ICH FÜRCHTE

dass es dann vermutlich wirklich der letzte Sommer war für meinen Fliederbaum, denn eben lese ich in den Nachrichten, dass es in Europa Massen an Kastanienbäumen trifft, die mit einer Herbstblüte noch das letzte aus sich herausholen möchten.

Philipp Schönfeld vom Projekt „Stadtgrün 2021“ der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) sagt: „Salopp formuliert gilt das Prinzip: Wenn ich ohnehin sterben muss, möchte ich bis dahin wenigstens noch möglichst viele Nachkommen zeugen.“ Die Herbstblüte ist ein letztes Aufbäumen eines Baumes, der den Frühling vielleicht nicht mehr erlebt.

Als ich diese Formulierung las, wurde mir sehr schwer ums Herz, denn ein Kastanienbaum war es, der mich durch meine Kindheit begleitete. Er stand unmittelbar vor unseren Fenstern im 3. Stock eines Wiener Gemeindebaues, und ich konnte jeden Abend die vielen Vögelchen hören, die in seinen Ästen sassen und ihr Abendlied sangen.

Ich komme nur sehr schwer klar damit zur Kenntnis nehmen zu müssen, dass so vieles, was mir in meinem Leben wichtig war, bald nicht mehr existieren wird.

Muss aber auch zugeben, dass ich im Augenblick keine stabile Seelenstimmung habe, denn nach einer fast sommerlichen Woche kam gestern Abend der Herbst mit Regen und starkem Temperaturrückgang nach Wien.

Und die Neuinfektionen mit dem Coronavirus sind in der letzten Woche förmlich explodiert. Waren es vor zwei Wochen noch 6-700 am Tag so sind wir jetzt bei über 1.200 angekommen, Tendenz steigend, von denen sich zwei Drittel nicht zurück verfolgen lassen. Mit einem Wort: die Sache ist ausser Kontrolle und die Regierung trägt sich mit dem Gedanken ab 16. November einen erneuten dreiwöchigen Lockdown zu starten.

Und ich muss ehrlich zugeben, dass mir das ganze eine Scheissangst macht…..Gott sei uns gnädig!

GEDANKENSPLITTER

Lese eben einen Eintrag in mein Tagebuch letztes Jahr bei Jom Kippur, wo ich Gott um Hilfe bat mir dabei zu helfen, weniger zu trinken. Mich von der Sucht zu befreien, dass ich schon am frühen Nachmittag glaube, den Tag nicht ohne Alkohol durchzustehen.

Und in diesem Zusammenhang wenigstens 5-7 kg weniger auf die Waage zu bringen, damit ich viele Kleidungsstücke, die mir nun zu eng sind, wieder tragen kann.

Und ich erinnere mich sehr gut daran, als ich dies niederschrieb, wie mir klar wurde, dass ich vom Alkohol wohl nur dann wegkommen werde, wenn mich der Einbruch meiner Gesundheit dazu zwingen würde.

Erinnere mich, wie ich tief geseufzt hatte, als mir klar wurde, dass Gott doch letztlich dann genau zu solchen Massnahmen greifen müsste, um mir meine Wünsche zu erfüllen.

Und heuer hat Gott alle meine Wünsche erfüllt. Mit dem Stroke zeigt die Waage jetzt 10 kg weniger als im Vorjahr, und ich darf alle meine Sachen wieder tragen, die mir viele Jahre lang zu eng waren.

Ebenso ist Alkohol kein Thema mehr, und ich freue mich täglich schon auf den Nachmittag, wo ich eine heisse Schokolade , und über den Tag verteilt einen Liter Pfirsich-Maracuja-Tee geniessen darf.

Finde es auch äusserst angenehm auch noch abends klare Gedanken und vorallem keine Wassereinlagerungen mehr in den Beinen zu haben.

Also zweifellos ein Riesenerfolg auf der ganzen Linie….könnte man da doch letztlich sagen?

Wieso fällt es mir dann so schwer, das Geschehene als reine Wunscherfüllung, als Geschenk Gottes an mich, zu sehen? Ist doch jetzt alles genauso, wie ich es mir vor einem Jahr so sehr gewünscht hatte?

