GLAUBEN BEDEUTET

…Stehvermögen haben, zu sich selbst stehen, weil wir in Gott ein festes Fundament haben.

Wenn wir in Gott unseren Grund haben, können die Menschen unserer Seele nicht schaden.

Ja gerade im Aushalten und Durchhalten werden wir zu unserem wahren Selbst finden.

Anselm Grün OSB

To whom it concerns

WELCH BEDINGUNGSLOSER GLAUBE – aus PSALM 16

Ein Lied Davids.

„Schütze mich, Gott! Ich vertraue dir.
Ich sage zu dir: »Du bist mein Herr. Mein Glück finde ich allein bei dir!

Du bist mir nahe, das ist mir immer bewusst. Du stehst mir zur Seite, ich fühle mich ganz sicher.

Darum bin ich voll Freude und Dank, ich weiß mich beschützt und geborgen.
Du, Herr, wirst mich nicht der Totenwelt preisgeben! Du wirst nicht zulassen, dass ich für immer im Grab ende; denn ich halte in Treue zu dir![

Du führst mich den Weg zum Leben. In deiner Nähe finde ich ungetrübte Freude; aus deiner Hand kommt mir ewiges Glück.“

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EIN SEHR TRAURIGER TAG

ist das heute gewesen, denn ich musste meinen innigst geliebten Havaneser Daniel nach 14 Jahren und 9 Monaten gehen lassen.

Er brach während eines kurzen Spaziergangs zusammen und war nicht mehr imstande von selbst wieder aufzustehen. Ich musste ihn nach Hause tragen, wo er blutigen Schleim aus dem After verlor und das getrunkene Wasser erbrach.

Zwei Stunden später war ich beim Tierarzt, der einen faustgrossen Tumor in seinem Bauch feststellte, und sich sogar wunderte, dass er bis heute keinerlei Unwohlsein und Schmerzen zu haben schien.

Doch aufgrund seines hohen Alters und einer diagnostizierten Herzinsuffiziens hat er eine Operation ausgeschlossen und mir geraten, ihn gehen zu lassen – mit dem Wissen welch schönes und unbeschwertes Leben er doch bei mir hatte.

Er musste nie alleine bleiben, war täglich in der Natur unterwegs, hatte in all den Jahren viele Hundefreunde und mit 5 Jahren bekam er sogar Aaron, also einen ureigensten Freund. Und jeden Sommer gingen wir täglich zum Schwimmen zum nahegelegenen Bach.

Ich muss jetzt versuchen nur all die schönen Dinge zu sehen, die ich ihm leisten konnte, und den Schmerz des Verlustes einfach wegschieben . Gott helfe mir dabei, denn die unaufhörlich laufenden Tränen zeigen, wie wenig ich das zustande bringe.

R. I. P. mein kleiner Freund

DIE KOLLEKTIVE MENSCHENSEELE

Wer sich mit Spiritualität beschäftigt, der weiss, dass wir Menschen alle eine Einheit sind. Leidet einer, dann leiden alle. Denn wie sonst ist es zu erklären, dass in den „reichen Ländern“ das meistverkaufteste Medikament Antidepressiva und Benzodiazepine (Angstlöser) sind?

Es ist eine Illusion zu glauben, dass wir Herr unseres eigenen Schicksals sind, indem wir nur dafür sorgen müssen, dass es uns an nichts fehlt, und dann fühlen wir uns gut, dann haben wir ein schönes Leben.

Wer letzte Nacht „zufällig“ nicht gut oder gar nicht schlafen konnte, und den Grund dafür wissen möchte, der denke an die Reichskristallnacht vom 9. zum 10. November 1938.

