, und mit ihm zum Tierarzt fuhr, doch es starb beim Übergeben an die Ärzte.

Und jetzt frage ich mich: „Bitte was werden das für Erwachsene, wenn sie nicht die Not eines kleinen Tieres erkennen, das laut um Hilfe ruft – und anstatt dessen lachen sie und jagen es weiter bis es nicht mehr geht.

Und genau das selbe geschah eine Woche vorher mit einem Schaf. Jugendliche jagten es zu Tode.

Ich kann nicht mehr dazu sagen als „nüchtern halte ich diese Welt nicht mehr aus“.