Baruch ata Adonai, Elohenu, Melech haOlam – gepriesen seist Du ewiger, unser Gott, Du regierst die Welt.

EIN WIRKLICHER LICHTBLICK

war dieser Anblick für mich, als ich im Krankenhaus nach 5 Tagen Intensivstation in der Stroke-Unit zum ersten Mal das Bett verlassen und im Garten spazieren gehen durfte.

Trotz jüdischem Glauben bin ich sicher, dass Jesus Christus der Messias war, auf den die gläubigen Juden immer noch warten, weil sie davon ausgehen, dass er alle ihre Feinde vernichten wird, so wie es aufgrund einer Fehlinterpretation der Tanach verspricht.

Doch Gewalt kann niemals Gottes Lösung sein !

DANKBARKEITS-TAGEBUCH 6

Nach zwei herbstlichen Tagen mit nur 15° und Unmengen an Regen, scheint heute wieder die Sonne und mit 20° Temperaturansage.

Der Vormittag war sehr anstrengend für mich, denn ich musste in die Apotheke, um mir die von meinem Hausarzt über ELGA verordneten Medikamente abzuholen.

Und anschliessend zu Saturn ins Einkaufscenter, um mir einen neuen Drucker zu besorgen. Leider treten seit Corona immer öfter Panikattacken auf, wenn ich mich unter vielen Menschen befinde, und ich muss oft während des Gehens stehen bleiben, um die entsprechenden Atemübungen zu praktizieren, die mir helfen wieder ruhig zu werden.

Ich kann mir gar nicht mehr vorstellen, welch befreiendes Gefühl es sein wird, wieder angstfrei unter Menschen sein zu dürfen. Wieder mit Freude durch die Mall zu laufen, auf der Suche nach schönen Dingen.

Unser Gesundheitsminister sagte gestern, dass die ersten 300.000 Menschen in Österreich bereits im Jänner geimpft werden können. Was natürlich den Ärzten und dem Pflegepersonal zugute kommen wird. Aber trotzdem ist es ein schöner Gedanke, dass mit kommendem Jahr vielleicht doch wieder alles gut wird.

Aber zu danken habe ich trotz allem unglaublich viel:

Ich danke dafür, dass ich in einem Land leben darf, welches über ein unglaublich gutes Gesundheitssystem verfügt. Und dass ich ganz einfach nur in die Apotheke fahren muss, um alle nötigen Medikamente zu bekommen, die ich benötige, um meine Gesundheit aufrecht zu erhalten.

Ich danke dafür, dass ich über soviel Einkommen verfüge, das es mir nicht nur ermöglicht mir vieles zu leisten, was ich mir wünsche, sondern ich damit sogar andere Menschen, die mir wichtig sind, unterstützen kann – das ist nämlich ein ganz besonders schönes Gefühl, wenn ich ehrlich sein darf.

Und ich danke dafür, dass es morgen bereits 10 Wochen sind nach dem Minor Stroke, und die Gefahr eines Major Stroke immer kleiner wird. Die Ärzte sagen, dass nach drei Monaten die Gefahr soweit minimiert ist, dass man auch wieder die Erlaubnis bekommt, einen Wagen zu fahren. Und darauf freue ich mich ganz besonders, um nicht immer meinen Mann bemühen zu müssen mich zu chauffieren.

Die Liste aller Danksagungen wäre ellenlang, wenn ich mir bewusst machen würde, wieviele Obdachlose es alleine in den USA gibt, wo ich viele Jahre in einem wundervollen Haus mit Garten leben durfte. Ganz zu schweigen von den vielen Menschen z.B. in Indien und Brasilien, und in allen Entwicklungsländern, die sterben weil sie nicht genug Nahrung bekommen.

Baruch ata Adonai, elohenu, melech haOlam – Gepriesen seist Du Ewiger, unser Gott, Herrscher des Universum – Dein Wille geschehe!

DANKBARKEITS-TAGEBUCH 1

Schon sooo lange möchte ich ein Dankbarkeits-Tagebuch führen, indem ich mich für alles Gute, das mir an diesem Tag wiederfahren ist, bedanke.