Es waren 42 Wiener Synagogen, die am 9. und 10. November 1938 und in der dazwischenliegenden Nacht dem Erdboden gleichgemacht wurden. 27 Wiener Juden waren getötet und 88 schwer verletzt worden. Dazu kamen 2000 Wohnungen, die „judenrein“ gemacht und 4000 Geschäfte, die – bereits Tage davor mit „Judensternen“ gekennzeichnet – vernichtet wurden. Tausende Menschen wurden verhaftet und nach Dachau verschleppt. Nicht anders erging es den Juden in Graz, Linz, Innsbruck und in den anderen ehemals österreichischen Städten, und dem Rest des ganzen „Deutschen Reichs“, wo man insgesamt 20.000 Juden gefangen genommen und 91 ermordet hatte.

Corona ist schlimm – sehr schlimm! Doch wie schlimm erging es in den darauf folgenden sieben Jahren Millionen von politisch verfolgten Menschen und Soldaten an vorderster Front?

Mir dieses Leid im Detail vorzustellen übersteigt mein Vorstellungsvermögen über Grausamkeiten, die Menschen imstande sind einander anzutun.

Hilf uns, Vater im Himmel, unsere Herzen füreinander zu öffnen, und zu helfen, wo immer es uns möglich ist. Amen

TAGEBUCH – 23. OKTOBER 20

Schweren Schrittes Spaziergang mit Hunden. Keine Kraft für etwaige Auseinandersetzungen, deshalb penibel darauf achtend, anderen Hunden aus dem Weg zu gehen.

Begegnung mit Michi, einer gläubigen Katholikin, die immer lacht.

„Gehts Dir gut?“ fragt sie fröhlich. „Ja, danke Michi, alles bestens“ antworte ich.

Doch ein Blick in meine Seele zeigt ein anderes Bild.

Angsterfüllte Nebelschwaden wechseln mit erdrückender Dunkelheit, gepaart mit absoluter Hoffnungslosigkeit auf einen kleinen Lichtschimmer, und der bangen Frage: „Gibt es ein morgen?“

ICH FÜRCHTE

dass es dann vermutlich wirklich der letzte Sommer war für meinen Fliederbaum, denn eben lese ich in den Nachrichten, dass es in Europa Massen an Kastanienbäumen trifft, die mit einer Herbstblüte noch das letzte aus sich herausholen möchten.

Philipp Schönfeld vom Projekt „Stadtgrün 2021“ der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) sagt: „Salopp formuliert gilt das Prinzip: Wenn ich ohnehin sterben muss, möchte ich bis dahin wenigstens noch möglichst viele Nachkommen zeugen.“ Die Herbstblüte ist ein letztes Aufbäumen eines Baumes, der den Frühling vielleicht nicht mehr erlebt.

Als ich diese Formulierung las, wurde mir sehr schwer ums Herz, denn ein Kastanienbaum war es, der mich durch meine Kindheit begleitete. Er stand unmittelbar vor unseren Fenstern im 3. Stock eines Wiener Gemeindebaues, und ich konnte jeden Abend die vielen Vögelchen hören, die in seinen Ästen sassen und ihr Abendlied sangen.

Ich komme nur sehr schwer klar damit zur Kenntnis nehmen zu müssen, dass so vieles, was mir in meinem Leben wichtig war, bald nicht mehr existieren wird.

Muss aber auch zugeben, dass ich im Augenblick keine stabile Seelenstimmung habe, denn nach einer fast sommerlichen Woche kam gestern Abend der Herbst mit Regen und starkem Temperaturrückgang nach Wien.

Und die Neuinfektionen mit dem Coronavirus sind in der letzten Woche förmlich explodiert. Waren es vor zwei Wochen noch 6-700 am Tag so sind wir jetzt bei über 1.200 angekommen, Tendenz steigend, von denen sich zwei Drittel nicht zurück verfolgen lassen. Mit einem Wort: die Sache ist ausser Kontrolle und die Regierung trägt sich mit dem Gedanken ab 16. November einen erneuten dreiwöchigen Lockdown zu starten.

