TAGEBUCH – DIENSTAG, 15. 2. 2022

Nach langem Überlegen will ich doch einmal darüber schreiben, wie es in mir aussieht seitdem ich im Juni 2020 einen Schlaganfall hatte. Man unterscheidet hier immer zwischen einem leichten, den man TIA nennt (transistorisch ischämische Attacke und einem schweren, bei dem die Lähmungen zum Teil bleiben, und die eine Reha notwendig machen. Ich gehörte zu den „Glücklichen“ mit einem TIA, denn es blieb nichts zurück.
Ausser dem Wissen jetzt wie vulnerabel wir Menschen doch eigentlich sind.
Wo ich vorher „nur“ am Jammern war, weil ich nichts mehr fand, was mich wenigstens einigermassen interessiert hätte, und mein Leben zwischen immer wieder auftauchenden Panikattacken und Depressionen hin und her pendelte, fand ich nach der Spitalsentlassung doch noch etwas, was mich irgendwie anzog, und mir ein Ziel vor Augen setzte, diese Lebensweise die die Kabbalah lehrte für mich zu entdecken.

Wo ich zwar bereits 2018 vieles darüber las, war es kein wirkliches Lernenwollen, sondern lediglich eine Art Information, die ich darüber sammelte. Doch jetzt wollte ich es lernen, um es auch für mich anzuwenden und diese Versprechung der Kabbalisten für mich zu erhaschen, die sich so ausdrückt:

„Kabbalah ist der Schlüssel zur verborgenen Weisheit. Indem der Mensch seinen wahren Zweck im Leben erkennt erreicht er Perfektion, Frieden, unbegrenzte Freude und die Fähigkeit, Zeit und Raum zu transzendieren, während er noch in dieser Welt lebt“.

Dieser Schlüssel, so sagen die Kabbalisten ist die Annulierung des Egos, indem man alles was man tut mit der Absicht „nicht für mich“ krönt.
Jesus drückte es anders aus, indem er sagte: “ Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst „

Und so verbrachte ich die letzten 20 Monate damit, alle meine Aktionen und Reaktionen, an die ich mich aus den vergangenen 69 Jahren erinnern konnte zu durchleuchten, und zu überlegen, was ich jeweils hätte anders machen können, wenn ich diesen Leitsatz in meinem Kopf und in meinem Herzen gehabt hätte.

Und ebenso kritisch beobachtete ich jetzt meine Gedanken, mein Reden und mein Handeln.

Das Resultat fiel absolut vernichtend für mich aus. Nicht nur rückblickend sondern ebenso gegenwärtig. Denn nichts, absolut nichts war und ist mir möglich, ohne mich selbst in absolutem Vordergrund zu sehen.

Und würde ich es „gewaltsam“ ändern, dann käme es nicht vom Herzen, und hätte vermutlich sogar Aggressionen zur Folge, die so ein Vorhaben soundso sofort zunichte machten.

Aber nicht nur, dass ich an meinem Ziel kläglich gescheitert war, habe ich jetzt Bilder vor Augen von Aktionen aus meiner Kindheit, meiner Jugend und all den vielen Jahren, in denen ich niemals danach fragte, wie es meinen Mitmenschen ging. Mich niemals fragte, was meine Handlungen in den Herzen anderer ausgelöst haben. Mich niemals fragte, was sich die Menschen, die in meinem Leben eine Rolle spielten, sich von mir erwartet hätten.

Und diese Bilder, die ich vermutlich nie mehr los werde, machen mir das Leben zur Hölle. Es vergeht kein Tag wo ich nicht immer wieder in Tränen ausbreche und alle meine jemals getroffenen Entscheidungen infrage stelle, und mich frage, wie es denn dazu kommen konnte, dass ich mich zu so einem egozentrischen Monster entwickelt hatte, das nur das eigene Wohl im Sinn hatte.

Nur manchesmal, wenn ich Glück habe, ertönt da eine leise Stimme in mir die mir sagt: „du wusstest es nicht besser, denn da war keiner, der es dir vorgelebt hätte“.

