GEDANKENSPLITTER -KINDLICHES GEMÜT?

Heute Nacht wachte ich auf und hatte eine Melodie im Kopf, die nicht verschwinden wollte.

Nach einiger Zeit fiel mir dann auch der Text dazu ein, und ich „musste“ aufstehen, den Lapi booten und mir diesen Song anhören.

Es war ein Lied aus meiner Kindheit, und ich erinnerte mich daran, wie oft es in den Wunschkonzerten bestellt wurde, die immer nachmittags im Radio liefen.

Und ich fragte mich wie es damals kam, dass sich die Menschen an Songs erfreuten, die beinahe einen kindlichen Text hatten?

Solche Texte hätten doch heute nicht die geringste Chance in die Hitlisten zu kommen – oder?

Hatten wir denn in den 60igern soviel mehr kindliches Gemüt und waren wir deshalb auch soviel anspruchsloser als 60 Jahre später?

Wie auch immer, denke ich mir eben, war diese Zeit lebenswerter, sehr viel lebenswerter.

GEDANKENSPLITTER – LEBEN

Würde mich heute ein junger Mensch fragen, was ich ihm aufgrund meiner Lebenserfahrung raten möchte, dann wäre die Antwort: „Hab keine Angst vor Fehlentscheidungen. Denn die grössten Fehlentscheidungen sind die Entscheidungen, die Du nicht getroffen hast. Und die grössten Verluste im Leben sind die Dinge, die Du hättest tun können, doch nicht getan hast – aus welchen Gründen auch immer. Entscheide aus dem Bauch heraus – trau Dich Du selbst zu sein. Hinzufallen und sich eine blutige Nase holen ist kein Unglück – das einzige wirkliche Unglück wäre sich etwas nicht zu trauen, aus Angst vorm Hinfallen.“

GEDANKENSPLITTER-SEHNSUCHT

Eine Frage kam mir heute in den Sinn, und sie beschäftigt mich bereits viele Stunden.

Ein wichtiger Mensch in meinem Leben sagte einmal, dass ihm das Wort „Sehnsucht“ nie einfällt, weil er es niemals in seinem Leben kennen gerlernt hat.

Er weiss also nicht, wie es sich anfühlt, sich nach etwas oder nach jemandem zu sehnen.

Jetzt frage ich mich, ob dann wohl alle seine Entscheidungen bzw sein Verhalten anderen Menschen gegenüber rein verstandesmässig getroffen wurde? Und wenn Ja, wie soetwas für einen Menschen denn überhaupt möglich ist?

Ich war immer der Meinung, dass wir Menschen als reine Gefühlsbündel auf die Welt kommen, und erst lernen müssen, den Verstand – wenigstens einigermassen – über unsere Gefühle zu setzen.

Behauptet aber jemand von sich, das stärkste Gefühl überhaupt, nämlich die Sehnsucht, gar nicht zu kennen – wie wäre so ein Mensch dann eigentlich einzustufen?

Als ein Weiser oder ein Monster? Hmm….????

GEDANKENSPLITTER – SELBSTMITLEID

KANN SELBSTMITLEID ZU CHRONISCHER KRANKHEIT WERDEN?

Diese Frage stellte sich mir eben, als ich mit meinem, mir GsD noch verbliebenen Ari an diesem kalten Wintertag nach draussen ging. Nicht weil mir danach war, sondern weil ich weiss, wie sehr er sich immer darüber freut.

Wer in mir es war, der diese Frage stellte, ist mir unklar, denn ich meine dass es mit meiner Vernunft nie sehr weit her war. Denn Vernunft setzt ja voraus, dass man imstande ist, alles was geschieht oder nicht geschieht objektiv sehen zu können. Doch dazu war ich, wie es mir scheint, eigentlich niemals wirklich imstande.

Ich hatte mir eine Vorstellung kreiert, wie diese Welt ablaufen „muss“, um für mich akzeptabel zu sein, und hatte keiner Abänderung dieser Vorstellung auch nur die kleinste Chance einer Existenzberechtigung gegeben.

