TAGEBUCH – 16. MAI 2022

Wie versprochen hat Wien heute 32° mit strahlendem Sonnenschein und Windstille, was eindeutig ermüdend war beim Spazierengehen mit Ari, sodass er sogar die kürzere Runde ausgewählt hat um bald wieder nach Hause in den Schatten zu kommen.

In letzter Zeit gelingt es mir immer wieder darauf zu verzichten, mich mit den Microsoft Nachrichten berieseln zu lassen. Ein baldiges Kriegsende ist sowieso nicht abzusehen, was die Zahl der Neuinfektionen angeht so sieht es ja auch recht gut aus in Österreich. Und was die Politiker sich für Gemeinheiten an den Kopf werfen, muss ich wirklich nicht wissen.

Gestern hörte ich ein Video von meinem Rabbi, der über Depressionen sprach und Lustlosigkeit und er riet dazu drei Dinge zu praktizieren, die den Menschen helfen, aus dieser negativen Stimmung wieder rauszukommen.

Schönes Hören – Angenehme Stimmen und Worte. Entweder Musik oder sich bei You Tube Meditationen mit einer Stimme anzuhören, die einem gefällt – also gut tut. Das gleiche gilt auch für Erzählungen. Auch Erwachsenen macht es Freude sich eine schöne Geschichte anzuhören – sollte keinesfalls unterschätzt werden.

Schönes Sehen – Auch hier kann das Internet sehr hilfreich sein mit der Betrachtung von schönen Bildern, schönen Landschaften und lustigen Tieren zusehen, wo man dann auch noch herzlich lachen kann.

Gute Gerüche – Eine Aromatherapie hat eine sehr schnelle Wirkung, weil Gerüche unverfälscht in die Nase und damit ins Gehirn kommen. Wenn man zu negativen Stimmungen neigt, wäre es sinnvoll sich ein paar Duftöle zu kaufen, die einem z.B. an schöne Zeiten in der Kindheit erinnern.

Bei mir ist es z.B. das Tannenöl, das mich sofort in meine Kindheit rotzt. Denn meine Grossmutter ist zu Allerheiligen immer mit mir auf den Friedhof gegangen. Und dort waren viele Stände aufgereiht, an denen man aus Tannenreisig gebundene Kränze in verschiedenen Formen kaufen konnte, um sie zum Grab mitzunehmen. Niemals mehr hatte ich diesen Tannengeruch so intensiv gerochen, wie damals, und damit ist ebenso die Freude verbunden, über eine Kleinigkeit zum Naschen, die mir meine Oma dort immer gekauft hatte. Es war ein Stanitzel mit türkischem Honig.

Hach war das ein Genuss damals 😆 und wie soooo gerne denke ich daran zurück, an diese soooo hell erleuchtete Zeit, als noch keine Dunkelheit in meinem Kopf war – nur Licht und Sonnenschein.

DANKBARKEITS-TAGEBUCH ERINNERUNGEN

Heute vor 46 Jahren, also am 12. Mai 1976 wagte ich mich zum zweiten Mal aufs Standesamt. Es war strahlender Sonnenschein und wir sassen anschliessend mit meinen Eltern und fünf seiner geladenen Arbeitskollegen und Freunde im Gastgarten eines Nobelheurigen in Neustift.

Mein Gott, denke ich mir eben, wie hell war doch damals alles in meinem Kopf. Wie unglaublich glücklich und unbeschwert waren wir gewesen. Alle Anwesenden waren ebenso wirklich gut drauf und wir scherzten und lachten bis zum Gehtnetmehr.

Wir waren mitten im Wirtschaftswunder, mein Mann war Versicherungsangestellter und Immobilienmakler, was sich damals voll ergänzte, und wir konnten innerhalb von rund 7 Jahren die Bankraten für das Reihenhaus komplett abbezahlen, uns eine Inneneinrichtung vom Tischler anfertigen lassen, tolle Urlaube machen, zwei Autos kaufen und der Welt einen Haxn ausreissen, wie man in Wien gerne sagt.

Doch auch diese Zeiten änderten sich nach und nach, und schon anfangs der 80er war die Nachfrage bei Versicherungen und Immobilien nicht mehr annähernd so stark, wie mitte der 70iger.

