TAGEBUCH – 2. November 2020

Gestern nachmittags fing es neuerlich an mit starken Regenfällen, und gegen 20h war es bereits so, dass mit der kleinen Behelfspumpe alle 15 – 20 Minuten der volle Schacht auspumpt werden musste.

Nachdem es sich ja um keine Schmutzwasserpumpe handelt, konnten wir es nicht riskieren, sie auf Dauerpumpen in den Schacht zu stellen. Sondern wechselten uns ab, sodass letztlich jeder von uns immer 30-40 Minuten ruhen konnte.

Von schlafen war natürlich keine Rede, es war lediglich eine ausgiebige Gelegenheit sich im Autogenen Training zu üben.

Jetzt ist es 07.07 und wir hoffen gegen 07.30 unseren Installateur zu erreichen, um dem gründlich unsere Meinung zu geigen, was er sich dabei gedacht hat, von dem Maurer einen Schacht zu stemmen, ohne anschliessend sofort die Pumpe zu montieren.

Und dann können wir nur hoffen, dass er mit der dafür vorgesehenen Pumpe schnellstens vorbeikommt, denn wir sind am absoluten Ende unserer physischen Kräfte – von den psychischen ganz zu schweigen.

Im Augenblick kann ich mir eigentlich gar nicht wirklich vorstellen, dass dieser Keller jemals wieder „normal“ genutzt werden kann, und ich denke, dass es Zeit wird, mir Gedanken darüber zu machen, wo ich die Gefrierschränke und die Waschmaschine jeweils im Haus unterbringen könnte, falls sich meine Befürchtung bewahrheitet.

Doch jetzt fällt mir ein, dass meine Blogfreundin Tanja immer die Engel anruft, wenn sie in Not ist – vielleicht helfen sie ja mir auch.

DANKBARKEITS – TAGEBUCH 8

Gestern war ich auf einem absoluten mentalen Tiefpunkt angelangt, denn ich sah keine zufriedenstellende Lösung wegen der Kellersanierung.

Die Vorstellung, dass die angebrachten Bodenfliesen und die sich darunter befindliche Klebemörtelisolierung ebenso auch an allen Kellerwänden ja komplett entfernt werden müssten, um eine neuerliche Isoliermasse aufzutragen, liess mich förmlich vor Grauen erstarren, wenn ich ehrlich sein darf.

Denn das hiesse für mich stundenlanges oder sogar tagelanges Bohren, Hämmern und Stemmen im Haus, und vorallem die Anwesenheit von vielen Menschen im Haus, die wohl kaum bei der Arbeit Masken tragen würden.

Das war für mich ein solches „NoGo“, dass ich mir auf You Tube Video ansah, wo der Vorschlag meines Installateurs demonstriert wird, eine Vertiefung in den Boden zu machen, um dort eine Pumpe zu platzieren, die sich sofort einschaltet, wenn Wasser von aussen eindringt, um es in den Abwasserkanal zu befördern.

Und ebenso gibt es sogenannte Taucherpumpen, die soweit flachsaugend sind, dass diese eventuell auch noch woanders eintretende Feuchtigkeit augenblicklich aufsaugt.

Dass ich sehen konnte, wie sowas funktioniert, hat mich jetzt soweit desensibilisiert, dass ich heute einigermassen beruhigt meinen Installateur anrief, um ihm diesen Auftrag zu geben.

Für kommende Woche sagen die Wetterfrösche wieder trockenes Wetter mit frühlingshaften Temperaturen an für Wien, was mich hoffen lässt, dass in einer Woche, alles was in den Keller gehört, und sich jetzt überall im Haus staut, sich auch wieder dort befinden wird.

So Gott will – Baruch ata Adonai, Elohenu, Melech ha Olam.

Ein herzliches Schabbat Schalom allen meinen Lesern

ICH FÜRCHTE

dass es dann vermutlich wirklich der letzte Sommer war für meinen Fliederbaum, denn eben lese ich in den Nachrichten, dass es in Europa Massen an Kastanienbäumen trifft, die mit einer Herbstblüte noch das letzte aus sich herausholen möchten.

