TAGEBUCH – MONTAG, 6. MAI 2019

Heute war ein sehr schlimmer Tag, und ich kann mir nicht erklären, wieso?

Das Regenwetter mit Kälteeinbruch der letzten Tage kann doch nicht eine so massive Wirkung auf meine Mentalität haben, dass es mich in einen Tunnel ohne Licht hinein katapultiert?

Doch genau dort drinnen sitze ich seit heute morgen. Trotz 25° Raumtemperatur zittert mein Körper vor Kälte, die vermutlich von Innen kommt – keine Ahnung.

Es scheint mir, dass es nichts mehr gibt auf dieser Welt, was mir noch ein bisschen Freude machen könnte, obwohl ich meine, dass es doch so viel gibt, was echte Freude wert wäre.

Zum Beispiel habe ich gute zwei Stunden mit meinen beiden Freunden Tanja und Peter aus Hamburg und Dieter aus Bensheim über Messenger Quiz-Planet und Word Blitz gespielt.
Und sagte mir die ganze Zeit welch unglaubliche Möglichkeiten wir doch heutzutage haben, uns zu unterhalten.

Und „MEIN“ Spechtpärchen hat zwei Junge bekommen, die seit gestern unentwegt das Futterhäuschen besuchen und sich die Bäuche vollschlagen.

Und „MEINE“ Täubchen kommen auch wieder zu zweit, wo ich doch befürchtet hatte, dass eines nicht mehr am Leben sei, weil immer nur noch eines kam. Doch die hatten wohl tatsächlich abwechselnd gebrütet. Also darf ich bald auch hier mit ein paar Jungen rechnen, für die schon extra Haferflocken gekauft habe, weil ich im Internet nachlas, dass sie zu Beginn eher Weiches bevorzugen, als harte Körner und Sonnenblumenkerne.

Und die beiden Dahlien, die ich vor drei Wochen gesetzt habe, haben auch schon ausgetrieben, ganz zu schweigen von den grossen kräftigen Trieben der drei Rosenstöcke.

So viele Geschenke aus Gottes Schöpfung – NUR FÜR MICH !

Und doch sitze ich hier und spüre wie sich Tränen in meinen Augen bilden, weil ich das alles nur mit meinem Verstand zur Kenntnis nehmen kann, doch nicht mit meinem Herzen.

Vor zwei Tagen waren es drei Monate, dass ich die Antidepressiva abgesetzt hatte, und die aufgetretenen Schlafstörungen mit dem Nahrungsergänzungsmittel L-Tryptophan, das ich jetzt seit 5 Tagen nehme, scheinbar gut in den Griff bekomme. Denn seit drei Tagen schlafe ich wieder gut ein, und schaffe mit kurzen Unterbrechungen 7-8 Stunden zu schlafen.

Und doch muss da etwas sein, das mein Gemüt zu Boden drückt, und ich nichts dagegen tun kann, ausser es eben zu akzeptieren.

Ein wundervolles Mantra habe ich gestern bei You Tube gefunden, das mir für einen Augenblick ein bisschen Frohsinn verschaffte. Es erzählt von Gott und seiner Güte und Liebe zu seinen Geschöpfen.

Was würde ich dafür geben, wenn ER mir die Gnade erwiese, diese Liebe wenigstens nur erahnen zu dürfen!

Om Bhur Bhuva Swaha Tat Savitur Varenyam,
Bhargo Devasya Dhimahi Dhiyo Yonah Prachodayat

SCHWEIGE UND LAUSCHE

Auf der Suche nach Zen-Meditationen fand ich folgenden Hinweis.

SCHWEIGE UND LAUSCHE

Schweige, Chela, weil nur im Schweigen Erleuchtung möglich ist.
Wie die Wolken der Eigenliebe schwinden, flammt strahlend das kosmische Bewußtsein auf,
das Bewußtsein des Einsseins mit dem Kosmos, dem All.
Schweige – wenn Du Gottes Stimme lauschen möchtest.
Schweige – weil Schweigen Vollendung ist.
Schweige – weil Du stille sein musst, wenn der Ruf des großen Unbekannten an Dich ergeht.
Autor unbekannt

Ich fürchte, dass es hier viel Übung erfordert, um nicht bereits nach wenigen Minuten das Gefühl zu haben, keine Luft mehr zu bekommen.

Denn ist nicht Gedankenstille gleichbedeutend mit dem Tode? Hören wir denn nicht zum Zeitpunkt des Todes auf natürliche Weise auf zu Denken?

Hmm – Ja, da sind sie wieder die vielen Gedanken und Überlegungen, ohne die man glaubt sich selbst zu verlieren bzw.das, was man als SICH SELBST empfindet.