TAGEBUCH – 17. MAI 2022

Was für eine Nacht und was für ein Tag, der nur noch besser werden kann.

Gestern Abend wurde ich gegen 21.30h dermassen müde, dass ich nur noch schlafen wollte, was ich letztlich auch tat. Doch um 02h war ich mit einem Mal hellwach und mir standen irgendwie die Haare zu Berge von dem letzten Traum. Denn dieser handelte davon, dass alles auf die Welt herein brach, was nur möglich war.

Ich befand mich in einem dunklen Zimmer hier im Haus und machte Atemübungen um meine Panik in den Griff zu bekommen. Denn es hatte einen Blackout gegeben, und damit gab es keinen Strom mehr. Doch in meinem Bewusstsein hatten wir schon lange zuvor kein Gas mehr und konnten nur über Radiatoren heizen, die jetzt auch noch wegfielen.

Ich konzentrierte mich auf das Geräusch von heran fahrenden Autos, das aber nicht kam. Es war so unglaublich still, dass ich mich fragte, ob ich überhaupt noch am Leben bin, und in meiner Erinnerung hörte ich einen ohrenbetäubenden Knall und ein so grelles Licht, wie ich es niemals zuvor irgendwo gesehen hatte.

Meine Gedanken drehten sich unaufhörlich darum, dass ich mich doch um vieles kümmern müsste und Fragen kamen wo ist denn mein Mann und wo ist Ari. Und dass ich doch nicht hier liegen bleiben kann um nichts zu tun. Dann endlich wachte ich auf.

Und das wars dann auch gewesen für diese Nacht – es gab kein Einschlafen mehr. Als es hell wurde gegen 05h fiel mir ein, dass heute Mittwoch ist und ich ins Labor fahren muss, was ich gegen 07.30 auch tat. Nur als ich dort ankam, machte mir die Schwester klar, dass heute erst Dienstag und mein Termin erst morgen ist.

Als sie sah wie mir Tränen in die Augen schossen meinte sie, dass heute genauso gut ist wie morgen, und ich im Wartezimmer Platz nehmen soll.

Was die Befunde angeht sagte sie mir dann, dass ich ja eine Laborkarte habe und mich ab Donnerstag einloggen kann, um meine Werte anzusehen.

Habe zwar im Augenblick keine Ahnung wie das geht, doch ich denke in zwei Tagen wird es mir wieder einfallen. Und wenn nicht, dann hätte ich wenigstens noch drei Wochen bis ich alles von meinem Arzt erfahren werde, wo ich den Termin am 8. Juni habe.

In Wien hats nachts ein bisschen geregnet, doch es hat 28° und es ist sehr schwül. Zu Mittag gab es für meinen Mann paniertes Putenschnitzel mit Bratkartoffel, Tomaten- und Gurkensalat, sowie Vanillepudding zum Nachtisch. Doch ich erinnere mich nicht wirklich, wie ich das alles hingekriegt hatte. Vermutlich mit Babyschritten, was heisst einen kleinen Schritt nach dem anderen.

Hoffentlich vergesse ich nicht über Nacht, dass mein Impftermin erst übermorgen und nicht morgen ist.

DIE WAHRHEIT

Es ist ein paar Jahre her, da schrieb Geno (https://campogeno.wordpress.com/) auf die Frage eines Followers, warum er denn soviel trinke wortwörtlich: „nüchtern halte ich Euch alle nicht aus“.

Das hatte mir sehr zu denken gegeben, denn da war von Covid noch keine Spur, und auch sonst schien es mir einigermassen ruhig in dieser Welt zugegangen zu sein…..hmm, ich meine, dass es so 2016/17 gewesen sein muss.

Doch dann kam der Brand im Urwald von Australien, wo Millionen von Tieren elend zugrunde gingen, der von Menschen verursacht wurde, nur um sich die Taschen daraus zu füllen.