Philipp Schönfeld vom Projekt „Stadtgrün 2021“ der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) sagt: „Salopp formuliert gilt das Prinzip: Wenn ich ohnehin sterben muss, möchte ich bis dahin wenigstens noch möglichst viele Nachkommen zeugen.“ Die Herbstblüte ist ein letztes Aufbäumen eines Baumes, der den Frühling vielleicht nicht mehr erlebt.

Als ich diese Formulierung las, wurde mir sehr schwer ums Herz, denn ein Kastanienbaum war es, der mich durch meine Kindheit begleitete. Er stand unmittelbar vor unseren Fenstern im 3. Stock eines Wiener Gemeindebaues, und ich konnte jeden Abend die vielen Vögelchen hören, die in seinen Ästen sassen und ihr Abendlied sangen.

Ich komme nur sehr schwer klar damit zur Kenntnis nehmen zu müssen, dass so vieles, was mir in meinem Leben wichtig war, bald nicht mehr existieren wird.

Muss aber auch zugeben, dass ich im Augenblick keine stabile Seelenstimmung habe, denn nach einer fast sommerlichen Woche kam gestern Abend der Herbst mit Regen und starkem Temperaturrückgang nach Wien.

Und die Neuinfektionen mit dem Coronavirus sind in der letzten Woche förmlich explodiert. Waren es vor zwei Wochen noch 6-700 am Tag so sind wir jetzt bei über 1.200 angekommen, Tendenz steigend, von denen sich zwei Drittel nicht zurück verfolgen lassen. Mit einem Wort: die Sache ist ausser Kontrolle und die Regierung trägt sich mit dem Gedanken ab 16. November einen erneuten dreiwöchigen Lockdown zu starten.

Und ich muss ehrlich zugeben, dass mir das ganze eine Scheissangst macht…..Gott sei uns gnädig!

ERKENNTNIS

Erkenntnis

Willst du, o Herz! ein heitres Ziel erreichen,
Musst du in eigner Angel schwebend ruhn;
Ein Tor versucht zu gehn in fremden Schuhn,
Nur mit sich selbst kann sich der Mann vergleichen!

Ein Tor, der aus des Nachbars Bubenstreichen
Sich Trost nimmt für das eigne schwache Tun!
Der immer um sich späht und lauscht und nun
Sich seinen Wert bestimmt nach falschen Zeichen!

Tu frei und offen, was du nicht kannst lassen,
Doch wandle streng auf selbstbeschränkten Wegen
Und lerne früh nur deine Fehler hassen!

Dann gehe mild den anderen entgegen!
Kannst du dich selbst nur fest zusammenfassen,
So hängt an deine Schritte sich der Segen.

Gottfried Keller (* 19. Juli 1819 in Zürich; † 15. Juli 1890 ebenda)

MELANCHOLIE

Melancholie

Sei mir gegrüßt, Melancholie,
Die mit dem leisen Feenschritt
Im Garten meiner Phantasie
Zu rechter Zeit ans Herz mir tritt!
Die mir den Mut, wie eine junge Weide,
Tief an den Rand des Lebens biegt,
Doch dann in meinem bittren Leide
Voll Treue mir zur Seite liegt!

Die mir der Wahrheit Spiegel hält,
Den düster blitzenden, empor,
Dass der Erkenntnis Träne schwellt
Und bricht aus zagem Aug hervor.
O strenge Rache nimmst du Dunkle immer,
Wenn ich dich mehr und mehr vergaß
Ob lärmendem Geräusch und Flimmer,
Die doch an meiner Wiege saß!

Es hängt mein Herz an eitler Lust
Und an der Torheit dieser Welt;
Oft mehr als eines Weibes Brust
Ist es von Außenwerk umstellt!
Und selbst den Trost, dass ich aus eignem Streben,
Dass alles nichtig ist, erkannt,
Nimmst du und hast mein stolz Erheben
Zu Boden alsobald gewandt,

Wenn du mir lächelnd zeigst das Buch
Des Königs, den ich oft verhöhnt,
Aus dem es, wie von Erz ein Fluch:
Dass alles eitel sei! ertönt.
Und nah und ferne hör ich dann erklingen
Gleich Narrenschellen ein Getön –
O Göttin, lass mich dich umschlingen,
Nur du, nur du bist wahr und schön!

