KINDHEITSERINNERUNGEN

Ein wundervolles Gedicht über die verlorene Kindheit fand ich „zufällig“.

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„Auch wenn das Licht, das mal so strahlend war,
mir immer nun ist unsichtbar,
auch wenn mir nichts kann wiederbringen jene Zeit,
wo auf den Gräsern und den Blumen lag der Glanz der Herrlichkeit“ –

Und wenn der Kummer auch befreit,
wo einst sich drehte Herrlichkeit,
so soll sie gehen, die Kümmernis
und finden eher Kraft in dem was bleibt und ist.“

Zitat aus dem Gedicht Ode von William Wordsworth
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GEDANKEN ZU DIESEM ZITAT

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Rahmen von Pixabay

Dieses „man selbst“ soll ja bekanntlich den Namen „ATMAN“ haben, das man findet, wenn man das EGO erkannt und sich davon distanziert hat?

Doch dieses EGO lässt sich ja nur dann erkennen, wenn man den Mut gefunden hat, es sich in seiner Ganzheit anzusehen. Wenn man das Leid und den Schmerz zugelassen hat, das es im Geist, in der Seele und im Körper verursacht.

Doch was ist, wenn ich nicht weiter komme als bis an diesen Punkt, wo ich all den Schmerz bis ins letzte fühlen kann, doch von Atman nichts zu sehen ist?
Bin ich dann verdammt dazu bis an mein Lebensende diese Hölle in mir ertragen zu müssen?

Doch da wäre noch eine Überlegung.
Finde ich mich tatsächlich selbst, dann heisst es doch, dass man nichts anderes mehr braucht. Nichts anderes heisst aber auch keinen anderen mehr.

Was geschieht dann mit den Menschen und Tieren, die ich bislang „gebraucht“ hatte, weil ich sie liebte?

Sind die dann aus meinem Herzen verschwunden?
Weine ich dann nicht mehr um sie, wenn sie sterben?
Habe ich dann keine Angst mehr, dass sie sterben könnten?
Habe ich dann auch keine Angst mehr vor Schmerzen oder davor selber zu sterben?

Wie also sollte sich diese Glückseligkeit wirklich anfühlen, die Atman verspricht?

WIRKLICH UNGLAUBLICH

und doch ist es wahr.
Noch vor ganz kurzem war ich sicher, absolut nichts mehr empfinden zu können, doch gerade eben musste ich zugeben, dass ich mich total verliebt habe. 😳
Total verliebt habe in den Darsteller einer Serie.
Liev Schreiber (richtig Isaac Liev Schreiber) spielt in Ray Donovan einen Typen, der nicht nur vom Aussehen her, sondern in seiner ganzen Art und Weise so dermassen perfekt meinem Vorstellungsbild von dem Mann meiner Träume entspricht, was mir diese berühmten Schmetterlinge im Bauch schenkt, die ich soooo lange schon vermisst habe.

Und nachdem ich ja bereits gelernt habe, dass es keinen wirklichen Unterschied gibt zwischen Realität und Virtuellem – zwischen Zeit und Raum, geniesse ich es einfach, noch einmal ein richtiges Verliebtsein erleben zu dürfen.

ERINNERUNGEN

Es war Mitte der 90er, da hatte ich als medizinische Assistentin einen wirklich guten Job bei einem Orthopäden.
Dieser Arzt war ein ausgesprochen liebenswerter Mensch, erinnere ich mich, und nach und nach bekam ich Einblick in sein Leben, das alles andere als einfach war, denn er steckte in einer sehr problematischen Beziehung, für die es offenbar keine für beide zufrieden stellende Lösung gab.
Eines Tages blieben wir nach Ordinationsschluss noch da und er fing an mir seine Probleme zu erzählen, und dass keine Aussprache seit Jahren zu irgend einer Lösung kam.
Ich hatte ihm sehr genau zugehört, und war mir sicher, dass ich mit meiner Antwort Recht hatte, die folgendes aussagte: „Ich bin davon überzeugt, dass irgendwann ein Zeitpunkt kommen wird, wo alles gesagt wurde, was es zu sagen gab, und Sie sich dann nur noch wortlos umdrehen und einfach gehen werden, ohne mehr zurück zu blicken. Diesen Augenblick kann man aber nicht erzwingen, sondern einfach nur ruhig abwarten“.
Etwa zwei Monate später sagte er eines Tages: „Du hast Recht gehabt. Gestern war dieser Augenblick gekommen. Seit heute bin ich ein freier Mann“.
Und damit bewahrheitet sich die Weisheit, dass alles im Leben seine eigene Zeit hat, die man einfach nur in Ruhe abwarten muss.
Irgendwann kommt bei jedem Menschen genau dieser Zeitpunkt, wo er ehrlichen Herzens sagen kann: „Jetzt bin ich frei“.

