DANKBARKEITS-TAGEBUCH 3

Auch gestern wurden in Wien 37° mit totaler Windstille gemessen, und deshalb lief dieser Tag ebenso ruhig ab, wie der davor.
Zu Mittag gab es Palatschinken mit Preisselbeermarmelade und zur Neutralisierung noch anschliessend einen kleinen Rohkostteller.
Nach etwa einer 3/4 Stunde in der Küche war ich ebenso beinahe gar, denn das Küchenfenster liegt im Süden, und so erhitzten nicht nur die heissen Kochplatten diesen Raum.

Am späten Nachmittag meinte ich, doch noch einmal durchstarten zu müssen, und machte mich ans Staubsaugen im Untergeschoss des Hauses. Nach einer Viertelstunde war ich schweissgebadet, aber einigermassen zufrieden mit dem Getanen.

Dann gings vor den Fernseher und ich lies mich von Law and Order berieseln, mein absoluter Favorit unter den Serien, mit dem sie vor kurzem wieder mit Staffel 1 begannen bei 13th Street.

Doch irgendwas muss mich getriggert haben, denn ich spürte so gegen 18h eine Panikattacke hochkommen, die ich versuchte mit entsprechender Atemtechnik wieder in den Griff zu bekommen. Es gelang nur halb, denn ich konnte mir absolut nicht vorstellen, um 20h den geplanten Spaziergang mit den Hunden zu machen.

Gegen 19h hörte ich, wie eine Familie in ihrem Garten eine Geburtstagsfeier abhielten, mit lautem Geschrei und Gelächter, und da war mir dann klar, dass ich keinesfalls dort vorbeigehen möchte, und die Hunde wohl heute zu Hause bleiben müssten.

20h war vorbei, das Fernsehen auch, das Geschrei der Geburtstagsfeiernden war auch nicht mehr zu hören, und die Hunde standen mit grossen Augen voll Erwartung vor mir.

Keine Ahnung wie ich es schaffte, doch es gelang mir die noch zur Hälfte anwesende Panik, wovor auch immer, zu ignorieren, und mit den Hunden auf die Strasse zu kommen.

Als wir langsam die Strasse hinunter wanderten, es geht nur noch langsam, denn Daniel, mein Havaneser wird 15 Jahre und ein „komm schnell“ geht nicht mehr, wurde die Strassenbeleuchtung eingeschaltet und ich sah von weitem den nun hellerleuchteten Park.

Was wieder ein Trigger gewesen sein muss, nur in die entgegen gesetzte Richtung, denn ich fühlte plötzlich eine unglaubliche Ruhe und Wärme in meinem Herzen. Und Erinnerungen flammten auf aus meiner Kindheit, wo ich meine Grossmutter auf der Parkbank sitzen sah, die etwas strickte, und ich mit dem Fahrrad den Park umrundete, bis es hiess: „komm wir gehen nach Hause“.

Wenn meine Grossmutter sich nicht bereit erklärte hätte, mich bei sich aufzunehmen, dann wäre ich in einem Heim gelandet. Denn meine sehr jungen Eltern waren viel mehr an Tanzengehen und Spasshaben interessiert, als am Grossziehen eines Kindes.

Mein Dank heute gilt also nicht nur dem schönen Gefühl, das ich gestern abends noch erleben durfte, und den Rest aller Ängste wegfegte, sondern primär meiner Oma, die ihr ganzes Leben darauf konzentrierte mich nicht nur bestens zu versorgen, sondern die in der Pension noch dreimal die Woche putzen ging, um mir meine Wünsche erfüllen zu können.

Es tut mir so unglaublich leid, dass ich ihr nie gesagte hatte, dass sie wohl das Beste war in meinem Leben, das mir jemals passiert ist.

Wo immer Du jetzt auch bist Oma, Du wirst immer in meinem Herzen sein animiertes-glitzer-bild-0770

DANKBARKEITS-TAGEBUCH 2

Gestern war ein äusserst heisser Tag (35°) mit totaler Windstille in Wien, der sich bei mir mit extrem niedrigen Blutdruck und leichtem Schwindel zeigte, und es mir bis 20h unmöglich machte, wenigstens einen kurzen Spaziergang mit meinen Hunden zu machen.

Also lief der ganze Tag im Schneckentempo ab, was mir immer sehr, sehr schwer fällt, denn ich war immer und bin auch heute noch ein ausgesprochener Bewegungstyp.

Das Mittagessen kochen (gebratenes Fischfilet, Bratkartoffel, Fisolensalat) war also das absolute Highlight gewesen. Umso mehr freute es mich, als der Tag endlich um war, und ich mich in mein Zimmer zurückzog, um noch ein bisschen zu lesen vorm Schlafengehen.

Doch war von einer anschliessenden Nachtruhe keine Rede gewesen, denn kaum dass ich im Bett lag, machten sich Herzrhythmusstörungen bemerkbar. Ich weiss ja, dass sowas immer wieder bei mir vorkommt, und mein Internist mir auch den Unterschied erklärte zwischen dieser Art, die eher harmlos ist, und z.B. Vorhofflimmern.