Was war aber dann letztlich das Resultat dieses, wie es mir scheint „angeborenen“ Eigensinns? Ein unentwegtes Unglücklichsein gepaart mit permanenter Unzufriedenheit!

2020 hat diesem meinem Eigensinn wohl die Krone aufgesetzt mit dem Ereignis der weltweiten Pandemie, dem Schlaganfall im Juni, dem Grundwassereinbruch im Oktober im Keller unseres Hauses und nun mit dem Tod meines über alles geliebten Daniels.

Soviele Möglichkeiten gäbe es die Pandemie z.B. als gewinnbringendes Ereignis zu sehen, wie dass die Menschen wieder hilfsbereiter wurden, mehr zusammen hielten, oder die Medikamentenverordnung über ELGA, oder das Distancelerning in der Schule sowie das Homeoffice, was zu einer enormen Reduktion des Strassenverkehrs und somit zur Umweltschonung führte und noch vieles mehr.

Ein Schlaganfall ist nicht lustig, das steht mal fest. Jedoch die Tatsache, dass absolut nichts davon zurück blieb und ich die Erfahrung machen durfte, wie grossartig die Patientenversorgung in Wiener Krankenhäuser doch ist, und mir bewusst wurde, in welch wunderbaren Land ich seit 68 Jahren leben darf, wäre es doch wert beachtet zu werden!

Ebenso könnte ich doch anerkennen, dass mein Daniel die ihm von Gott gegebene Lebenserwartung von 13-15 Jahren voll ausschöpfen durfte, und bis zum letzten Tag seines Lebens schmerzfrei sein durfte – noch am Tag vorher konnte ich beobachten, wie er sich nach einem guten Abendessen am Rücken räkelte und mit den Vorderpfoten wippte, was er immer tat, wenn er sich besonders wohl fühlte.

Doch leider spielt es diese positive und stärkende Musik nicht in meinem Leben, denn solche Gedanken produziert mein Gehirn nur, wenn es dazu aufgefordert wird wie z.B. jetzt einen Blogeintrag darüber zu machen.

Es verbindet sich aber nicht mit meinem Herzen, nicht mit meinem Fühlen und damit mit meinem wirklichen Denken.

Mein wirkliches Denken und Fühlen kennt nur eines – SELBSTMITLEID. Es nimmt ausschliesslich das zur Kenntnis, was nicht so ist, wie es es sich vorstellt, und bricht augenblicklich in Tränen aus, wenn ein Geschehen eintrifft, das seiner Meinung nach „nicht sein darf“.

Und deshalb nochmals die Frage – kann Selbstmitleid zur chronischen Krankheit werden, mit der man lernen muss zu leben? Die man als „man selbst“, also als einen Teil seiner Persönlichkeit akzeptieren und annehmen muss? Lernen muss MIT ihr zu leben, anstelle alles zu versuchen, sie verändern zu wollen?

GEDANKENSPLITTER – ANGST und LEID

Jedes Jahr kaufe ich mir einen jüdischen Kalender, und schreibe alle Gedanken hinein, die in Verbindung mit meinem Glauben an Gott im Laufe eines Tages auftauchen.

Eben schlug ich den heutigen Tag 2019 auf und war einigermassen überrascht zu lesen, was ich da geschrieben hatte. Denn seltsamerweise war ich der Meinung, dass ich eigentlich ohne Corona, ohne Schlaganfall und ohne Grundwasser in meinem Keller sehr glücklich, oder sagen wir wenigstens sehr unbeschwert gewesen sein musste.

Da steht: „Je weniger Leid ich fühlen würde, umso grösser wäre die Distanz zu Gott“ . Neues Mantra für mich: Was Du mir gibst an Angst und Leid, zieht mich näher zu Dir, mein Gott“

Welcher Unterschied besteht also zwischen begründeter Angst und der Angst vor der Angst?

Ich fürchte, es gibt keinen.