GEDANKENSPLITTER-SINNSUCHE

Seit einigen Tagen geht mir das Leben meiner Oma, bei der ich eine unbeschwerte Kindheit verbringen durfte, und ihre Erzählungen nicht aus dem Kopf.

Ihre Mutter hatte bei ihrer Geburt im Februar 1902 sehr viel Milch zu geben, mit der sie auch andere Säuglinge versorgen konnte, und deshalb durfte sie einige Monate lang im Krankenhaus bleiben …. hmm…vermutliche hatte sie keine Wohnung, und meine Oma war ihr erstes Kind.

Doch als sie dann entlassen wurde, setzte sie dieses Kind einfach vorm Krankenhaus hin und verschwand. Doch man fand heraus, wer sie war und sie gab ihr Kind in die Fürsorge einer Familie in der Steiermark. Dort durfte sie 12 Jahre lang eine wirklich unbeschwerte und bestens versorgte Kindheit erleben – bis ihre Mutter sie zurückhaben wollte, damit sie sich um die 9 Geschwister kümmert, die inzwischen zur Welt kamen, und in einer kleinen Wohnung in Wien ihr Dasein fristeten.

Ihr Ziehvater sagte beim Abschied zu ihr „wenns Dir schlecht geht, dann schreib mir sofort, damit ich Dich holen komm“. Nach ein paar Wochen in Wien, wo sie und ihre Halbgeschwister zum Abendessen ein paar Würfel Zucker bekamen, wollte meine Oma wieder Nachhause und sie lief auf die nächstgelegene Hauptstrasse und bettelte die vorbeigehenden Menschen um Briefmarken an, damit sie Nachhause schreiben kann. Doch jemand erkannte sie und gab ihrer Mutter Bescheid.

Im Lichthof dieses Hauses befanden sich Hasenställe und in diese sperrte sie ihre Mutter ein. Sie musste mehrere Tage ohne Essen dort in den Ställen eingekauert verbringen, bis sie versprach nicht mehr weglaufen zu wollen.

„Sie war 12 Jahre und hatte ihre Kindheit in einer liebevollen Einfachheit auf einem Bauernhof verbracht – was hatte sie für eine Chance? Keine !!!!

Also hielt sie 4 Jahre lang durch und versorgte sich und ihre 9 Geschwister, von denen drei an Grippe verstarben, weil sie zu wenig zum Essen hatten, um gesunden zu können.

Mit 16 war man 1918 in Österreich grossjährig und an diesem Tag, erzählte sie mir, verliess sie diese Wohnung des Schreckens und hörte nie mehr etwas dort.

Soweit ich mich erinnern kann, fand sie sofort einen Arbeitsplatz im Haushalt einer wohlhabenden Familie, für die sie kochte und putzte, und irgendjemand, ich weiss es nicht mehr, brachte ihr bei wie man näht. Und damit, also als Schneiderin, hatte sie sich dann bis zu ihrer Pensionierung 1962 ihren Lebensunterhalt verdient.

Es wäre noch soviel mehr von ihr zu erzählen wie z.B. als sie eine sechsköpfige Judenfamilie im Keller des Hauses, für das sie als Hausmeisterin (ihre zusätzliche Tätigkeit) tätig war, versteckt hat. Und wie sie die Gestapo mit einem Besen aus dem Haus gejagt hat, die kamen weil sie eine Meldung davon erhielten – mit den Worten: „Das hier ist ein anständiges Haus, hier werden keine Juden geduldet, also raus mit Euch, denn ihr macht den Menschen hier Angst, und das dulde ich nicht“.

Und man möchte es nicht glauben – die haben sich davon auch wirklich beeindrucken lassen und entschuldigten sich sogar dafür.

Warum ich dies hier alles schreibe?

Weil ich einen Vergleich ziehe zwischen meiner Oma und mir, und mich frage wieso ich so viel weniger Lebenskraft habe als sie, obwohl mein Leben nur ein einziges Highlight war, von dem meine Oma nur träumen konnte.

Und immer wieder werde ich mit der Frage konfrontiert: „ist es wirklich zum Wohl der Menschen, wenn sie ohne Sorgen aufwachsen dürfen?