Immer wieder bin ich davon abgekommen, weil ich befürchtete nicht genug positives oder gutes erlebt zu haben, und dann nicht weiss, was ich schreiben sollte.

Aber kommt es denn hierbei nicht vielmehr darauf an, welche Einstellung ein Mensch zum Leben hat, denke ich mir jetzt eben?

Gibt es nicht irgendwo in dieser Welt Menschen, für die es schon alleine ein guter Tag ist, wenn sie morgens lebendig aufgewacht sind? Oder Menschen, für die es ein guter Tag ist, wenn sie eine oder vielleicht sogar zwei Mahlzeiten haben durften?

Mit dieser Betrachtung der Realität gäbe es doch für mich Dankbarkeit im Übermass, würde ich meinen.
Also fang ich einfach mal damit an, dass ich dankbar bin dafür, dass ich heute morgen gesund aufwachen durfte, was ganz und gar nicht selbverständlich ist, denn ein Schlaganfall kann genauso gut nachts passieren.

Und habe ich eigentlich schon dafür gedankt, dass ich augenblicklich Hilfe bekam, als mich ein Minor Stroke vor 6 Wochen erwischte? Und dass ich in einem Land leben darf, mit den besten gesundheitlichen Aus- und Einrichtungen und Ärzten, und Krankenhauspersonal, die man sich wünschen kann?
Und dass absolut nichts an Lähmungen zurück geblieben ist?

Und was gäbe es da denn noch alles?
Vielleicht Dankbarkeit dafür, dass mein Haus nicht unter Wasser stand, oder abgedeckt wurde, nachdem gestern ein Hagelgewitter mit Regenmassen und Sturm über Wien hinzog.
Viele Menschen in anderen Bundesländern hatten nicht soviel Glück.

Jetzt will ich diese Dankbarkeit in meinem Herzen behalten, und mich in mein wunderbar bequemes Bett mit Satinbettwäsche zurück ziehen, und Gott bitten, dass einmal eine Zeit kommt, wo es uns allen auf dieser Welt so gut gehen möge, dass wir abends nur noch danken können für soviel Glück und Herrlichkeit.

TAGEBUCH – FREITAG, 26. JUNI 2020

Seit 9 Tagen bin ich jetzt schon im Krankenhaus, und seit 3 Tagen aus der Intensivstation.
Denn am Donnerstag den 18. Juni gegen 15h erlitt ich einen Schlaganfall, der sowohl für mich, und auch aufgrund aller bisher gemachten Untersuchungen, die alle o.B. waren, für die Ärzte hier ein Rätsel ist.

Ich hatte mich nach ein bisschen Gartenarbeit zum Ausruhen hingesetzt, und als ich den Deckel meines Lapis öffnen wollte, wunderte ich mich, wie schwer sich der linke Arm anheben liess.
Also versuchte ich ein paar Lockerungsübungen, doch es wurde schlimmer anstatt besser.
Und plötzlich merkte ich, dass auch mein linkes Bein schwächer wurde, und da hatte ich schon einen bösen Verdacht und versuchte hinauf in den Stock zu kommen, wo mein Mann einen Nachmittagsschlaf hielt.

Doch ich stürzte hin, als ich die Türe öffnete, was meinen Mann weckte, und ich fing an irgend was zu lallen.

Da sprang er aber schon auf und schrie: Um Gottes Willen Du hast einen Schlaganfall. Bleib liegen ich rufe sofort die Rettung“

Die waren 20 Minuten später zur Stelle und fuhren mich mit Blaulicht in ein Krankenhaus im 3. Bezirk, das für seine ausgezeichnete „Stroke Unit“ bekannt ist.

Während der Fahrt war es mir nicht mehr möglich, das linke Bein und die linke Hand zu bewegen, doch das Sprechen klappte wieder besser, sodass ich klare Aussagen machen konnte.

Im Krankenhaus angekommen landete ich augenblicklich in der Röhre und es wurde ein MRT gemacht, das allerdings keinerlei Verstopfungen oder sonstige Schädigungen anzeigte.

Während dieser Untersuchung, die ungefähr eine halbe Stunde dauerte, spürte ich auch wie sich die Lähmungen langsam auflösten.
Und eine ganze Stunde später, als ich bereits in der Intensivstation lag, war alles wieder so in Ordnung, als wenn niemals etwas gewesen wäre.

