TAGEBUCH – FREITAG, 13. Dezember 2019

Sieben Wochen ist es her, dass ich zum letzten Mal in der Ordination meines Internisten war, dieser mich ins Labor schickte, und ich zwei Tage später diese Hiobsbotschaft erhielt, einen LPa Wert (Lipoproteine) siebenmal so hoch zu haben, als der Referenzbereich wäre.

Damals meinte ich, dass ich diese 7 Wochen nicht schaffe, bis ich die Möglichkeit habe alles mit meinem Internisten zu besprechen, und zu hören, was die geplanten Untersuchungen aussagen werden.

Heute war dieser Tag, und es stellte sich heraus, dass das EKG, die Ergometrie und das Herzecho einwandfreie Werte zeigten, ebenso die Durchblutung in den Beinarterien. Und der Ultraschall der Carotis, was den Durchfluss der Arterien noch am besten zeigt, als „zufriedenstellend“ beurteilt wurde.

Die Kontrolle der Cholesterine zeigte allerdings, dass die bisherigen Medikamente zu schwach sind, um ein Ziel von nur 70 LDL zu erreichen, und ebenso gilt das für die Medikamente der Blutdrucksenkung.
Also wurden beide gegen neue Medikamente ausgetauscht, von denen man sich eine weitere Senkung der Werte erhofft.

„Gelingt es uns, das schlechte Cholesterin von dato 136 auf unter 70 zu senken, und ebenso den Blutdruck konstant zwischen 130-140/85 zu halten, dann würde ich meinen, dass dieser hohe LPa Wert nicht massgeblich sein wird, um einen Herzinfarkt oder Schlaganfall zu verursachen“ ….war die Aussage meines Internisten beim Abschied.

Allerdings wären da auch noch wichtige Punkte bei der Ernährung zu beachten:
1. Omega 3 sollte in hoher Dosierung beibehalten werden, mit 2-3 x eine Portion (12.5 dkg)frischen Lachs in Kokosfett gebraten in der Woche.
2. Alle Fette müssen durch Kokosfett ausgetauscht werden d.h. keine frittierten Produkte mehr, sondern schonendes Garen von Fisch und Fleisch mit ausschliesslich Kokosöl.
3. Süsses muss auf ein Mindestmass von 1-2 Pralinen am Tag reduziert werden. Wobei ebenso Obst auf eine Handvoll reduziert werden sollte, wegen der hohen Fructosekonzentration.
4. Alle Produkte, die Weizen in irgend einer Form enthalten, müssen vermieden werden. Also Nudeln nur aus Dinkel, Buchweizen oder Reis. Kein Weizenbrot und keine Mehlspeisen.

Mein Alkoholproblem, dass ich etwa 1/2 l Rotwein am Tag trinke, akzeptierte er, weil er sagte, dass jeglicher Druck, mit dem Trinken aufzuhören, nur noch ein Mehr an Trinken bringen würde.
Doch er machte mich darauf aufmerksam, dass Rotwein „Lieblich“, also mein Favorit 45 g Zucker enthält pro Liter, wo Rotwein „Trocken“ nur 5 g Zucker enthält.

Also werde ich jetzt eben auf „Trocken“ umstellen, worin ich kein Problem sehe.

Jetzt kann ich natürlich nur hoffen, dass ich die neuen Medikamente genauso gut vertrage wie die bisherigen, und eine erneute Labor-Kontrolle in den ersten Apriltagen dem erwünschten Ziel näher kommt.

PS: Nachdem ich aber immer wieder einmal „Anfälle“ von Schokogier hatte, wobei ein Glas Nutella mit 20 dkg innerhalb eines Abends weggeputzt wurde wie nichts, und ebenso ein 1/2 l süsser Likör genauso so hurtig verschwand, wird es sehr wohl eine gewaltige Umstellung für mich sein, dies in Zukunft zu unterlassen.

TAGEBUCH – Sonntag, 24. November 2019

Gestern traf es mich wieder wie ein Keulenschlag, diese Sorge, dass ich den Sinn meines Lebens nicht erkannt hatte.
Dass ich ausschliesslich aus dem Ego gelebt, um nicht zu sagen ausschliesslich darum bemüht war, diesen so grossen Schmerz in mir zu erlösen.
Aufhören sollte es, nur aufhören sooo weh zu tun.

Mehr Wissen denn je konnte ich in diesem Jahr anhäufen, und damit auch viele Antworten bekommen, die in meiner Seele nagten.
Nur diese eine nicht – warum tut es immer noch sooo weh?

Was ist der Hauptgrund, dass ich immer wieder morgens aufwache und einen schweren Druck auf meiner Brust spüre.
Ein Druck, der die natürliche Leichtigkeit des Atmens auf einmal soviel schwerer macht?
Der Tränen in die Augen presst, weil es an die vielen Ereignisse in meiner Kindheit erinnert, wo es mir ähnlich erging.
Wo ich eine Angst zu spüren bekam, die einem die Kehle zuschnürrt und sich eine schwere Last auf „die Seele“ legt, die ihren zentralen Punkt wohl im oberen Brustbereich haben muss.
Genau dort, wo es eben immer so weh tut.

Seit einigen Stunden sitze ich jetzt hier mit dem Wissen, dass es ja eine Lösung gibt.
Das Achterl Wein, das hier neben mir steht, das bringt es nicht fertig. Doch eine Achterl Wodka sehr wohl.

Doch genau das wäre es, was meinem Leben noch einen Sinn geben würde, denke ich mir im Augenblick.

Die Kraft zu haben, auf dieses Achterl oder womöglich sogar Vierterl zu verzichten.
Die Kraft zu haben, diesen Schmerz auszuhalten.

Könnte es das sein? frage ich mich auch jetzt in diesem Augenblick?

Dass der Sinn des Lebens darin liegt, das Leben einfach nur „AUSZUHALTEN“?

Darauf zu vertrauen, dass es von Mal zu Mal leichter wird, je mehr Selbstvertrauen sich bildet, dass man dazu imstande ist?

Scheisse Leutln, das kanns doch nicht wirklich sein ???

Oder habe ich doch noch nicht soviel Wissen zusammentragen können?
Oder war ich noch nicht imstande, dieses Wissen entsprechend umzusetzen?

Diese Mutlosigkeit, die mich bereits gestern abends überfiel, ist wirklich ätzend ….seufz.

Ich hoffe von ganzem Herzen, dass es den meisten meiner Leser besser ergeht, und wünsche Euch allen einen schönen Restsonntag.