Seit 2 Jahren sucht Covid die ganze Welt heim, und tötete bereits Massen von Ärzten und Schwestern, die nichts anderes wollten, als einfach nur helfen. Und tausende Menschen haben nichts anderes im Sinn, als diese Hilfestellung zu torpentieren, indem sie vor Krankenhäusern demonstrieren, und diese Menschen bedrohen.

Und vom Volk gewählte Politiker nützen ihre Positionen um in die eigene Tasche zu arbeiten, während tausende kleine Firmen ums Überleben kämpfen oder bereits verloren haben, und jetzt nicht wissen, wie es für sie weitergehen soll.

Damals, als Geno das schrieb, konnte ich seinen Schmerz nicht wirklich nachvollziehen, doch heute kann ich das sehr wohl.

Geno hat vor 5 Monaten diese Welt verlassen, und ich hoffe von ganzem Herzen, dass es dort lebenswerter ist, wo er sich jetzt befindet.

Doch heute sage ich an seiner Stelle hier:

„TUT MIR SO LEID, DOCH NÜCHTERN HALTE ICH DIESE WELT NICHT MEHR AUS“

Gott sei unser aller Seelen gnädig.

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UNSERE ENGEL

Bei Chabad. de org. habe ich einen so schönen Eintrag über Engel gelesen, dass ich diesen gerne hier posten möchte

Engel begleiten uns überall. Unsere Weisen lehren, dass jedes Mal, wenn wir etwas Gutes tun, ein Engel geschaffen wird. Mit spirituellen Taten erschaffen wir „Engel des Heiligen Landes“, mit guten Taten auf der materiellen Ebene erschaffen wir „Engel des nicht-heiligen Landes“.

Am Anfang unserer Reise bewohnen die beiden Engelgruppen verschiedene Ebenen unseres Lebens, die einander sogar widersprechen. Spiritualität scheint eine Beschäftigung mit materiellen Dingen auszuschließen, und materielle Dinge verhindern scheinbar spirituelles Wachstum. Wenn die Zeit kommt, ein materielles Land zu betreten, bleiben unsere spirituellen Engel an der Grenze zurück. „Geh weiter“, sagen sie. „Die anderen werden sich um dich kümmern. Wir warten hier, bis zu zurückkehrst“.

Doch wenn wir nach einem erfolgreichen Leben zurückkommen, stellen wir fest, dass auch die nicht-heiligen Engel bei uns bleiben. Diesmal gibt es keinen Wachwechsel, sondern die zwei Bataillone von Engeln marschieren gemeinsam, um unsere triumphale Heimkehr zu verkünden.

IN MEMORIAM CAMPOGENO

https://campogeno.wordpress.com/

Alle hier, die seinem Blog folgten, und wussten welch ein Supertyp Geno war, muss ich leider das Herz schwer machen, mit der Nachricht, dass Geno im August in seinem spanischen Landhaus verstorben ist.

16 Jahre lang kümmerte er sich um verletzte und streunende Tiere, indem er sie bei sich beherbergte, pflegte und fütterte. Mit seinem Tod ist die Welt noch ein bisschen ärmer und kälter geworden.

Im Gedanken drücke ich Dich ganz lieb, mein Freund, und es war mir eine Ehre Dich gekannt zu haben.

GEDANKENSPLITTER-ERINNERUNGEN

Ein seltsamer Tag ist heute mit dunklen Wolken doch fast 20°, und sooo viele Erinnerungen besuchen mich.
Doch die an den 24. April 2002 ist wohl die bedeutendste überhaupt, denn an diesem Tag musste ich in einer kleinen Gasse parken, die ich nur vom Vorbeifahren kannte, weil im Einkaufsgrätzel kein Platz mehr war.

Und so fand ich das Haus der Baptistengemeinde, wo ich in ihrem Ausstellungsfenster lesen konnte, dass an jedem Mittwoch um 19h ein Treffen zum gemeinsamen Bibellernen stattfand. Es war 18.15h. Und als ich vom Einkaufen zurückkam war es 18.55h.