Innerhalb der letzten 9 Tage wurde alles durchgecheckt, was infrage käme, doch auch hier liess sich nichts mehr finden.

Der Verdacht blieb also bei einem Vorhofflimmern hängen, und ich erklärte mich bereit mir einen „Reveal Ling“ implantieren zu lassen, um damit bei einer Studie mitzumachen, was mir die Kosten von insgesamt € 8.000.- erspart. Dieser Chip macht dann zu Hause nachts Aufzeichnungen die er ans Spital sendet, wo man ein Vorhofflimmern erkennen könnte.
In diesem Fall würde nämlich eine noch stärkere Blutverdünnung erforderlich sein, als die ich jetzt bekomme. Das Thrombo Ass jetzt soll verhindern, dass das Blut zu dick wird, und dann Probleme beim Durchfliessen macht, doch es zeichnet mich nicht als Bluter aus, was beim stärkeren Medikament bei Vorhofflimmern sehr wohl der Fall wäre.

Jetzt machte durch das lange Liegen natürlich auch der Blutdruck Ärger, und ich musste eine 24 Stunden Messung machen, und wurde medikamentös neu eingestellt.
Ebenso muss das Cholesterin noch weiter gesenkt werden, als das bisherige Ziel, wobei allerdings das Krankenhaus die Behandlung übernimmt d.h. ich habe laufende Kontrollen in der Ambulanz bis die Werte akzeptabel sind.

Leider konnte bis heute das erforderliche Herz-Echo noch nicht gemacht werden, was aber Grundvoraussetzung ist, dass ich in der Studie bleiben kann.

Jetzt hoffe ich, dass ich am Montag diese Untersuchung noch bekomme um am Dienstag nach Hause zu können.

Ich versuche verzweifelt mir nicht vorzustellen, wie meine Hunde sich weigern irgend was anderes zu tun, als im Vorzimmer zu liegen und darauf warten, dass ich endlich bei der Türe herein komme – so der Bericht meines Mannes.

Gott sei Dank fressen sie aber, und nehmen die von mir angeordnete Doppelration Leckerle gerne an.
Mein Daniel ist 14 Jahre bei mir und Aaron 9.5 Jahre. Und sie waren nicht einen einzigen Tag ohne mich.
Eine mentale Katastrophe für die Hunde, doch ich kann wegen ihnen nicht den Krankenhausaufenthalt abbrechen, was ich nämlich vor zwei Tagen vorhatte. Denn mir wurde gesagt, dass es ausgesprochen gefährlich wäre, einen zweiten Schlaganfall zu riskieren, wenn eben nicht alle Untersuchungen gemacht werden konnten.

Ebenso sagt man, dass ein zweiter, stärkerer Stroke gerne innerhalb der nächsten 10 Tage geschieht, und es ratsam wäre, wenn ich mich dann noch im Haus befinden würde.

Aber im neuen Zimmer jetzt habe ich einen WLAN Anschluss, und mein Mann hat mir heute meinen Lapi gebracht, und ich denke, jetzt wird es einigermassen erträglich sein für mich, wenn ich mich wieder im Internet herumtreiben kann…hihi

PS: Meine heissgeliebten Rotweinsessions sind damit auch Vergangenheit, denn ich habe auf Lebenszeit absolutes Alkoholverbot. 😥 😥

EINE NEUE WELT ERSCHAFFEN ….

….könnte sowas möglich sein? frage ich mich heute zum zweiten Mal. Denn ich erinnere mich, dass ich diese Gedanken schon einmal hatte.
Keine Ahnung wieso ich sie nicht weiter verfolgt habe.
Vermutlich fand gleichzeitig ein anderes Ereignis statt, das mich wieder hinaus in die Welt trieb.
Solche Gedanken sind hypersensibel, konnte ich ebenso schon einmal feststellen. Wenn man sie, vorallem zu anfangs, wieder aus dem Kopf lässt, verschwinden sie wieder.