WELCH EIN BEEINDRUCKENDER TEXT

Wenn ich nicht wüsste, dass Daliah Lavi mit 45 Jahren jahrelang in Miami die Kabbalahakademie besucht hat, dann würde ich mich jetzt fragen, wie sie das alles so sagen kann. R.I.P. Daliah

Warum soll mein letztes Lied
Denn traurig sein
Jeder Abschied ist ein Anfang
Verlassen ein Befrei’n
Mein letztes Lied
Besingt den Frieden
Und die Liebe, die nichts will
Ganz tief, ganz ehrlich, ganz still
Was noch zu sagen sei
Bevor wir auseinander geh’n
Lässt sich schwer in Worte fassen
Und ist doch einfach zu versteh’n
Ich bin voll Dankbarkeit,
Was ich hier fand verlier‘ ich nich
Und wenn ich geh’n muss, dann geh‘ ich
Mit einem lächelnden Gesicht
Warum soll mein letztes Lied
Denn traurig sein
Jeder Abschied ist ein Anfang
Jedes Verlassen ein Befrei’n
Mein letztes Lied
Besingt den Frieden
Und die Liebe, die nichts will
Ganz tief, ganz ehrlich, ganz still
Mein Herz ein Segelboot
Das sich auf wilden Wellen wiegt
Ich habe aufgehört zu kämpfen
Darum werd‘ ich nicht besiegt
Ich bin noch nicht am Ziel
Doch ich beginne zu versteh’n
So wie es ist, so ist es gut
Auch wenn wir den Sinn nicht sehen
Warum soll mein letztes Lied
Denn traurig sein
Jeder Abschied ist ein Anfang
Verlassen ein Befrei’n
Mein letztes Lied
Besingt den Frieden
Und die Liebe, die nichts will
Ganz tief, ganz ehrlich, ganz still
Jedes Leben ist ein Fluss
Der seinen Lauf erst finden muss
Das ist so schwer, ja doch am Ende
fliessen alle Flüsse in’s Meer
Warum soll mein letztes Lied
Denn traurig sein
Jeder Abschied ist ein Anfang
Verlassen ein Befrei’n
Mein letztes Lied
Besingt den Frieden
Und die Liebe, die nichts will
Ganz tief, ganz ehrlich, ganz still
Warum soll mein letztes Lied
Denn traurig sein

GESPRÄCH ZWISCHEN SEELE UND EGO

Seele: Du bist so traurig, was ist los?
Ego: Bin so gekränkt.

Seele: Wieso das denn?
Ego: Ist einfach nichts so wie ich es mir vorstelle.

Seele: Und was meinst Du konkret?
Ego: Da ist jemand, der mir sooo viel bedeutet. Ich wünschte, ich würde für ihn genauso viel sein.

Seele: Wieso meinst Du, dass dem nicht so ist?
Ego: Seine Reaktionen auf meine Wünsche und Vorstellungen passen nicht.

Seele: Du meinst er funktioniert nicht so wie Du das gerne hättest? Passt sich nicht Deinen Träumen und Vorstellungen an?
Ego: So ist es.

Seele: Und Du? Passt Du Dich seinen Vorstellungen an?
Ego: Wenn er die selben hätte wie ich, dann natürlich. Dann liefe ja alles perfekt.

Seele: Aber Menschen sind niemals gleich in ihren Wünschen und Vorstellungen. Hier spielen unglaublich viele Faktoren eine Rolle. Angefangen von ihrem finanziellen Status, über ihre Gesundheit bis hin zu all dem bisher Erlebten. Hier müssen nicht nur immer wieder Konzessionen geschlossen werden, sondern auch die Bereitschaft zu vergeben.
Ego: Du redest Dir aber sehr leicht. Was mach ich denn, wenn ich mich gekränkt fühle? Wenn ich meine, dass ich ihm viel zu wenig bedeute?

Seele: Du fragst ihn danach. Du sagst ihm was genau Dich so kränkt, und hörst Dir an, was er dazu meint.
Ego: Haben wir schon so oft gemacht, und es schien dann auch immer irgendwie alles verständlich für mich. Doch leider eben nur irgendwie. Eine wirklich befriedigende Lösung für eine Gemeinsamkeit kam nie zustande.