War es wirklich ein Segen für die Menschen, die mitten im Wirtschaftswunder – also zwischen 1970 und 1995 in der existenziell entscheidenden Mitte Ihres Lebens stehen durften?

NEIN!!!! traue ich mich sagen. Denn wer niemals gelernt hat um seine Existenz zu kämpfen, und daraus als Sieger hervorging, hat auch nur die geringste Chance, in Zeiten wie diesen jetzt zu überleben.

Und mit „Überleben“ meine ich, den entscheidenden Unterschied zwischen Profanem und Spirituellen zu erkennen, wobei die Betonung auf „entscheidend“ liegt.

Geno (https://www.youtube.com/watch?v=JQv0i_Blpjw ) hatte es rechtzeitig erkannt indem er sagte: „ich dachte, mein Leben sei gut, bis ich erkannte, wie schlecht es war“

Das sagte er 2005 und schaffte es 16 Jahre lang sein Leben den Tieren zu schenken, die Hilfe brauchten, (Menschen waren es ihm nicht mehr wert) doch er gab zu: „nüchtern kann ich diese Welt nicht mehr ertragen“.

Jetzt haben wir 2022 und die Nachrichten strotzen von Egozentrik, Arroganz und Hochmut. Und keine Sau kümmert sich darum, wieviel Angst und Schrecken sie alle mit ihren gefakten Äusserungen in der Welt verbreiten, denn es ist ihnen gleichgültig….völlig gleichgültig.

DER LEITGEDANKE VON GUT AIDERBICHL

„AUCH WENN ES GELÄNGE, DIE TIERE VOR UNS ZU SCHÜTZEN,
WIR HÄTTEN NICHTS ERREICHT.

ERST, WENN ES GELINGT, DIE TIERE NICHT MEHR SCHÜTZEN ZU MÜSSEN,
SIND WIR AM ZIEL.

DANN HABEN WIR ETWAS VERÄNDERT : UNS „

Das ist unsere Vision, unsere Gemeinschaft, und dafür leben wir, Tag für Tag.
Michael Aufhauser
Gründer von Gut Aiderbichl

https://www.gut-aiderbichl.com/

DIE WAHRHEIT

Es ist ein paar Jahre her, da schrieb Geno (https://campogeno.wordpress.com/) auf die Frage eines Followers, warum er denn soviel trinke wortwörtlich: „nüchtern halte ich Euch alle nicht aus“.

Das hatte mir sehr zu denken gegeben, denn da war von Covid noch keine Spur, und auch sonst schien es mir einigermassen ruhig in dieser Welt zugegangen zu sein…..hmm, ich meine, dass es so 2016/17 gewesen sein muss.

Doch dann kam der Brand im Urwald von Australien, wo Millionen von Tieren elend zugrunde gingen, der von Menschen verursacht wurde, nur um sich die Taschen daraus zu füllen.

Seit 2 Jahren sucht Covid die ganze Welt heim, und tötete bereits Massen von Ärzten und Schwestern, die nichts anderes wollten, als einfach nur helfen. Und tausende Menschen haben nichts anderes im Sinn, als diese Hilfestellung zu torpentieren, indem sie vor Krankenhäusern demonstrieren, und diese Menschen bedrohen.

Und vom Volk gewählte Politiker nützen ihre Positionen um in die eigene Tasche zu arbeiten, während tausende kleine Firmen ums Überleben kämpfen oder bereits verloren haben, und jetzt nicht wissen, wie es für sie weitergehen soll.

Damals, als Geno das schrieb, konnte ich seinen Schmerz nicht wirklich nachvollziehen, doch heute kann ich das sehr wohl.

Geno hat vor 5 Monaten diese Welt verlassen, und ich hoffe von ganzem Herzen, dass es dort lebenswerter ist, wo er sich jetzt befindet.

Doch heute sage ich an seiner Stelle hier:

„TUT MIR SO LEID, DOCH NÜCHTERN HALTE ICH DIESE WELT NICHT MEHR AUS“

Gott sei unser aller Seelen gnädig.