Gottfried Keller, geboren am 19. Juli 1819 in Zürich; gestorben am 15. Juli 1890 in Zürich, war ein Schweizer Politiker und Autor, der nachhaltig vom literarischen Vormärz beeinflusst und inspiriert wurde, dessen Werk allerdings dem Realismus zugeordnet werden kann.

BIST DU DA?

Bist Du da, lieber Gott?

Und wenn Ja, warum spüre ich Dich nicht?

Es müsste doch ganz warm sein, dort, wo Du bist?

Sie sagen, Du bist die Seele in uns Menschen, und dass wir alle eine Seele haben – sogar die ganz Fiesen, die niemals einen Gedanken an Dich verschwenden.

Wieso können wir unsere Seele dann nicht spüren? Wieso kann ich Dich dann nicht spüren?

Doch weder jammern, noch fordern hilft weiter. das ist mir inzwischen auch klar geworden. Wir müssen lernen mit dem auszukommen, was uns zur Verfügung steht.

Äusserlichkeiten bringen mir nichts mehr, das muss ich wohl abhaken, anstatt es nicht zu akzeptieren, und darüber unglücklich zu sein.

Was also habe ich in mir selbst zur Verfügung, ist meine aktuelle Frage? Und logischerweise fielen mir meine fünf Sinne als erstes dazu ein. Und damit will ich mich jetzt endlich einmal näher beschäftigen.

„Endlich“ deshalb, weil mein Freund Dieter schon seit ewigen Zeiten versucht, mir dieses Thema näher zu bringen. Warum es nicht funktionierte?

Nun ich fürchte, weil ich mir bislang eben viel, viel mehr vom Leben erwartet hatte, als mich mit mir selbst zu bescheiden.

Aber Nein, lieber Gott, ich will nicht lügen und sagen, dass ich glücklich bin über diese Erkenntnis.

Es ist einfach nur eine Erkenntnis, die ich akzeptieren werde müssen, wenn ich nicht die restliche Zeit, die mir verbleibt, mit schweren Depressionen verbringen möchte, so wie in den letzten Wochen.

Aber ehrlich will ich trotzdem immer bleiben zu Dir, lieber Gott, und Dir sagen: „ich hatte mir sooo viel mehr von Dir erwartet“-

EINE SEHR ANSPRECHENDE IDEE

fand ich heute in den Einträgen eines Rabbiners, der erklärt wie man sein Leben auf ein „höheres Niveau“ katapultieren kann.

Sein Vorschlag ist eine Aluminiumdose oder einen kleinen Pappkarton, gut sichtbar in der Wohnung zu platzieren, und immer wieder ein paar Münzen hinein zu werfen.

Auf die Frage der Mitbewohner, wofür das denn gut sei wäre die Erklärung, dass es sich hier um eine Hilfestellung für arme Menschen handle, und alle eingeladen wären, auch was hinein zu tun, und darüber nachzudenken, wem man die volle Dose dann schenken möchte.

Mir selbst kam der Gedanke, dass ein Anruf in der nächst gelegenen Kirchengemeinde Aufschluss bringen müsste, welche Menschen jeweils in Not sind, und Hilfe gut brauchen könnten. Und eine Dose fand sich auch gleich, aus der ich gestern leckere Lychees heraus gefischt hatte. Jetzt überlege ich noch, wie ich sie hübsch verkleiden könnte, bevor ich sie auf den Vorzimmerschrank, gleich neben meine Handtasche stelle, in der sich meine Geldbörse befindet.

Zum Abschluss war da noch ein kleiner Hinweis: „Es ist besser jeden Tag hundert Tage lang einen Cent zu geben, als einen Euro einmal in hundert Tagen.
Warum?
Weil jedesmal, wenn Deine Hand etwas gibt, sie immer mehr zu einer gebenden Hand wird“.