Seele: Deshalb nicht, weil er es gar nicht möchte, oder weil es die Umstände nicht ermöglichen?
Ego: Hmm … ich denke letzteres.

Seele: Und Du meinst nicht, dass man widrige Umstände, die nicht zu ändern sind, eben nur akzeptieren muss? Als undurchführbar erkennen und abhaken muss?
Ego: Okay, das wird wohl so sein. Doch irgendwie würde ich mir dann wünschen, dass er wenigstens das sagt, was ich gerne hören möchte. Mir das Gefühl gibt, dass er mich versteht. Dass er auf mich eingeht, wenns mir schlecht geht !!!

Seele: Tut er das nicht?
Ego: Als ich ihn vor zwei Wochen so dringend gebraucht hatte, als mich die stärksten Depressionen, die ich jemals hatte, überfielen, war er nicht da. Er hatte mich überhaupt nicht ernst genommen, so schien es mir. Meine Not ist an ihm abgeprallt. Und seither glaube ich nicht mehr an seine Beteuerung von grosser Liebe. Ich glaube nicht mehr daran, dass er mich ehrlichen Herzens liebt, denn sonst hätte er doch ganz anders reagiert.

Seele: Und Du meinst, dass er auch wirklich erkannt hatte, wie gross Deine Not war? Dass er erkennen konnte, dass es sich diesesmal um eine ganz aussergewöhnliche Situation gehandelt hat?
Ego: Ich denke ja, denn ich sagte ihm, dass ich mich bereits in mein Zimmer zurück gezogen hatte, und die Schlaftabletten bereits neben mir lagen. Ich sagte ihm, dass ich so nicht weiterleben könnte, wenn sich diese tiefe Dunkelheit in meinem Kopf nicht wieder lichtet.

Seele: Und dass es ihm vielleicht selbst so schlecht ging, und deshalb seine Aufmerksamkeit so weit eingeschränkt war, dass er meinte, es handle sich wieder nur um eine Deiner typischen Schübe, die Du, wie ihm bereits seit Jahren bekannt ist, lieber mit Dir alleine ausmachst???
Ego: Ja natürlich kann es auch so gewesen sein …seufz….. ich weiss, dass ICH mir selbst mein Leben so schwer mache. Und dass alles viel leichter wäre, wenn ich mich selbst im Griff hätte.
Und ich lerne auch schon seit Jahren mich selbst zu bewältigen. Doch nichts scheint schwerer zu sein auf dieser Welt, als sich selbst zu begreifen, und noch viel schwerer, sich selbst zu überwinden.

WER BIN ICH? – EINE GUTE FRAGE FIND ICH!

Der am 5. April 1943 verhaftete und auf den Tag genau zwei Jahre später hingerichtete evangelische Theologe Dietrich Bonhoeffer schreibt in seiner Einzelhaft in Zelle Nr. 92 – einem Raum von zwei mal drei Metern – im Juli 1944:

Wer bin ich? Sie sagen mir oft,
ich träte aus meiner Zelle
gelassen und heiter und fest
wie ein Gutsherr aus seinem Schloß.

Wer bin ich? Sie sagen mir oft,
ich spräche mit meinen Bewachern
frei und freundlich und klar,
als hätte ich zu gebieten.

Wer bin ich? Sie sagen mir auch,
ich trüge die Tage des Unglücks
gleichmütig, lächelnd und stolz,
wie einer, der Siegen gewohnt ist.

Bin ich das wirklich, was andere von mir sagen?
Oder bin ich nur das, was ich selbst von mir weiß?

Unruhig, sehnsüchtig, krank, wie ein Vogel im Käfig,
ringend nach Lebensatem, als würgte mir einer die Kehle,
hungernd nach Farben, nach Blumen, nach Vogelstimmen,
dürstend nach guten Worten, nach menschlicher Nähe,
zitternd vor Zorn über Willkür und kleinlichste Kränkung,
umgetrieben vom Warten auf große Dinge,
ohnmächtig bangend um Freunde in endloser Ferne,
müde und leer zum Beten, zum Denken, zum Schaffen,
matt und bereit, von allem Abschied zu nehmen?