Keine Ahnung wo ich den Mut hernahm dort einfach anzuläuten, doch ich tats. Eine alte Dame mit schlohweissem Haar öffnete mir die Türe. Ich stotterte irgendwas von Dabeiseinwollen beim Bibellesen oder ähnliches, und war sehr erleichtert als sie mich hereinbat ohne weiter zu fragen.

Sie führte mich in einen Raum mit mehreren alten Damen und einem etwas jüngeren Mann, der sich als Pastor der Gemeinde herausstellte. Alle hatten so dermassen freundliche Gesichter, als sie mich willkommen hiessen, dass mir ganz warm ums Herz wurde.

Dieser Tag war der Beginn einer wundervollen Freundschaft mit noch viel mehr unglaublich liebenswerten Menschen, und ich danke Gott von ganzem Herzen, dass ich das in meinem Leben erfahren durfte.

Seither sind fast 20 Jahre ins Land gezogen, und alle diese wundervollen Menschen weilen nicht mehr unter uns, was mir fast das Herz zerreisst, wenn es mir bewusst wird – wie eben heute.

Ich darf davon ausgehen, dass ihre Freundlichkeit und Herzenswärme nun im Himmelreich weiter leuchten, und ich kann es nicht einmal annähernd richtig ausdrücken, was ich dafür geben würde, noch einmal einen gemeinsamen Abend zum Bibellesen mit ihnen haben zu dürfen. Muss aber trotz noch so viel Sehnsucht nach ihnen akzeptieren, dass es nur noch die Erinnerung ist, die den Himmel auf die Erde bringt.

In Memoriam an Lisa, Dagny, Irmgard und Heidi

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WELCH BEDINGUNGSLOSER GLAUBE – aus PSALM 16

Ein Lied Davids.

„Schütze mich, Gott! Ich vertraue dir.
Ich sage zu dir: »Du bist mein Herr. Mein Glück finde ich allein bei dir!

Du bist mir nahe, das ist mir immer bewusst. Du stehst mir zur Seite, ich fühle mich ganz sicher.

Darum bin ich voll Freude und Dank, ich weiß mich beschützt und geborgen.
Du, Herr, wirst mich nicht der Totenwelt preisgeben! Du wirst nicht zulassen, dass ich für immer im Grab ende; denn ich halte in Treue zu dir![

Du führst mich den Weg zum Leben. In deiner Nähe finde ich ungetrübte Freude; aus deiner Hand kommt mir ewiges Glück.“

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EIN SEHR TRAURIGER TAG

ist das heute gewesen, denn ich musste meinen innigst geliebten Havaneser Daniel nach 14 Jahren und 9 Monaten gehen lassen.

Er brach während eines kurzen Spaziergangs zusammen und war nicht mehr imstande von selbst wieder aufzustehen. Ich musste ihn nach Hause tragen, wo er blutigen Schleim aus dem After verlor und das getrunkene Wasser erbrach.

Zwei Stunden später war ich beim Tierarzt, der einen faustgrossen Tumor in seinem Bauch feststellte, und sich sogar wunderte, dass er bis heute keinerlei Unwohlsein und Schmerzen zu haben schien.

Doch aufgrund seines hohen Alters und einer diagnostizierten Herzinsuffiziens hat er eine Operation ausgeschlossen und mir geraten, ihn gehen zu lassen – mit dem Wissen welch schönes und unbeschwertes Leben er doch bei mir hatte.

Er musste nie alleine bleiben, war täglich in der Natur unterwegs, hatte in all den Jahren viele Hundefreunde und mit 5 Jahren bekam er sogar Aaron, also einen ureigensten Freund. Und jeden Sommer gingen wir täglich zum Schwimmen zum nahegelegenen Bach.

Ich muss jetzt versuchen nur all die schönen Dinge zu sehen, die ich ihm leisten konnte, und den Schmerz des Verlustes einfach wegschieben . Gott helfe mir dabei, denn die unaufhörlich laufenden Tränen zeigen, wie wenig ich das zustande bringe.

R. I. P. mein kleiner Freund