Aber es wenigstens erleben zu dürfen ist doch weit, weit mehr als jungen Menschen heute möglich ist, und ich will nur noch dankbar sein für alles Gute und Schöne, das mir in meinem Leben vergönnt war.

ERINNERUNGEN

Es muss 2003/2004 gewesen sein, und ich war seit 2002 Mitglied bei den Baptisten in der Wiener Bujattigasse. Anfangs 2003, also ein Jahr nachdem ich unglaublich glücklich dort war, weil alles so perfekt schien, kam es zu einem „Zusammenbruch“ der Gemeinde d.h. ihre Meinungen gingen so diametral auseinander, dass mehr als die Hälfte der Leute die Gemeinde verliessen, und woanders eine neue gründeten.

Übrig blieben dann etwa 20-25, die sich fest vornahmen alles so weiter zu führen, wie es bisher war d.h. Gottesdienste für Erwachsene und Kinder am Sonntag, Bibellese am Mittwoch und viele weitere Veranstaltungen.

Ich übernahm die „Portiersaufgabe“ d.h. ich kam als erstes jeweils, sperrte das Haus auf und ging als letztes und sperrte das Haus zu. Dazwischen wurden die Leute, die kamen begrüsst und wieder verabschiedet. Ebenfalls war ich für den Schaukasten zuständig, der vorm Haus platziert war, und der jede Woche neu ausgeschmückt werden musste mit hübschen christlichen Accessoires und beeindruckenden Bibeltexten. Und ebenso betreute ich den Büchertisch, der gleich neben dem Eingang stand.

Doch nach gut einem weiteren Jahr hatten die meisten irgendwie keine Lust mehr, oder hatten sie keine Kraft mehr, und nach und nach gaben viele ihre übernommenen Aufgaben zurück.

Nur einer wurde niemals müde, erinnere ich mich. Er hiess Liviu Achim, war verheiratet mit 2 Kinder, kam aus Rumänien, war kaum grösser als ich, mit max. 55 kg, und war Zahnarzt hier in Wien.

Doch gleich von anfang an war da etwas zwischen uns, das uns spürbar verband. Und wir hatten deshalb immer wieder die wunderbarsten Gespräche, die uns unglaublich viel Kraft gaben.

Doch es kam wie es kommen musste, denn die, die nach der Spaltung geblieben sind, waren die meisten Pensionisten mit wenig Einkommen, und deshalb reichte die Kollekte nicht aus, um alles bezahlen zu können. Damit mussten wir das Haus zurück an die Baptistenleitung geben, die es dann an die Gruppe gab, die weggegangen waren.

Doch Liviu sagte: „Gott ist so gross, hinter allem was geschieht steckt sein göttlicher Plan“.

Es war üblich bei uns, dass sich Menschen Lieder wünschen durften, die sie gerne hören möchten, und ich kann den Blick von Liviu nicht vergessen, mit dem er mich ansah mit Tränen in den Augen, als jemand sich dieses hier gewünscht hatte.

Ich vermisse Euch alle soooo sehr, die ihr schon gehen musstet: Dagny, Fredric, Josef, Erich, Lisa, Irmgard, und hoffe auf ein Wiedersehen DA OBEN!

DIE GUTE NACHRICHT

Bislang war mir diese Bezeichnung nur als Titel einer Bibelausgabe bekannt, doch ich meinte sie heute auch anders verwenden zu dürfen, als ich folgendes in den Nachrichten las:

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Gut einen Monat nach der Entdeckung der Omikron-Variante des Coronavirus in Südafrika sieht die Regierung den Höhepunkt der neuen Infektionswelle überschritten. Das Land habe sie ohne deutlichen Anstieg der Spitaleinweisungen und Todesfälle überstanden, hob die Regierung am Freitag hervor. Die seit fast zwei Jahren geltende nächtliche Ausgangssperre und weitere Einschränkungen des öffentlichen Lebens wurden aufgehoben – bereits zu Silvester.



Zwar einen Tag zu spät, von dem ich aber annehme, dass er mir verziehen wird, wünsche ich allen meinen Lesern ein Gutes Neues Jahr und zitiere Genos letzten Eintrag in seinem Blog, bevor er diese Welt verliess.