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UNSERE ENGEL

Bei Chabad. de org. habe ich einen so schönen Eintrag über Engel gelesen, dass ich diesen gerne hier posten möchte

Engel begleiten uns überall. Unsere Weisen lehren, dass jedes Mal, wenn wir etwas Gutes tun, ein Engel geschaffen wird. Mit spirituellen Taten erschaffen wir „Engel des Heiligen Landes“, mit guten Taten auf der materiellen Ebene erschaffen wir „Engel des nicht-heiligen Landes“.

Am Anfang unserer Reise bewohnen die beiden Engelgruppen verschiedene Ebenen unseres Lebens, die einander sogar widersprechen. Spiritualität scheint eine Beschäftigung mit materiellen Dingen auszuschließen, und materielle Dinge verhindern scheinbar spirituelles Wachstum. Wenn die Zeit kommt, ein materielles Land zu betreten, bleiben unsere spirituellen Engel an der Grenze zurück. „Geh weiter“, sagen sie. „Die anderen werden sich um dich kümmern. Wir warten hier, bis zu zurückkehrst“.

Doch wenn wir nach einem erfolgreichen Leben zurückkommen, stellen wir fest, dass auch die nicht-heiligen Engel bei uns bleiben. Diesmal gibt es keinen Wachwechsel, sondern die zwei Bataillone von Engeln marschieren gemeinsam, um unsere triumphale Heimkehr zu verkünden.

ZUM NACHDENKEN

DIE STARRKÖPFE DER SEELE UND DIE STRENGEN verstehen die Barmherzigkeit Gottes nicht, denn sie predigen, dass jene bestraft werden, weil sie Böses taten – sie müssen in die Hölle….

Sie sind nicht in der Lage ihr Herz zu weiten, sondern Angsthasen mit einem kleinen verschlossenen Herzen, die am blossen Rechtssprechen hängen.

Sie haben vergessen, dass die Gerechtigkeit Gottes in seinem Sohn Jesus Christus zu Fleisch, und damit zu Barmherzigkeit wurde, und sein Herz immer offen für Vergebung ist.

Papst Franziskus

SEGEN GOTTES FÜR ALLE

Segen sei mit dir,
der Segen strahlenden Lichtes,
Licht um dich her
und innen in deinem Herzen,
Sonnenschein leuchte dir
und erwärme dein Herz,
bis es zu blühen beginnt
wie ein großes Torffeuer,
und der Fremde tritt näher,
um sich daran zu wärmen.

Aus deinen Augen strahle
gesegnetes Licht,
wie zwei Kerzen
in den Fenstern eines Hauses,
die den Wanderer locken,
Schutz zu suchen dort drinnen
vor der stürmischen Nacht.

Wen du auch triffst,
wenn du über die Straße gehst,
ein freundlicher Blick von dir
möge ihn treffen.

DAS LICHT GOTTES IN UNS

Wir sind Kinder Gottes.
Unser Kleinspielen hilft der Welt nicht.
Es ist nichts Erleuchtetes daran, uns klein zu machen, nur damit andere sich in unserer Gesellschaft nicht verunsichert fühlen.

Wir sind geboren um das Licht Gottes, das in uns ist, sichtbar werden zu lassen.
Und dieses Licht ist nicht nur in einigen von uns; es ist in jedem von uns!

Sobald wir unser Licht scheinen lassen, geben wir unbewusst anderen die Erlaubnis, dies auch zu tun.
Sobald wir von unserer eigenen Furcht frei geworden sind, befreit unsere Anwesenheit auch die anderen.

Nelson Mandela

LASS DICH FALLEN

Lass dich fallen.

Es ist ein Netz ausgelegt, nach deinem Herzen.
Ein Netz, dass dich hält, wenn du den Boden unter den Füssen verlierst.
Ein Netz, dass dich auffängt wenn du abstürzt aus deiner Sicherheit.
Ein Netz, dass dich auffischt, wenn du ertrinkst im Meer der Zweifel.

Lass dich fallen, fangen, festmachen, es ist nicht Kette sondern Halt.

Wolfgang Poeplau aus „Öffne das Fenster ins Weite“ Christophorus Verlag