Meine Gedanken drehen sich um die Überlegung, ob es möglich wäre eine negative Gedankenwelt in eine positive zu verwandeln – und das augenblicklich?
Quasi working on the job.
Und zwar indem man es sich zur Aufgabe macht, für alles sofort eine positive Erklärung zu finden.

Zum Beispiel: Ich werde mit einem Menschen konfrontiert, der sich nicht benehmen kann – egal wie sich das ausdrückt. Bislang kam augenblicklich der Gedanke: „was für ein Ungustl. Hoffentlich haut ihm bald einer eins in die Fresse“ oder sonstwas Ungutes.

Wenn ich jetzt also genauso augenblicklich ganz bewusst das genaue Gegenteil in mein Denken aufnehmen würde, wie z.B. „Das ist sicher ein ganz Lieber. Hat vermutlich heute nur einen Scheisstag gehabt. Passiert jedem mal.“

Aber auch Gedanken wie ich sie heute beim Nachhausekommen hatte, nachdem ich gut zwei Stunden im Einkaufscenter Massen an Lebensmittel, Bücher, Kosmetika und Hundefutter kaufen, schleppen, in den Wagen räumen, aus dem Wagen räumen, ins Haus schleppen und einräumen musste, und die Hunde mir andauernd zwischen den Beinen herumliefen – die lauteten: „Ich kann nicht mehr, das halte ich nicht mehr aus. Und wenn sich die Hunde nicht gleich verpissen, dann tret ich sie in den Arsch“.

Ich hatte es sofort ausprobiert und polte augenblicklich um in: „Wow, war eine Spitzenleistung jetzt, das alles zu erledigen. Wie schön, dass wieder alles aufgefüllt ist. Und wie lieb von den Hunden, dass sie nachschauen kommen, ob ich was für sie mitgebracht habe“.

Es funktionierte !!!!

Da ist soooo viel Potential drinnen, überlege ich mir eben. Man könnte ja auch noch alles, was man so den ganzen Tag über treibt, mit positiven Worten „segnen“.
Hmmm – das Wort „segnen“ fiel mir grade eben ein – passt irgendwie, finde ich!

Habe eben meinen Hund aus dem Garten herein geholt und überlegt, wie ich dieses Tun interpretieren könnte. Und es fiel mir ein: „wie lieb von ihm, dass er sein Geschäft draussen macht“.

Da kommen viele gute Gedanken zusammen, wenn man ernsthaft drüber nachdenkt wie z.B. „Was habe ich für ein Glück, dass der Sturm Sabine bei mir keinen Schaden angerichtet hat“ oder „was für einen grossartig milden Winter wir doch heuer hatten. Nicht ein einziges Mal musste ich den Frost von den Scheiben kratzen“.
oder „Wie schön, dass die Sonne scheint. Da dürfen sich die Vögel bereits in ihr erwärmen, als kleinen Ausgleich für die kalten Nächte“.

Jeder Mensch, denke ich mir eben, braucht doch eine Aufgabe. Vorallem jene Menschen, deren Gehirn noch bestens funktioniert, die dieses aber nicht mehr voll einsetzen können, weil sie bereits in Pension sind – wie ich z.B.

Na jetzt hätte ich doch eine Aufgabe mir zu zeigen, was mir alles an positiven Überlegungen, im Laufe eines langen Tages einfällt.

So wie es glücklich macht, denke ich mir eben, sich neu zu verlieben, also eine neue Perspektive für die Zukunft zu haben, so müsste sich doch im mentalen Bereich genauso etwas freudvoll ändern lassen, wenn man es sich zur Aufgabe macht, für alles Traurige sofort Trostvolles, und für alles Unglückliche etwas Glückliches, und für alles Ärgerliche etwas Aufbauendes zu finden.

Hmmm …..

TAGEBUCH – FREITAG, 10. Jänner 2020

Eben erfuhr ich vom Ehemann meiner Freundin, dass die Operation zwar gut verlaufen, und auch alles entfernt werden konnte, doch nun auch die Diagnose feststeht: GLIOBLASTOM. „Der Hirntumor, gegen den kein Kraut gewachsen ist“ im Ärztejargon ausgedrückt.
Und das Rezidiv sich innerhalb von 6-9 Monaten bilden und seine Ausläufer alle umliegenden Gehirnregionen zerstören wird.
Und der Einsatz von Chemotherapie lediglich eine Lebensverlängerung von den max. 9 auf max. 15 Monate bedeutet.
Und das natürlich jeder für sich selbst entscheiden muss, ob er sich eine Chemo antun will, wo Erbrechen und extreme Müdigkeit die Nebenwirkungen sind.

