TAGEBUCH – Sonntag, 24. November 2019

Gestern traf es mich wieder wie ein Keulenschlag, diese Sorge, dass ich den Sinn meines Lebens nicht erkannt hatte.
Dass ich ausschliesslich aus dem Ego gelebt, um nicht zu sagen ausschliesslich darum bemüht war, diesen so grossen Schmerz in mir zu erlösen.
Aufhören sollte es, nur aufhören sooo weh zu tun.

Mehr Wissen denn je konnte ich in diesem Jahr anhäufen, und damit auch viele Antworten bekommen, die in meiner Seele nagten.
Nur diese eine nicht – warum tut es immer noch sooo weh?

Was ist der Hauptgrund, dass ich immer wieder morgens aufwache und einen schweren Druck auf meiner Brust spüre.
Ein Druck, der die natürliche Leichtigkeit des Atmens auf einmal soviel schwerer macht?
Der Tränen in die Augen presst, weil es an die vielen Ereignisse in meiner Kindheit erinnert, wo es mir ähnlich erging.
Wo ich eine Angst zu spüren bekam, die einem die Kehle zuschnürrt und sich eine schwere Last auf „die Seele“ legt, die ihren zentralen Punkt wohl im oberen Brustbereich haben muss.
Genau dort, wo es eben immer so weh tut.

Seit einigen Stunden sitze ich jetzt hier mit dem Wissen, dass es ja eine Lösung gibt.
Das Achterl Wein, das hier neben mir steht, das bringt es nicht fertig. Doch eine Achterl Wodka sehr wohl.

Doch genau das wäre es, was meinem Leben noch einen Sinn geben würde, denke ich mir im Augenblick.

Die Kraft zu haben, auf dieses Achterl oder womöglich sogar Vierterl zu verzichten.
Die Kraft zu haben, diesen Schmerz auszuhalten.

Könnte es das sein? frage ich mich auch jetzt in diesem Augenblick?

Dass der Sinn des Lebens darin liegt, das Leben einfach nur „AUSZUHALTEN“?

Darauf zu vertrauen, dass es von Mal zu Mal leichter wird, je mehr Selbstvertrauen sich bildet, dass man dazu imstande ist?

Scheisse Leutln, das kanns doch nicht wirklich sein ???

Oder habe ich doch noch nicht soviel Wissen zusammentragen können?
Oder war ich noch nicht imstande, dieses Wissen entsprechend umzusetzen?

Diese Mutlosigkeit, die mich bereits gestern abends überfiel, ist wirklich ätzend ….seufz.

Ich hoffe von ganzem Herzen, dass es den meisten meiner Leser besser ergeht, und wünsche Euch allen einen schönen Restsonntag.