***SEID MUTIG UND STARK***

ZUM NACHDENKEN

DIE STARRKÖPFE DER SEELE UND DIE STRENGEN verstehen die Barmherzigkeit Gottes nicht, denn sie predigen, dass jene bestraft werden, weil sie Böses taten – sie müssen in die Hölle….

Sie sind nicht in der Lage ihr Herz zu weiten, sondern Angsthasen mit einem kleinen verschlossenen Herzen, die am blossen Rechtssprechen hängen.

Sie haben vergessen, dass die Gerechtigkeit Gottes in seinem Sohn Jesus Christus zu Fleisch, und damit zu Barmherzigkeit wurde, und sein Herz immer offen für Vergebung ist.

Papst Franziskus

DANKBARKEITS-TAGEBUCH 14

Wie bedankt man sich für ein geschenktes Jahr ohne irgend welcher gesundheitlichen oder sonstiger unlösbaren Probleme? frage ich mich im Moment.

Heute vor genau einem Jahr wurde ich um 16h mit einem Schlaganfall ins Krankenhaus gebracht, wo ich 12 Tage auf der Intensivstation verbrachte. Doch meine Gedanken lagen nicht bei mir und meiner Gesundheit, erinnere ich mich noch, sondern bei meiner Familie zu Hause. Bei meinem Mann, der nicht imstande war sich auch nur eine Schale Tee zuzubereiten, und bei meinen Hunden Ari (9) und Daniel (14), die niemals vorher auch nur einen Tag lang ohne mich waren.

In dieser ersten Nacht allerdings durfte ich etwas sehr wichtiges erfahren, nämlich wie Gott wirkt in den Menschen. Denn da war ein Augenblick gewesen, wo ich spürte, dass die Angst um meine Lieben eine Grenze überschritt, die ich als „unerträglich“ empfand, und genau das war der Punkt, wo mein Geist und mein Körper imstande waren, alles LOSZULASSEN.

Und ich durfte einen wunderbaren Augenblick erfahren, wie alle Energie dieser Angst sich in Wärme und Zuversicht verwandelte, und ich nur noch auf Gott und seine Güte vertraute. Und im selben Moment schlief ich tief und fest ein bis zum Morgen.

Seither kam es zu keinen weiteren Durchblutungsstörungen, und ebenso wurden mit dem implantierten Herzmonitor kein Vorhofflimmern gemessen, was als letzten Auslöser für den Schlaganfall angenommen wurde, nachdem alle anderen Untersuchungen ohne Befund waren.

Und so sehe ich dieses Jahr als ein Geschenk des Himmels, denn es hätte ja auch anders ausgehen können.

Nachdem Herzinfarkte und Schlaganfälle sowohl in Österreich als auch in Deutschland die häufigsten Gesundheitsprobleme der Menschen darstellen, schicke ich an alle davon Betroffenen jetzt gute Gedanken hinaus in die Welt, mit dem Wunsche, dass alle wieder genesen und sich noch vieler weiterer Jahre erfreuen dürfen.

TODAH RABBAH ADONAI, ELOHENU, MELECH HA OLAM.

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DAS LEBEN IST …

Das Leben ist eine Chance, nutze sie.
Das Leben ist Schönheit, bewundere sie.
Das Leben ist Seligkeit, genieße sie.
Das Leben ist ein Traum, verwirkliche ihn.
Das Leben ist eine Herausforderung, stelle dich ihr.
Das Leben ist Pflicht, erfülle sie.
Das Leben ist ein Spiel, spiele es.
Das Leben ist kostbar, geh sorgsam damit um.
Das Leben ist Fülle, öffne dich ihr.
Das Leben ist Liebe, erfreue dich an ihr.
Das Leben ist ein Rätsel, durchdringe es.
Das Leben ist ein Versprechen, erfülle es.
Das Leben ist Traurigkeit, fühle sie.
Das Leben ist eine Hymne, singe sie.
Das Leben ist auch Kampf, kämpfe ihn.
Das Leben ist eine Tragödie, ringe mit ihr.
Das Leben ist ein Abenteuer, wage es.
Das Leben ist Angst, gehe durch sie hindurch.
Das Leben ist Glück, empfange es.
Das Leben ist das Leben, verteidige es.

Heilige Mutter Teresa