GOTTES REICHLICHEN SEGEN ALLEN MEINEN LESERN ❤ ❤ ❤

GEDANKENSPLITTER

Tischlermöbel nach Mass
echte Teppiche an der Wand
Vertraute Umgebung, und doch so kalt.

Suche nach Wärme
Suche nach Verstehen
Suche nach Geborgenheit

Hoffnung, Träume von Licht und Sonne
Ich liebe Dich – nur ein Wort
für Dich würde ich putzen gehen – leere Versprechen

Dunkelheit, Leere – kein Traum
Kein Erwachen mehr
Erkennen – no way out

TAGEBUCH – 2. JULI 2020

Eben lese ich eine Geschichte bei Chabad, die die Frage behandelt, wieso Moses nicht in das Land Kanaan hinein durfte, das Gott den Israeliten zugesagt hatte.
Das war auch meine Frage, mit dem Argument, dass Moses die Israeliten zwar 40 Jahre lang durch die Wüste „schleppen“ durfte, und dann musste er sterben, ohne das von Gott versprochene Land überhaupt sehen zu dürfen?

Die Erklärung ist sehr beeindruckend, jedenfalls für mich.

Sie lautet, dass Moses die ganze Zeit über Wunder wirken durfte, um die Menschen durch die Wüste zu bringen. Gott gab ihm nur Befehle, die er ausführte, wie z.B. seinen Stab auf einen Felsen zu schlagen, um dass sofort Wasser daraus fliesse.

Doch als Moses nochmals den Auftrag bekam, um dass Wasser aus einem Felsen fliesse, jedoch mit dem Befehl, diesen Felsen darum zu bitten, war Moses nicht dazu imstande gewesen. Er reagierte so, wie er es gewöhnt war, nämlich dem Felsen einen Schlag zu versetzen.

Doch Gott hatte einen anderen Plan für diese Generation im Sinn, die nun bereit war, das Heilige Land zu betreten. Sie sollten ihre Gegner nicht auf wundersame Weise auslöschen, sondern erhielten den Auftrag, die Welt zu verändern, indem sie sich auf ihre Bedingungen einliessen .
Sie sollten in dieses Land eintreten, ihre Felder pflügen und ernten, und mit ihren Mitmenschen reden und liebevoll umgehen, um damit die Welt zu höheren Ebenen der Spiritualität und Göttlichkeit zu bringen.

Moses Schlag auf den Felsen war nicht der Grund, warum er die Juden nicht nach Kanaan führen konnte; es war ein Symptom des Grundes.

Wir Menschen neigen dazu unseren Willen durch „Schlagen“ (manipulieren, lügen, erpressen) durchbringen zu wollen, anstelle von Ersuchen oder liebevolle Gesprächen mit unseren Mitmenschen.

Diese Generation sollte lernen, ihre Triebe und Impulse zu beherrschen, und zu erkennen wieviel wertvoller etwas ist, das man mit Liebe und Verständnis erreicht hat, denn mit Gewalt.
Und dazu müssen wir geistig reifen.

Wir müssen „mit dem Felsen reden“. Wir müssen genug lernen und das Verständnis gewinnen, um uns selbst, unsere Emotionen und unseren Verstand tatsächlich davon zu überzeugen, spirituelle Menschen zu werden.

EINE ENORME ERKENNTNIS

die mir heute zuteil wurde, fand ich im vierten Video von „Kabbalah enthüllt“. Auch wenn sie vermutlich kaum einer versteht, der sich nicht damit beschäftigt, möchte ich sie hier veröffentlichen, damit ich sie nie mehr vergesse.

“ Das ist es, was man als rechtschaffenen Menschen (in der Bibel als „Gerechten“) bezeichnet, einen „TZADIK“. Es handelt sich um jemanden, der trotz aller Ereignisse in seinem Leben, ob gute oder böse, den Gedanken Gottes hinter jedem gegebenen Ereignis erspürt – die gütige Kraft der göttlichen Führung. “

Im Klartext: Was immer auch den Menschen passiert in dieser Welt, es geschieht zum Besten für jeden einzelnen.
Wer darauf vertraut, findet die von allen Wesen so ersehnte Glückseligkeit in seinem Herzen.

Starke Worte – think it over!