Wer bin ich? Der oder jener?
Bin ich denn heute dieser und morgen ein andrer?
Bin ich beides zugleich? Vor Menschen ein Heuchler
und vor mir selbst ein verächtlich wehleidiger Schwächling?
Oder gleicht, was in mir noch ist, dem geschlagenen Heer,
das in Unordnung weicht vor schon gewonnenem Sieg?
Wer bin ich? Einsames Fragen treibt mit mir Spott.
Wer ich auch bin, Du kennst mich, Dein bin ich, o Gott!

Dietrich Bonhoeffer

Aus: Dietrich Bonhoeffer, Widerstand und Ergebung. Briefe und Aufzeichnungen aus der Haft. Herausgegeben von Eberhard Bethge, Kaiser Verlag München 1970, 381 f.

ERINNERUNGEN UND FRAGEN….SO VIELE FRAGEN ….

Ein weiser Mann sagte einmal zu mir: „Man begegnet im Leben vielen, sehr vielen Menschen, von denen man die meisten sofort wieder vergisst. Doch wenn man Glück hat, dann begegnet man auch Menschen, die man nie mehr vergisst“.

Damals war ich 30 und er war 60, und ich hatte diese Erfahrung noch nicht gemacht gehabt, und konnte diese Aussage auch nicht nachvollziehen.
Er ist nicht mehr am Leben, um dass ich ihm sagen könnte: „Du Bobi, ich hatte wirklich dieses Glück, sogar zwei solcher Menschen begegnen zu dürfen. Einer davon warst Du, und der Zweite ist der Mann, auf den ich mein ganzes Leben lang gewartet hatte. Doch als ich ihm begegnete, sagte das Schicksal „sorry, es ist zu spät für Euch“.

Ich weiss, dass Du mehr, viel mehr wusstest, als die meisten anderen Menschen. Und ich sehe Deine wissenden stahlblauen Augen jetzt vor mir, die mich ernst ansehen auf meine Frage: “ Wieso kann es keine Barmherzigkeit geben in dieser Welt? „Wieso ist das so Bobi?“

Heute ist wieder ein Tag, wo es ganz besonders weh tut erkennen zu müssen, dass wir Menschen „OFFENSICHTLICH“ nichts, absolut nichts wirklich ändern können in unserem Leben. Es läuft genauso ab, wie es für jeden einzelnen von uns vorbestimmt ist.
Alles Hoffen und Wünschen und Sehnen ist lediglich kräfteraubend, doch „SCHEINT“ letztlich völlig sinnlos.
Nur dass wir das erst erkennen, wenn wir am Ende unserer Tage angekommen „zu sein scheinen“; weil wir uns gefügt, weil wir resigniert haben.

Und hier frage ich mich: „und wo bitte liegt hier der Sinn? Wo liegt hier die Wahrheit, nach der doch so viele Menschen suchen – mich eingeschlossen?
Im Verzicht? Im Leiden? In der Überwindung des Physischen?
Werden wir Menschen in diese Welt gerotzt, in einem materiellen Körper, um diesen zu überwinden?“

ABER was wäre denn, wenn wir endlich den Mut fassen würden, unsere Angst zu überwinden?
Was wäre, wenn wir alle destruktiven Gedanken überwinden, und nur dem Weg unseres Herzens folgen würden?
Was wäre, wenn wir den Mut aufbrächten, alle Schranken zu durchbrechen, und dem Weg folgen würden, von dem alle weisen Menschen sprechen – dem Weg DER LIEBE?

Was wäre, wenn wir uns fragen würden: „Wurden wir so dermassen beschenkt, dass es da jemanden gibt, den wir ehrlichen Herzens lieben? Und wenn wir diese Frage mit einem eindeutigen „JA“ beantworten können, uns dann ohne Angst und Sorge dazu bekennen?

JA, WAS WÄRE WENN WIR DIESEN MUT AUFBRÄCHTEN????

Hätten wir dann nicht den einzig wahren Sinn unseres Lebens erfüllt???

UND NUN EINE BESONDERE FRAGE AN EINEN BESONDEREN MENSCHEN (to whom it concerns!)

„Bist Du sooooo sicher, dass es nicht an Deinem fehlenden Mut liegt, dass Du seit hunderten von Jahren immer den selben Auftrag bekommst, in dieser Welt? Und dass der Auftrag nicht lautet, mich in Deine Angst hinein zu ziehen, sondern Dich selbst endlich von dieser Angst zu befreien?“
THINK IT OVER, MY LOVE

PS: Ein Leben unter der Brücke, doch in Deinen Armen, scheint für mich mehr wärmeschenkend und damit lebenswerter, als ein Leben in Luxus, doch ohne Deine wärmende Nähe.

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