ICH SEH TRÄNEN WENN DU LACHST

Die ganze Nacht hat mich dieser Song aus den 80ern verfolgt. Ein wirrer Traum nach dem anderen zog an mir vorbei und alle endeten sie mit diesem Lied.

Ich denke mal, dass es wohl die vielen Erinnerungen von gestern waren, gekoppelt mit Erkenntnissen, worauf ich in meinem Wahn, alles erleben zu wollen, besser hätte achten sollen. Ich hätte mir viel Herzeleid erspart.

ERINNERUNGEN – THE THOUSEND DREAMS I DREAMED

Yesterday when I was young
The taste of life was sweet as rain upon my tongue
I teased at life as if it were a foolish game
The way the evening breeze may tease a candle flame
The thousand dreams I dreamed, the splendid things I planned
I always built, alas, on weak and shifting sand,
I lived by night and shunned the naked light of day
And only now I see how the years ran away


Yesterday when I was young
So many drinking song were waiting to be sung,
So many wayward pleasures laid in store for me
And so much pain my dazzled eyes refused to see
I ran so fast that time and youth at last ran out
I never stopped to think what life was all about
And every conversation I can now recall
Concerned itself with me, me and nothing else at all

Yesterday the moon was blue
And every crazy day brought something new to do
I used my magic age as if it were a wand
And never saw the waste and emptiness beyond
The game of love I played with arrogance and pride
And every flame I lit too quickly, quickly died
The friends I made all seemed, somehow, to drift away
And only I am left on stage to end the play

There are so many songs in me that won’t be sung
I feel the bitter taste of tears upon my tongue
The time has come for me to pay for yesterday
When I was young

GEDANKENSPLITTER – LIEBE

Rückblickend bestand mein ganzes Leben ausschliesslich aus der Suche nach „der wahren Liebe“, wobei ich aber niemals wirklich erklären konnte, was genau ich darunter verstand.

Mehr oder weniger vernebelt würde ich heute sagen, dass ich von mir selbst und natürlich auch von anderen erwartet hatte, dass jeder irgendwann „die grosse Liebe“ findet, und glücklich und zufrieden ist bis an sein Lebensende, weil er damit den Sinn seines Lebens erfüllt.

Warum aber, frage ich mich, drehen sich alle Liebesfilme und Liebeslieder genau darum, was auch ich im Kopf habe, und doch hat es mit der Realität überhaupt nichts zu tun?

Menschen begegnen einander, geniessen oft Jahre lang die wunderbarsten Gefühle zusammen, ohne auch nur eine Sekunde daran zu denken, dass es einmal nicht mehr so sein könnte, und dann ist es mit einem Mal vorbei.

Man trägt einander nur noch als Erinnerung im Herzen und es beginnt ein neues Leben, eine neue Liebe, bis auch diese verblasst und nur noch eine vage Erinnerung ist.

Und irgendwann ist man alt und grau und fragt sich: „Und was war der wirkliche Sinn des Ganzen, soferne alles überhaupt einen Sinn hatte?

Ein ganz typisches Beispiel für mich ist die Liebe zwischen Leonard Cohen und Marianne Ihlen. Sein ganzes Leben lang war sie die grosse Liebe seines Lebens gewesen, und doch waren ihnen nur etwa 7 Jahre der Gemeinsamkeit auf Hydra vergönnt, bis Cohen zurück nach Kanada ging, Marianne alleine zurück liess, und eine Beziehung mit einer anderen begann, obwohl er ihr nach wie vor schrieb, wie sehr er sie vermisst.

50 Jahre später erfuhr er, dass sie an Leukämie erkrankt war und im Sterben lag, und er schrieb ihr „ich bin ganz nahe hinter Dir, mein Schatz. Streck die Hand aus und Du kannst meine Gegenwart spüren“. Marianne starb Ende August 2016 und Leonard Anfang November 2016.

Was stimmt nicht mit uns Menschen???? Wieso schaffen es nur so wenige ihrem Herzen zu folgen?

ERINNERUNGEN

Es muss 2003/2004 gewesen sein, und ich war seit 2002 Mitglied bei den Baptisten in der Wiener Bujattigasse. Anfangs 2003, also ein Jahr nachdem ich unglaublich glücklich dort war, weil alles so perfekt schien, kam es zu einem „Zusammenbruch“ der Gemeinde d.h. ihre Meinungen gingen so diametral auseinander, dass mehr als die Hälfte der Leute die Gemeinde verliessen, und woanders eine neue gründeten.

Übrig blieben dann etwa 20-25, die sich fest vornahmen alles so weiter zu führen, wie es bisher war d.h. Gottesdienste für Erwachsene und Kinder am Sonntag, Bibellese am Mittwoch und viele weitere Veranstaltungen.

Ich übernahm die „Portiersaufgabe“ d.h. ich kam als erstes jeweils, sperrte das Haus auf und ging als letztes und sperrte das Haus zu. Dazwischen wurden die Leute, die kamen begrüsst und wieder verabschiedet. Ebenfalls war ich für den Schaukasten zuständig, der vorm Haus platziert war, und der jede Woche neu ausgeschmückt werden musste mit hübschen christlichen Accessoires und beeindruckenden Bibeltexten. Und ebenso betreute ich den Büchertisch, der gleich neben dem Eingang stand.

Doch nach gut einem weiteren Jahr hatten die meisten irgendwie keine Lust mehr, oder hatten sie keine Kraft mehr, und nach und nach gaben viele ihre übernommenen Aufgaben zurück.

Nur einer wurde niemals müde, erinnere ich mich. Er hiess Liviu Achim, war verheiratet mit 2 Kinder, kam aus Rumänien, war kaum grösser als ich, mit max. 55 kg, und war Zahnarzt hier in Wien.

Doch gleich von anfang an war da etwas zwischen uns, das uns spürbar verband. Und wir hatten deshalb immer wieder die wunderbarsten Gespräche, die uns unglaublich viel Kraft gaben.

Doch es kam wie es kommen musste, denn die, die nach der Spaltung geblieben sind, waren die meisten Pensionisten mit wenig Einkommen, und deshalb reichte die Kollekte nicht aus, um alles bezahlen zu können. Damit mussten wir das Haus zurück an die Baptistenleitung geben, die es dann an die Gruppe gab, die weggegangen waren.

Doch Liviu sagte: „Gott ist so gross, hinter allem was geschieht steckt sein göttlicher Plan“.

Es war üblich bei uns, dass sich Menschen Lieder wünschen durften, die sie gerne hören möchten, und ich kann den Blick von Liviu nicht vergessen, mit dem er mich ansah mit Tränen in den Augen, als jemand sich dieses hier gewünscht hatte.

Ich vermisse Euch alle soooo sehr, die ihr schon gehen musstet: Dagny, Fredric, Josef, Erich, Lisa, Irmgard, und hoffe auf ein Wiedersehen DA OBEN!