Jetzt erinnere ich mich an die Aussage eines sehr weisen alten Mannes, den ich in jungen Jahren meinen Freund nennen durfte. Er sagte: Die Angst ist für mich wie eine Mahlzeit in meiner Kindheit, wo meine Mutter sagte: „wos aufn Tisch kommt wird gfressn, und erst wenn da Teller leer is derfst spieln gehn“. 😆

GEDANKENSPLITTER-ANGST

Sah soeben im Internet ein Riesenposter mit Donald Trump als Rambo, also als Kampfmaschine mit Maschinengewehr. Und mit diesem Bild ziehen die Menschen in Michigan durch die Strassen, und machen Werbung für ihren Präsidenten.

Wo liegt hier wohl die Grundlage dieses Posters?

Ich würde meinen in der Furchtslosigkeit!

Doch wenn man sich das Bild eines Furchtlosen zum Vorbild macht, dann hiesse das doch, dass diese Menschen Angst haben! Doch wovor? Was ist ihre grösste Angst? Ich glaube nicht, dass es das Coronavirus ist, wenn ich mal spekulieren darf, sondern dass es sich weitverbreitet um ihre Mitmenschen handelt.

Diese Mitmenschen, die einer anderen Rasse angehören und die eine andere Hautfarbe haben als sie selbst.

Diese Menschen, von denen sie erwarten, dass es ihre Feinde sind, und die nichts anderes im Sinn haben, als ihnen Böses zu tun.

Und genau diese Ängste sind in uns Menschen tief verankert, und werden seit tausenden von Jahren praktiziert und gelebt – ohne dass es irgend jemanden jemals gelungen war, dieses Schreckgespenst aus der Welt zu schaffen.

Wer z.B. frage ich mich, käme auf die Idee Tiere gemeinsam in einem Käfig zu halten, von denen bekannt ist, dass sie keinerlei Gemeinsamkeiten haben, sondern ganz im Gegenteil, sich einen erbitterten Kampf auf Leben und Tod liefern würden?

Doch bei uns Menschen setzen viele voraus, dass es möglich sein müsste, alle auf einen gleichen Nenner zu bringen – und das obwohl die Praxis seit vielen Jahrtausenden anders aussieht.

Mag sein, dass ich da eine Milchmädchenrechnung im Sinn habe, doch könnte es denn nicht viel einfacher sein für uns alle, wenn wir räumliche Unterschiede machen würden?

Hmm….Österreich hat z.B. 9 Bundesländer. Also könnte man doch die Österreicher in 9 verschiedene Meinungsvertreter aufteilen? Und dass wir Menschen dann nicht einfach nur nach Wohnungen und Häusern suchen, die uns gefallen, sondern uns dort niederlassen, wo Gleichgesinnte leben?

Wenn es in Wien z.B. einen Bezirk gäbe, in dem ausschliesslich Türken leben, und einen anderen in dem ausschliesslich Menschen gleicher Rassen leben etc, dann hätten alle ihr Territorium, in dem sie sich wohlfühlen, und die Ängste vor einander würden sich immens minimieren.

Hmm….hmm ??? Wie gesagt – einfach nur Gedankensplitter.

GEDANKENSPLITTER

Lese eben einen Eintrag in mein Tagebuch letztes Jahr bei Jom Kippur, wo ich Gott um Hilfe bat mir dabei zu helfen, weniger zu trinken. Mich von der Sucht zu befreien, dass ich schon am frühen Nachmittag glaube, den Tag nicht ohne Alkohol durchzustehen.

Und in diesem Zusammenhang wenigstens 5-7 kg weniger auf die Waage zu bringen, damit ich viele Kleidungsstücke, die mir nun zu eng sind, wieder tragen kann.

Und ich erinnere mich sehr gut daran, als ich dies niederschrieb, wie mir klar wurde, dass ich vom Alkohol wohl nur dann wegkommen werde, wenn mich der Einbruch meiner Gesundheit dazu zwingen würde.