Und doch war es mir nicht möglich gewesen, es zu ignorieren und so musste ich wieder raus aus dem Bett, und erinnerte mich an ein Gespräch mit meinem Freund und Nachbarn Ivo, der mir sagte, dass viele Herzrhythmusbeschwerden an der Fehlstellung einer Wirbelsäule liegen, und leichte Gymnastik hier Abhilfe schaffen kann.

Und so legte ich mich flach auf den Boden, mit angewinkelten Knien und hob langsam das Gesäss so weit, bis der Oberkörper ganz flach und fest auflag. Dabei war ein deutlicher Schmerz zu spüren gewesen, der sich nach und nach löste, je öfter ich diese Bewegung ausführte.

Anschliessend begab ich mich wieder in meinen Lesefauteuil und machte meine Panikatemübungen. Am meisten hilft mir 4-7-8 d.h. Mit der Nase einatmen und bis 4 zählen, die Luft anhalten und bis 7 zählen und anschliessend tief und fest durch den Mund ausatmen, das bis mindestens 8 zählen dauern sollte. Ich schaffe sogar 12 um die Lungen völlig leer zu bekommen.

Und somit möchte ich für diesen Tag meinen Dank aussprechen dafür, dass ich einen gemütlichen Abendspaziergang mit meinen Hunden geniessen durfte.
Mir mit Fernsehen, Lesen und Internet meine Zeit vertreiben durfte.
Ohne pekuniärer Sorgen in einem Haus mit Garten leben darf.
Keinen weiteren Stroke erleiden musste, und dass mein Körper auf die gemachten Übungen reagierte, und ich eine gute Nacht hatte, ohne Panikattacken und weiterer Herzrhythmusstörungen.

Baruch ata Adonai, elohejnu, Melech ha Olam animiertes-blumen-bild-0290

DANKBARKEITS-TAGEBUCH 1

Schon sooo lange möchte ich ein Dankbarkeits-Tagebuch führen, indem ich mich für alles Gute, das mir an diesem Tag wiederfahren ist, bedanke.

Immer wieder bin ich davon abgekommen, weil ich befürchtete nicht genug positives oder gutes erlebt zu haben, und dann nicht weiss, was ich schreiben sollte.

Aber kommt es denn hierbei nicht vielmehr darauf an, welche Einstellung ein Mensch zum Leben hat, denke ich mir jetzt eben?

Gibt es nicht irgendwo in dieser Welt Menschen, für die es schon alleine ein guter Tag ist, wenn sie morgens lebendig aufgewacht sind? Oder Menschen, für die es ein guter Tag ist, wenn sie eine oder vielleicht sogar zwei Mahlzeiten haben durften?

Mit dieser Betrachtung der Realität gäbe es doch für mich Dankbarkeit im Übermass, würde ich meinen.
Also fang ich einfach mal damit an, dass ich dankbar bin dafür, dass ich heute morgen gesund aufwachen durfte, was ganz und gar nicht selbverständlich ist, denn ein Schlaganfall kann genauso gut nachts passieren.

Und habe ich eigentlich schon dafür gedankt, dass ich augenblicklich Hilfe bekam, als mich ein Minor Stroke vor 6 Wochen erwischte? Und dass ich in einem Land leben darf, mit den besten gesundheitlichen Aus- und Einrichtungen und Ärzten, und Krankenhauspersonal, die man sich wünschen kann?
Und dass absolut nichts an Lähmungen zurück geblieben ist?

Und was gäbe es da denn noch alles?
Vielleicht Dankbarkeit dafür, dass mein Haus nicht unter Wasser stand, oder abgedeckt wurde, nachdem gestern ein Hagelgewitter mit Regenmassen und Sturm über Wien hinzog.
Viele Menschen in anderen Bundesländern hatten nicht soviel Glück.

Jetzt will ich diese Dankbarkeit in meinem Herzen behalten, und mich in mein wunderbar bequemes Bett mit Satinbettwäsche zurück ziehen, und Gott bitten, dass einmal eine Zeit kommt, wo es uns allen auf dieser Welt so gut gehen möge, dass wir abends nur noch danken können für soviel Glück und Herrlichkeit.

HILFERUFE NACH DIR, OH HERR!

Als ich DICH kennenlernte, im Laufe meines Kindheitslebens,
hatte ich mir den Weg MIT DIR so ganz anders vorgestellt.
Irgendwie hell, warm, geborgen und überall hin begleitet.
Doch die allermeiste Zeit meines Lebens war es dunkel gewesen.
Und niemals hatte ich wirklich das Gefühl, dass DU oder Deine Engel bei mir waren.
Und doch konnte ich nicht aufhören nach DIR zu suchen.
Doch DU bliebst vor mir verborgen.
Und jetzt scheinst Du weiter weg zu sein, als jemals zuvor.
Doch ich möchte nicht ausschliessen, dass ich nur nicht imstande war, DICH zu erkennen, weil mir „die Welt“ wichtiger war.
Ich wünschte, es wäre anders gelaufen.