Und ich muss ehrlich zugeben, dass mir das ganze eine Scheissangst macht…..Gott sei uns gnädig!

OH GLAUBE MEIN HERZ – OH GLAUBE

Welch unglaublicher Text, den ich da in folgendem Blog fand (https://solitarythinkers.wordpress.com/), der nur leider keine Reblogger-Möglichkeit anzeigte, denn sonst hätte ich diese natürlich verwendet.

Oh glaube, mein Herz, oh glaube:
 Es geht dir nichts verloren!
 Dein ist, ja dein, was du gesehnt,
 Dein, was du geliebt, was du gestritten!

Oh glaube: Du wardst nicht umsonst geboren!
 Hast nicht umsonst gelebt, gelitten!
 Was entstanden ist, das muß vergehen
 Was vergangen, auferstehen!
 Hör auf zu beben!
 Bereite dich zu leben!


 Oh Schmerz! Du Alldurchdringer!
 Dir bin ich entrungen.
 Oh Tod! Du Allbezwinger!
 Nun bist du bezwungen!
 Mit Flügeln, die ich mir errungen,
 In heißem Liebesstreben
 Werd ich entschweben
 Zum Licht, zu dem kein Aug' gedrungen!


 Mit Flügeln, die ich mir errungen,
 Werd ich entschweben!
 Sterben werd' ich, um zu leben!
 Aufersteh'n, ja aufersteh'n wirst du,
 Mein Herz, in einem Nu!
 Was du geschlagen,
 Zu Gott wird es dich tragen!

Gustav Mahler war ein österreichischer Komponist am Übergang von der Spätromantik zur Moderne. Er war nicht nur einer der bedeutendsten Komponisten der Spätromantik, sondern auch einer der berühmtesten Dirigenten seiner Zeit und als Operndirektor ein bedeutender Reformer des Musiktheaters. Wikipedia

Geboren: 7. Juli 1860, Kaliště u Humpolce, Tschechien

Gestorben: 18. Mai 1911, Wien

BIST DU DA?

Bist Du da, lieber Gott?

Und wenn Ja, warum spüre ich Dich nicht?

Es müsste doch ganz warm sein, dort, wo Du bist?

Sie sagen, Du bist die Seele in uns Menschen, und dass wir alle eine Seele haben – sogar die ganz Fiesen, die niemals einen Gedanken an Dich verschwenden.

Wieso können wir unsere Seele dann nicht spüren? Wieso kann ich Dich dann nicht spüren?

Doch weder jammern, noch fordern hilft weiter. das ist mir inzwischen auch klar geworden. Wir müssen lernen mit dem auszukommen, was uns zur Verfügung steht.

Äusserlichkeiten bringen mir nichts mehr, das muss ich wohl abhaken, anstatt es nicht zu akzeptieren, und darüber unglücklich zu sein.

Was also habe ich in mir selbst zur Verfügung, ist meine aktuelle Frage? Und logischerweise fielen mir meine fünf Sinne als erstes dazu ein. Und damit will ich mich jetzt endlich einmal näher beschäftigen.

„Endlich“ deshalb, weil mein Freund Dieter schon seit ewigen Zeiten versucht, mir dieses Thema näher zu bringen. Warum es nicht funktionierte?

Nun ich fürchte, weil ich mir bislang eben viel, viel mehr vom Leben erwartet hatte, als mich mit mir selbst zu bescheiden.

Aber Nein, lieber Gott, ich will nicht lügen und sagen, dass ich glücklich bin über diese Erkenntnis.

Es ist einfach nur eine Erkenntnis, die ich akzeptieren werde müssen, wenn ich nicht die restliche Zeit, die mir verbleibt, mit schweren Depressionen verbringen möchte, so wie in den letzten Wochen.

Aber ehrlich will ich trotzdem immer bleiben zu Dir, lieber Gott, und Dir sagen: „ich hatte mir sooo viel mehr von Dir erwartet“-