Erinnere mich, wie ich tief geseufzt hatte, als mir klar wurde, dass Gott doch letztlich dann genau zu solchen Massnahmen greifen müsste, um mir meine Wünsche zu erfüllen.

Und heuer hat Gott alle meine Wünsche erfüllt. Mit dem Stroke zeigt die Waage jetzt 10 kg weniger als im Vorjahr, und ich darf alle meine Sachen wieder tragen, die mir viele Jahre lang zu eng waren.

Ebenso ist Alkohol kein Thema mehr, und ich freue mich täglich schon auf den Nachmittag, wo ich eine heisse Schokolade , und über den Tag verteilt einen Liter Pfirsich-Maracuja-Tee geniessen darf.

Finde es auch äusserst angenehm auch noch abends klare Gedanken und vorallem keine Wassereinlagerungen mehr in den Beinen zu haben.

Also zweifellos ein Riesenerfolg auf der ganzen Linie….könnte man da doch letztlich sagen?

Wieso fällt es mir dann so schwer, das Geschehene als reine Wunscherfüllung, als Geschenk Gottes an mich, zu sehen? Ist doch jetzt alles genauso, wie ich es mir vor einem Jahr so sehr gewünscht hatte?

Baruch ata Adonai, Elohenu, Melech haOlam – gepriesen seist Du ewiger, unser Gott, Du regierst die Welt.

GEDANKENSPLITTER

Tischlermöbel nach Mass
echte Teppiche an der Wand
Vertraute Umgebung, und doch so kalt.

Suche nach Wärme
Suche nach Verstehen
Suche nach Geborgenheit

Hoffnung, Träume von Licht und Sonne
Ich liebe Dich – nur ein Wort
für Dich würde ich putzen gehen – leere Versprechen

Dunkelheit, Leere – kein Traum
Kein Erwachen mehr
Erkennen – no way out

GEDANKENSPLITTER – FRIEDEN FINDEN

Wann genau, fragte ich mich heute, hatte es begonnen, dass ich mich ernsthaft für Spiritualität im Sinne von diversen Religionen und Philosophien interessierte?
Und die Antwort war, als ich eine Art geistigen Leidensdruck empfand, den ich loswerden wollte.
Also Fragen nach etwas, das mir nicht klar war, und das ich heraus finden wollte.
Um etwa 40 Jahre später erkennen zu müssen, dass es nicht nur keine allgemein gültigen Antworten gibt, sondern Antworten, die heute befriedigen, morgen keine Wirkung mehr zeigen.

Doch eines steht zweifellos fest für mich.
Der Grund all dieses Suchens war immer die Nichtbereitschaft den Schmerz einfach zu akzeptieren.
Einfach zu akzeptieren, dass es IMMER einen Schmerz geben wird, solange wir leben.

Und mit dieser Erkenntnis und Akzeptanz erübrigt sich alles weitere Suchen, und der Mensch könnte Frieden finden.

Is’nt it ???????

GEDANKENSPLITTER – BEGRÄBNISSE

Als ich vor ein paar Tagen googelte, da las ich, dass es z.B. 2018/2019 weltweit bis zu 650.000 Menschen gab, die am Grippevirus starben.

Bekanntlich dauert so ein Grippevirus 3-4 Monate, also meistens von Dezember bis März.

Und soweit meine Rechenkünste reichen, hiesse das in etwa 180.000 tote Menschen weltweit pro Monat. Und soweit ich weiss, wurden diese wie gewohnt in aller Stille von ihren Familien in ihren Gräbern beerdigt.

Wie kommt es, dass es bei 65.000 tote Menschen weltweit im März 2020, die an dem Coronavirus erkrankten, plötzlich keine Beerdigungsmöglichkeiten gibt?
Wieso werden diese irgendwo „gestapelt“, oder sollen in Stadtparks vergraben werden, so wie das N.Y.-City jetzt meldet?

Was also hat man vor einem Jahr mit den 180.000 Menschen gemacht, die jeden Monat am Grippevirus starben?

Hat da jemand eine Antwort?