Mein Mann fragte mich eben: „und wie fühlst DU Dich?“ und ich musste ehrlich sagen: „ich weiss es nicht“. Denn seltsamerweise fühlt sich alles in mir irgendwie „taub“ an …. so als ob es sich nicht um meine Freundin handeln würde, sondern um jemanden, den ich gar nicht kenne.

Heisst das, dass ich herzlos bin? oder gleichgültig? frage ich mich eben. Denn mich als „coolen Typen“ zu bezeichnen, wäre mMn ein Kompliment, das nur leider so überhaupt nicht zu mir passt.

Das Einzige, was ich im Augenblick denke ist, dass „Gott“ noch niemals irgend jemanden wirklich in seine Karten schauen liess. Und wir letztlich allesamt nur akzeptieren können, dass wir selbst keinerlei Einfluss darauf haben, wie sich ein Tumor dann letztlich wirklich entwickeln wird.

Lukas 12.25 Und wenn ihr euch noch so viel sorgt, könnt ihr damit euer Leben auch nur um einen einzigen Augenblick verlängern? 26 Wenn ihr aber euer Leben nicht einmal um eine Sekunde verlängern könnt, was sorgt ihr euch um all die anderen Dinge?

Welch weise Überlegung, Jesus Christus!!! Wer immer Du auch warst!

Ich wünsche allen meinen Lesern ein herzliches Schabbat Schalom, und möget Ihr alle die Kraft finden, Euch um nichts mehr zu sorgen, sondern vertrauensvoll zu glauben, dass alles perfekt ist, genauso wie es ist – im Hier und im Jetzt.

GEDANKENSPLITTER – SORGEN MACHEN

Heute morgen bin ich völlig entspannt aufgewacht, und konnte mich dabei beobachten, wie ich über diesen entspannten Zustand richtig verwundert war.
Und es mir nicht möglich war, diesen einfach nur zu geniessen, sondern wie ich sofort am Überlegen war, ob dieser überhaupt „gerechtfertigt“ ist?
Und sofort fing ich an herauszufinden, was denn von den gestrigen Sorgen abgehakt werden konnte.
Denn immerhin waren es ja mehr als genug gewesen.

Da war meine Creditcard, die ich nicht einsetzen konnte, weil ich mich mit dem angegebenen IBAN nicht im 3-D-Secure anmelden konnte. Und als ich mich im E-Banking anmeldete, ebenfalls lesen musste, dass meine Verfügernummer nicht mehr aktuell ist.

Da war meine beste Freundin Franziska, die im Spital liegt mit Verdacht auf einen Gehirntumor, und die Auswertung der MRT und CT noch offen ist.

Da war das Gespräch mit meinem Internisten, der äusserst verwundert war, dass mein Hoher Blutdruck so gar nicht auf das mir verschriebene Medikament reagiert, und ich deshalb auf ein anderes umgestellt werden musste. Von dem natürlich jetzt auch noch in den Sternen steht, ob es mir helfen wird oder nicht.

Da war mein Handyprovider, der mir die SIM-Card gesperrt hatte, obwohl ich noch ein Guthaben von über € 11.- hatte. Und zu allem Überfluss am selben Tag (ein Feiertag) mein zweites Handy meldete, dass sich der Akku nicht mehr aufladen lässt.

Und so ging ich alles durch, um mir ins Gedächtnis zu rufen, ob ich am Tag zuvor wirklich soviel Dinge klären konnte, damit ich meinen entspannten Zustand „rechtfertigen“ konnte, der sich natürlich am Ende meiner Gedächtniskontrolle bereits wieder in Nichts aufgelöst hatte.

Soviel zum Thema des „Sich Selbst Kennenlernen“ und der Erkenntnis, dass das Gehirn wohl niemals aufhören kann analysieren zu wollen, ob es auch einverstanden ist mit dem „WAS IST“.